Hingucker: Der kulturelle Lichtblick des Tages
Heute um 08:41
Einen „Kulturellen Lichtblick des Tages“, das braucht es gerade jetzt – und wir liefern ihn täglich frei Haus.
21. April: Schillernde Fassadengalerien
Ljubljana. Auch in der slowenischen Hauptstadt ist das kulturelle Leben zum Erliegen gekommen. Das hält die Künstlerinnen und Künstler der Stadt aber nicht davon ab, ihre Werke nicht doch noch dem Publikum zu zeigen; selbst, wenn alle Galerien und Ausstellungszentren wegen der Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geschlossen wurden.
Unter anderem hat sich die Fotografin Asiana Jurca Avci mit anderen Kollegen ihrer Kunstsparte zusammengetan, um ein besonderes Erlebnis für die Kunstfreunde zu bieten. Als riesige Slideshow werden Fotos wie ihres dank lichtstarker Projektoren auf die Fassaden und öffentlichen Plätze der Stadt geworfen (Foto) und verwandeln so die nächtlichen Gassen und Plätze zu schillernden, bunten Galerien. (dco)
20. April: „We Are the World“ in Pandemiezeiten
„Heute bin ich so glücklich, dass wir ,Eine Welt: zusammen zu Hause‘ sind“, begrüßte Koorganisatorin Lady Gaga zu einem einzigartigen Showerlebnis – „One World: Together at Home“.
Beim unter der Schirmherrschaft der Global-Citizen-Bewegung stattfindenden Online-Event, mit dem der Einsatz des Gesundheitspersonals gewürdigt und Spenden für die Weltgesundheitsorganisation gesammelt wurden, traten so ziemlich alle auf, die Rang und Namen im internationalen Showbusiness haben – Taylor Swift, Elton John, Stevie Wonder, Paul McCartney, Queen-Sänger Adam Lambert, Céline Dion, Andrea Bocelli, Starpianist Lang Lang und die Rolling Stones gaben dabei auch ein paar Einblicke in ihre Privatsphäre.
Wenn diese Solidarität auch noch nach der Pandemie anhalten würde, hätte die sanitäre Krise zumindest eine positive Nebenwirkung. (vac)
https://www.youtube.com/watch?v=87-ZFjLfBAQ
18.April: Es braucht mehr Pantoffeltierchen
„Sedi doma“ – „Bleib zu Hause“ – steht auf dem Paar Hausschuhe mit rotem Karomuster, das mitten auf dem zentralen Platz Mazedoniens in der Hauptstadt Nordmazedoniens thront. Niemand hat die bequemen Schlappen dort vergessen, deren Anblick allein schon genügt, um einen das Gefühl des gemütlichen Herumlungerns auf der heimischen Couch verspüren zu lassen.
Die Kunstinstallation in Skopje soll nämlich die über 540 000 Einwohner der Stadt dazu ermahnen, sich nur auf absolut notwendige Ausfahrten zu beschränken und dann auch das im Kampf gegen die Verbreitung des Corona-Virus notwendige „social distancing“ zu praktizieren. Das Werk steht übrigens im Schatten des 22 Meter hohen Reiterstandbilds Alexander des Großen. Der berühmteste Mazedonier der Menschheitsgeschichte war zwar kein Pantoffeltierchen, aber an seiner Eroberungslust sollte sich heutzutage ohnehin niemand ein Beispiel nehmen. (vac)
17.April: Schäferstündchen
So sieht also aus, was aktuell alle brauchen: „Die Ruhe“. 1861 stellt Jean-Baptiste Camille Corot (1796-1875) sie lasziv auf einem Pantherfell mitten im Grünen liegend erstmals beim Pariser Salon aus, heute hat sie ihre Bleibe in der Sammlung der Corcoran Gallery of Art in Washington, D.C. gefunden. Nicht aber, weil die Bacchantin eine lange künstlerische Tradition verkörpert, die bis in die italienische Renaissance zurückreicht, ist dieses Gemälde bemerkenswert, sondern wegen des Mannes, der es malte. Corot war schon zu Lebzeiten ein erfolgreicher Künstler. Und bereitwillig signierte er auch mal Werke unbekannter Kollegen, die ihn nachahmten, damit diese sie teurer verkaufen konnten. Während Schönheit im Auge des Betrachters liegt, zeigt sich Größe stets in verborgener Großzügigkeit. (vac)
16. April: Die Schöne und das Biest
Als Sybilla, Schwester des Königs Balduin IV., herrscht sie über Jerusalem, verdreht als Vesper Lynd James Bond den Kopf und lehrt als persische Feldherrin Artemisia I. sogar die Spartaner das Fürchten: Eva Green, im Bild (s.u.) 2006 bei der Premiere des 21. Bond-Films. Ob in „Kingdom of Heaven“ (2005), „Casino Royal“ (2006) oder „300: Rise of an Empire“ (2015): Die französische Schauspielerin – und Tochter von Schauspielerin und Autorin Marlène Jobert – scheut auch nicht, sich hässlich zu zeigen.
