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Hingucker: Der kulturelle Lichtblick des Tages

Hingucker: Der kulturelle Lichtblick des Tages

Hingucker: Der kulturelle Lichtblick des Tages

Hingucker: Der kulturelle Lichtblick des Tages


Heute um 08:00

Foto: AFP

Einen „Kulturellen Lichtblick des Tages“, das braucht es gerade jetzt – und wir liefern ihn täglich frei Haus.

28. Mai:  Diese Welt ist zerbrechlich

Selbstklebende Plastikstreifen mit der Aufschrift „Fragile“ für „Zerbrechlich“ hat der Street-Art-Künstler Patrick Ender auf einer Wand in Paris zu einer Weltkarte geformt. Die Botschaft ist deutlich: Diese Welt ist zerbrechlich, und auch wenn nun die Menschen wieder rausdürfen, die Gefahr ist auf keinen Fall gebannt. 

Foto: AFP

Obwohl Patrick Ender bereits in seiner Kindheit in die Welt der urbanen Kunst eingetaucht ist, begann er erst im Jahr 2009, im Alter von 35 Jahren, Dinge an die Mauern zu sprühen und zu kleben. Inspiration holt er sich in der Kunst eines Caravaggio, Michelangelo oder Vermeer, und gerade die Zeit der Renaissance ist für ihn eine starke Periode, in der alles auf das Niveau der Exzellenz gehoben wurde. Vielleicht erleben ja auch wir nun wieder eine Renaissance – schön wär’s und ein Lichtblick allemal. mt

Foto: AFP 

27. Mai:  Das ist ja zum Lachen

Michael Horowitz , 
Arnold Schwarzenegger, 1975, Hahnemühle Fine Art Baryta Print
Besitz des Künstlers
Michael Horowitz , Arnold Schwarzenegger, 1975, Hahnemühle Fine Art Baryta Print Besitz des Künstlers
Foto: Michael Horowitz

Nackt haben bislang sicher die Wenigsten ihren "Kleinen Schwarzen" im Wiener Café Hawelka getrunken. Arnold Schwarzenegger ist (auch) da eine Ausnahme, ganz nach dem Vorbild im Lied „Jö Schau“ von Georg Danzer, in dem „a Nackerter“ ins Stadtcafé hineinspaziert. 

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Der Wiener Fotograf Michael Horowitz interpretierte den Liedtext 1975 mit dem frisch gekürten Mister Olympia. Die Ausstellung der Fotografien, die der Journalist und Autor vom Kulturleben der Stadt geschossen hat, ist ab heute, bis zum 6. September, wieder in der Albertina zu sehen. (mim)

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26. Mai:  Der richtige Weg 

Zugegeben, das Labyrinth auf dem steinernen Boden der Kathedrale von Chartres ist keine wirkliche Herausforderung. Denn während er es abgeht, behält der Besucher stets den Überblick, wohin sein Weg ihn führt und folglich, wie er ihn zu gehen hat. Per se ist das ja nicht der Fall. Logisch also, dass das Labyrinth für die menschliche Existenz und die stete Unsicherheit, die sie begleitet, steht. Welche Richtung einschlagen? Welcher Weg ist richtig, welcher falsch? Rechts oder Links abbiegen – schon verläuft das Leben in anderen Bahnen ... 

Foto: Prisma Archivo /Leemage

Vielleicht landet man in einer Sackgasse, und muss kehrtmachen. Vielleicht lauert um die Ecke gar irgend ein Monstrum, das uns zu verschlingen droht, wie der Minotaurus in Daidalos’ Labyrinth. Vielleicht führt der Weg aber einfach zu einem ganz bestimmten Augenblick an einen ganz bestimmten Ort, an dem das Licht der Abendsonne unser ganzes Wesen zum frohen Glühen bringt. Ich bin mir sicher, das Labyrinth lächelt wohlwollend über unser ständiges Rätseln – und die besänftigende Wichtigkeit, die wir uns damit geben. vac Foto: ©Prisma Archivo/Leemage

25. Mai:  Licht und Lehre: Die Schule beginnt

Diese kleine Nachtszene, ein Gemälde des niederländischen Malers Gerrit Dou (1613-1675), das den Namen „Abendschule“ trägt, rühmt die Tugenden der Lehre, intellektuell wie auch manuell. Das Kerzenlicht ist der zentrale Punkt in diesem Werk. Es versinnbildlicht das Licht, das den Weg der Erkenntnis, den einst Aristoteles empfohlen hat, erleuchtet.