Das bewies sie eindrucksvoll als Vanessa Ives in der viktorianischen Horrorserie „Penny Dreadful“. Und hinter der perfekten Fassade der Femme fatale, die sich für die Schauspielerei entschied, nachdem sie Isabelle Adjani in „L’histoire d’Adèle H.“ sah, verbirgt sich noch mehr; nämlich eine Frau mit einem ganz ungewöhnlichen Hobby: Eva sammelt Insekten und Schädel.
Aus einem ihrer Lieblingsläden in Paris, dem 1831 eröffneten Deyrolle, brachte sie sogar einen präparierten Auerochsenkopf mit nach Hause. „Seine Augen sahen mich an, als ob er um Hilfe bitten würde“, so Green im Interview. Die Schöne ist eben immer des Biestes Rettung! (vac)
15. April: Die Welt in völlig anderem Licht
Welcher Planet ist das denn? Oder hat da ein Maler zu tief im Magenta-Farbtopf gerührt? Nein, das ist die Arbeit des Fotografen Marc Wilwert, der einmal mehr ein ungewöhnliches Projekt – diesmal unter dem Titel „Hell“ – gestartet hat. Noch steckt er mitten im Prozess, aber es gibt von einer ersten Fotoreise nach Mallorca, bei der er seine neue Technik austestete, schon erste Ergebnisse – wie eben diese Aufnahme.
Aber das soll Mallorca sein? Durchaus, aber eben nicht unter normalen Lichtverhältnissen, die das Auge sehen kann, sondern im Infrarotbereich des Lichtspektrums. „Spannend ist eben genau das mit Hilfe der Fotografie zu zeigen, was eigentlich da ist, aber eben durch das menschliche Auge so nicht erkennbar ist“, sagt Wilwert, der in einem Video auf YouTube zu einem ersten Streifzug durch sein Projekt einlädt. (dco)
14. April: Ohne Furcht
Der Blick ist forsch gehoben und geradeaus gerichtet, die Hände sind entschlossen in die Hüften gestemmt, das zusammengebundene Haar und der Rock wehen kühn im Wind. Die Statue „Fearless Girl“ der amerikanischen Bildhauerin Kristen Visbal verkörpert einen durch nichts zu beugenden Willen; den auch wir brauchen, um diese Krisenzeiten zu überstehen.
Das „Furchtlose Mädchen“ wurde weltbekannt, als die Statue 2017 an der New Yorker Wall Street vor dem „Charging Bull“ aufgestellt wurde und ihm couragiert in die Augen blickte. Mittlerweile steht das 1,30 Meter große Mädchen breitbeinig und selbstbewusst vor dem New York Stock Exchange. Kopien der Statue waren zeitweise in Dublin und auf dem Paternoster Square in London aufgestellt. In Oslo, gegenüber dem Norwegischen Parlament und auf dem Federation Square in Melbourne stehen zur Zeit ebenfalls Repliken – noch, denn über die Vervielfältigung ist mittlerweile ein Rechtsstreit ausgebrochen. (mim)
11 avril: Dix ans déjà
Ce paysage a quelque chose de mystérieux et d’angoissant. La quiétude apparente est bien trompeuse. Non, il ne s’agit pas d’une contrée éloignée d’Ecosse ou d’Irlande, mais de la région d’Eyjafjallajökull. Un nom qui, dix ans après avoir fait la Une, reste aujourd’hui toujours aussi imprononçable. Mais qui vient tristement nous rappeler une dure réalité.
Même si le virus qui aujourd’hui nous empeste la vie n’est peut-être pas une déferlante directement provoquée par Dame Nature, la crise que nous vivons ces dernières semaines rappelle, toutes proportions gardées, indirectement les soubresauts de ce maudit volcan islandais qui, du jour au lendemain, nous privait déjà de certaines libertés que l’on croyait inébranlables. Force est de constater en 2020 que, d’une part, l’Homme moderne est capable du meilleur comme du pire. C’est une évidence. D’autre part, que les progrès de notre civilisation vacillent au premier pépin et s’écroulent lorsque les choses s’emballent. N’est-ce pas le moment de remettre à plat certaines certitudes? Avant que l’Eyjafjallajökull ne se réveille... (thi)
10. April: Wunderwerk Ei
Walsrode (D). So zerbrechlich, aber doch so facettenreich: Verschiedene Eier liegen zur Anschauung in einem Korb im Weltvogelpark Walsrode.
Es gibt weltweit ungefähr 12 000 verschiedene Vogelarten, von rund 8 000 Arten sind Nester und Eier bekannt – und die Größen, Formen und Farben faszinieren auch schon ganz ohne die Nachhilfe des Menschen, der das Symbol des neuen Lebens, des Anbruchs und Werdens nicht zufällig in der Osterzeit besonders in den Fokus rückt.
In der Kunstgeschichte ist das Motiv immer wieder mit diesen Momenten des Neubeginns verknüpft – allerdings sind daneben auch die Bedeutungen des Unausgegorenen und Merkwürdigen verbunden. Einen schönen Überblick dazu zeigt die Frankfurter Kunsthalle Schirn in ihrem Online-Magazin – mit zehn facettenreichen Werken von Hieronymus Bosch bis Jeff Koons. (dco) www.schirn.de/magazin/ antsy/das_ei_in_der_kunst/
9 avril: Surtout ne pas perdre espoir
On les a vus en Italie, ensuite un peu partout. Les musiciens face au confinement ont rapidement réagi et ont ressorti leurs instruments de musique. Interdits de scène, ils ont trouvé un échappatoire: les balcons et les toits de leurs habitations sont devenus leurs nouvelles aires de jeu. Comme cet accordéoniste et cette chanteuse de Prague, qu’ils soient professionnels ou amateurs éclairés, tous ces musiciens offrent des moments de partage et de joie à consommer .. avec masque, mais toujours sans modération.
Les artistes de tous poils, confrontés à une situation qui les prive de tous contacts avec leur public – pourtant leur raison d’être – ont, dans un élan de créativité et de solidarité, pris la situation à bras le corps pour finalement continuer leur mission principale: offrir malgré tout à tous ceux qui écoutent, regardent ou lisent leurs œuvres un beau moment de découverte, d’évasion, de pause et d’espoir bien utiles en ces moments de troubles. (thi)
8. April: Völlig losgelöst von der Erde
Beirut. Lockdown oblige sollen Menschen weltweit das Haus nur bei absoluter Notwendigkeit verlassen. So kann jeder Einzelne mithelfen der Verbreitung der Corona-Pandemie Einhalt zu gebieten.
Genau das schafft aber auch flagrante Ungleichheiten zwischen denen, die auf dem Lande bzw. in einem Haus mit Garten leben, und denen, die in einem kleinen Stadtappartment diese von Regierungsseite auferlegte Ausgangsbeschränkung beachten müssen.