Foto: Metmuseum New York

Im Schein des Kerzenlichts wird nämlich gelernt und gelehrt, die Feder wird gespitzt, Licht wird weitergereicht – sie ist eine Quelle des Wissens. Das Gemälde passt damit zum heutigen Tag, an dem auch die Grundschulen wieder öffnen und versuchen werden, eine gewisse Normalität im Schulbetrieb herzustellen – ein wichtiger Lichtblick in dunkler Zeit. Seine Liebe zum Detail hat den niederländischen Maler Gerrit Dou zum Begründer der sogenannten Leidener Feinmalerei gemacht. (mt) 

Foto: Metmuseum New York

22. Mai: Magischer Ausblick

Foto: AFP

In den vergangenen Wochen ist es still geworden auf dem Mont-Saint-Michel im Atlantik. Eine magische Ruhe. Hoch oben über der Klosterinsel besiegt der Erzengel etwas vereinsamt mit Schwert und Lanze den Drachen. Ganz am Anfang aber war dort die Dunkelheit, die der Nacht und des Todes. Der Felsen wurde nämlich „Mont Tombe“ genannt – man hatte Gräber frühzeitlicher Zivilisationen gefunden. 

Im Jahr 800 wurde dann über den Dolmen eine erste Kapelle, „Notre-Dame-Sous-Terre“, errichtet, die aber nach und nach begraben, eingemauert und von immer mehr Gebäuden kirchlicher und profaner Natur überbaut wurde. Die kosmische Verbindung von Grabstätten und Dolmen im Felsen, quer durch die alten Mauern der Abtei bis hoch oben hinauf zum Erzengel, der auf dem Pfeiler der Klosterkirche thront, blieb bestehen. Höhen und Tiefen. Ein magischer Ausblick und ein glanzvoller Lichtblick. (mt)

20. Mai:  Wann dürfen wir wieder küssen? 

Jean-Baptiste Fragonard:.Le baiser gagné“ (um 1759-1760).
Jean-Baptiste Fragonard:.Le baiser gagné“ (um 1759-1760).
Photo: The Metropolitan Museum

Ach, du liebe Güte! Man würde ihm heute wegen der Ansteckungsgefahr durch den Corona-Virus einen Strafzettel verpassen und in Zeiten von #MeToo vielleicht gar mit einer Klage drohen: Der Bub hat sich den Kuss erzwungen, und das Mädchen rechts leistet dabei auch noch Beihilfe – sie hält dem anderen Mädchen die Hände fest, damit es sich ja nicht wehren kann. „L’Enjeu perdu“ oder auch „Le baiser gagné“ (um 1759-1760) heißt das Gemälde des französischen Malers Jean-Baptiste Fragonard. Es geht um ein Kartenspiel. Der Einsatz ist ein Kuss. Wer verliert, darf geküsst werden. Heute wäre es ein gefährliches Spiel. Wer weiß, vielleicht werden wir den Kuss nur noch im Museum bewundern können. Na, wann endlich dürfen wir wieder küssen? Ohne Zwänge, ohne Angst? (mt)  

19. Mai: Dieser Duft! Diese Farben!

Die Cousine von Queen Elisabeth II, Princess Alexandra,wählte dieses Foto einer Golden Celebration Rose aus, als Gruß an die Gartenfreunde rund um die königliche RHA Chelsea Flower Show aus, die in diesem Jahr ausfallen muss.
Die Cousine von Queen Elisabeth II, Princess Alexandra,wählte dieses Foto einer Golden Celebration Rose aus, als Gruß an die Gartenfreunde rund um die königliche RHA Chelsea Flower Show aus, die in diesem Jahr ausfallen muss.
Foto: AFP

Die Engländer und ihre Gärten: Die RHA Chelsea Flower Show muss in diesem Jahr ausfallen. Für alle Freunde der Gartenkultur ein schwerer Schlag. Vor rund 5.000 Jahren wurden in China erste Rosengärten angelegt, schreibt die Katholische Nachrichtenagentur. Die Sumerer haben nachweislich Rosen gezüchtet; auf einer 4.000 Jahre alten sumerischen Tontafel befindet sich die wohl älteste Rosendarstellung der Welt. 


Giardino de Ninfa, Rome, juin 2016 / Foto: Vesna Andonovic
"Lichtblicke" 2020: das Kolumnenarchiv (Teil 2)
Einen „Kulturellen Lichtblick des Tages“, das braucht es gerade jetzt – und wir liefern ihn täglich frei Haus.

"Auch in Persien wurden früh Anlagen mit stark duftenden Rosen bepflanzt. Später, in der Antike erreichten die ersten Gartenrosen über Griechenland auch Europa. Im Römischen Reich galten sie als Luxusgut. Die Menschen nutzten sie schon damals zur Herstellung von Parfüms und Heilmitteln.In der Aromatherapie wird die Blume aufgrund ihrer beruhigenden wie stimmungsaufhellenden Wirkung als Heilpflanze eingesetzt. Vor allem die in Persien kultivierte Damaszener Rose wurde bereits in den Jahrhunderten um die Zeitenwende in Arabien und Indien für ihre Heilwirkung geschätzt, im 12. Jahrhundert lobte auch Hildegard von Bingen deren positiven Effekte auf Gemüt und Körper." Na dann! Auf in den Garten! (dco)

18. Mai: Bitte Abstand halten

Eine Bootspartie auf dem Königsee in Bayern hat Gerhard Richter 1965 auf die Leinwand gebracht indem er das in der Illustrierten „Quick“ erschienene Foto darauf projizierte und das so vergrößerte Bild abgemalt hat. Das Gemälde Kahnfahrt zeigt: Je größer man etwas aufbläst, desto unschärfer wird es. Und wenn man zu nah dran steht, sieht man nur noch unförmige Flecken.

Gerhard Richter (*1932), Kahnfahrt, 1965, Öl auf Leinwand, 150 × 190 cm, Sammlung Deutsche Bank im Städel Museum, Städel Museum, Frankfurt am Main
Gerhard Richter (*1932), Kahnfahrt, 1965, Öl auf Leinwand, 150 × 190 cm, Sammlung Deutsche Bank im Städel Museum, Städel Museum, Frankfurt am Main
© Gerhard Richter

Erst wenn man Abstand dazu nimmt, kann man etwas erkennen. Ein Prinzip, das für das Leben im allgemeinen gilt. Das Städel Museum in Frankfurt zeigt dieses Werk in seiner digitalen Sammlung, die mit Hilfe eines Audioguides 700 Jahre Kunstgeschichte online präsentiert. Das Bild ist auch Teil der Ausstellung „Zurück in die Gegenwart“, die am 19. Mai ihre Türen öffnet. (mim)

 www.staedelmuseum.de

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16. Mai:  Vom Prinzen, Gärtner und der Maid

Ich liebe Gärten. Und zwar in stiller, demütiger Bewunderung, da sich die Fee nicht über meine Wiege bückte, um mich mit dem grünen Daumen zu bedenken. Einen besonderen Platz in meinem Herzen nimmt der Garten von Ninfa ein, von Gelasio Caetani ab 1921 auf den Ruinen einer mittelalterlichen Stadt südlich von Rom angelegt: Ein wundersam stiller Ort, ja fast ein grünes „Brigadoon“, das Besucher nur ganz, ganz selten erblicken dürfen.

Giardino de Ninfa in Rom.
Giardino de Ninfa in Rom.
Foto: Vesna Andonovic

Die Zeit steht hier nicht still, sondern fließt leise doch freudig und unbeirrbar, wie die klaren Wasser der Ninfa zum großen Ozean hinaus. Bei genau diesem Anblick entsann ich mich Charles Joseph de Lignes „J’aime l’air jardin aux forêts, & l’air forêt aux jardins, & c’est comme cela que je compte toujours travailler“. Sie haben’s erfasst: In meinem Märchen zieht die holde Maid den Gärtner jedem Prinzen vor – und zwar ohne auch nur eine einzige Sekunde lang zu zögern! (vac)


"Lichtblicke" 2020: das Kolumnenarchiv
Die LW-Kulturredakteure bieten einen virtuellen Spaziergang zu inspirierenden Bilderwelten an.


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