Je nachdem, ob man zur Kategorie der „Couchpotatoes“ zählt, die wenig von körperlicher Bewegung halten, oder zu der, deren Broterwerb direkt mit ihrer physischen Form zusammenhängt, ist die Situation ungleich schwieriger zu managen. Aus der Not eine Tugend machend und wohl auch, um sich die Gedanken etwas durchzulüften, macht die 28-jährige Tänzerin Sherazade Mami kurzerhand das Dach ihres Wohnhauses in der libanesischen Hauptstadt zur Bühne und schwebt völlig losgelöst von der Erde – fast wie Major Tom. (vac)
7. April: Zwischen Tag und Nacht
Die Strahlen der Sonne, die tagsüber alles zum Leuchten bringen, verlieren langsam ihre Kraft, die Schatten werden länger, ein bläulicher Schimmer legt sich über alles. Zwei Mädchen zünden Papierlaternen an, das flackernde Kerzenlicht spielt auf ihren Gesichtern. In seinem Werk „Carnation, Lily, Lily, Rose“ (hier ein Ausschnitt) schafft der US-amerikanische Maler John Singer Sargent (1856-1925) eine so zauberhafte Atmosphäre, dass man sich bei seinem Anblick in die eigene Kindheit zurückversetzt fühlt. In eine Zeit, in der Spätsommerabende voller Magie waren. Eine Zeit, in der in den Momenten zwischen Tag und Nacht alles möglich schien; Augenblicke, die mehr Gefühl als Realität waren. Zu sehen ist das Bild in der Tate Britain, auf tate.org.uk in Raum 7 auf der Tour „Walk Through British Art“. (mim)
6 avril: Retour aux petites choses de la vie
Une vue inédite de la Place de la Concorde à Paris: sans trafic, cet illustre espace de près de neuf hectares apparaît de nouveau dans toute sa gloire. Illustre vestige du Siècle des Lumières – la Concorde date du XVIIIe siècle –, cet endroit mythique de la capitale française vient nous rappeler en ces temps de crise et de confinement un fait qu’on a bien trop souvent tendance à oublier.
Le «vide» des trois côtés de la place aujourd’hui plus que jamais joue son rôle. Face au foisonnement omniprésent de nos vies, un retour à l’essentiel s’avère salvateur. Histoire de revoir les petites choses de la vie, souvent insignifiantes et qu’on ne voit plus, elles ont cependant tant de choses à raconter. Demandez aux Parisiens combien de statues et autres pièces d’art bordent la place octogonale et quelle est leur origine. Les réponses ne devraient pas surprendre. Que serait la Concorde sans tous ces petits riens oubliés? Même confinés, continuons à chercher le beau. (thi)
3. April: Nicht Götter, aber doch Engel in Weiß
Es ist eine leuchtend helle Botschaft der Hoffnung, die der 32-jährige, chinesische Fotokünstler Roy Wang mit seiner Arbeit aktuell an die ganze, von der Corona-Pandemie überschattete Welt aussendet – eine, die den Covid-19-Erkrankten Mut machen und zugleich all jene ehren soll, die oft unter Einsatz des eigenen Lebens, um das jedes einzelnen ihrer Patienten kämpfen: die hinter Atemmasken, Schutzkleidung und -visieren verborgenen Ärzt(inn)e(n) und Krankenschwestern und -pfleger.
Fernab des Klischees der Götter in Weiß sind sie die wahren Lichtgestalten, die der Künstler mit Engelsflügel ausstattet, weil sie tagtäglich und unermüdlich, wie ein Erzengel Michael gegen das Böse (eine neongrüne Virus-Kugel) kämpfen. Allein zwei Minuten Belichtungszeit und eine banale Taschenlampe brauchte es für Wangs bewegende „Light Painting“-Hommage. „Wir werden diese schwere Zeit überstehen und dem Planeten wird es besser gehen: das ist die Herausforderung der Menschheit“, hofft Wang. Seine Worte in Gottes – und auch unser aller – Ohr! (vac)
2. April: „Que será, serááá?“
Sie? Eine düstere Spionin? Filmpartner Dom DeLuise als tollpatschiger Julius Pritter ist sich sicher: Jennifer Nelson alias Doris Day hat die geheime Formel erbeutet, die er auch haben will. Die Szene aus „The Glass Bottom Boat“ leitet den Höhepunkt dieser Screwball-Komödie ein, die mit Vorlagen für Lacher nicht gerade geizt. Sicher, die Filmkomödienklassiker mit Doris Day mögen kitschig sein und ein längst anachronistisches Frauenbild zeigen, aber zum generationenübergreifenden Lachen sind sie auch heute noch bestens geeignet – viele davon sind auch inzwischen auf den Streaming-Plattformen erhältlich.
Am Wochenende vom 4. und 5. April wird übrigens der Nachlass der im letzten Jahr im Alter von 97 Jahren verstorbenen Schauspielerin online versteigert; der Versteigerungserlös der über 800 Andenken – darunter vier Golden-Globe-Trophäen –, soll an die von ihr gegründete Tierschutz-Stiftung „The Doris Day Animal Foundation“ gehen. (dco)
1. April: Malen gegen die Leere des Lebens
Die Angst des Malers vor der leeren Leinwand kann man mit der Panik des Schriftstellers vor dem weißen Blatt gleichsetzen. Und im Allgemeinen mit der Furcht des Menschen vor einem leeren Leben. Vincent van Gogh sinniert in einem Brief, den er am 2. Oktober 1884 an seinen Bruder Theo geschickt hat, darüber, wie lähmend es sein kann, von einer leeren Leinwand angestarrt zu werden.
Auch die aktuelle Situation, in der das Leben ungewohnt still und, ja, leer ist, kann einem alle Kraft und Lebendigkeit rauben. Aber Vincent van Gogh kennt ein Gegenmittel, das er im Brief an seinen Bruder erwähnt: „Doch wie bedeutungslos und eitel, wie tot auch immer das Leben erscheint, der Mann des Glaubens, der Energie, der Wärme, und der was weiß, lässt sich nicht einfach so abspeisen. Er schreitet ein und tut etwas und hält sich daran fest (...).“ Was der Maler selbst dann beispielsweise mit seinen gelb-leuchtenden Sonnenblumen tat, die eine interaktive Schau derzeit im Londoner South Bank Center präsentieren sollte. mim
31. März: Le bonheur est dans le pré
Les êtres humains sont «enfermés» dans leur quatre murs et tentent bon gré mal gré de s’adapter à cette situation inédite. Les animaux, semble-t-il, eux ne se soucient guère de la situation. N’ont-ils pas, entres autres, l’importante mission «d’aérer leur maîtres» au moins une fois par jour? Au-delà de ce noble service rendu, les bêtes ont le privilège sur nous, les humains, de vivre dans l’insouciance. Et de profiter de la vie, presque si comme de rien n’était. De quoi narguer les plus téméraires confinés.
Mais, ne serait-ce pas une simple revanche de tous ces quadrupèdes et autres bêtes sur nous, les bipèdes, qui en temps normal ne nous soucions pas toujours de leur bien-être? Ces trois chevaux du cirque Alex, actuellement confinés en Lettonie, profitent eux sans vergogne et en toute liberté du soleil et viennent confirmer un vieil adage: le bonheur est dans le pré. thi
30. März: Die Ruhe vor dem Sturm
Winslow Homer ist ein Gigant der amerikanischen Malerei. Sein Aquarellbild „Breaking Storm, Coast of Maine“ aus dem Jahr 1894 zeigt trotz des Hinweises auf bevorstehendes schlechtes Wetter, das sich vom Horizont her nähert, einen Moment der Ruhe vor dem Sturm. Ein Lichtblick, wenn auch nur ein kurzer!
Die türkisfarbene Oberfläche des Wassers ist glatt und ruhig, was der Maler nur anhand transparenter Lavierungen erreichen konnte. Der lockere, abstrakte Umgang mit dem schroffen Ufer im Vordergrund lenkt die Aufmerksamkeit auf die reine Schönheit der Pinselstriche. Homer beschwor mit seiner Nass-in-Nass-Technik die Wirkung von Land, Meer und Himmel, die durch einen Schleier aus Regen dargestellt wird – Grenzen verlaufen ... Wie Henry David Thoreau war auch Winslow Homer (1836-1910) ein Prediger des einfachen Lebens. mt
28./29. März: Kopfreisen sind voll im Trend
Neuerdings braucht man, um die Bedeutung mancher Worte zu erfragen, nicht einmal mehr auf den guten, alten Duden zurückzugreifen. „Lagerkoller“ dürfte nämlich für so manchen Zeitgenossen langsam zum Alltag geworden sein. Man fühlt sich gefangen – schlimmer noch als in den vier Wänden, in den eigenen Gedanken. Doch dem muss keinesfalls so sein – schließlich gibt es eine Reisebranche, die allen Corona-Virus bedingten Flugstreichungen, Grenzschließungen und Ausgehverboten zum Trotz noch immer zum Schweifen in die Ferne einlädt: Bücher und Filme warten nur auf ihre Passagiere.
Ob mit Jonathan Swift Original-Romanen oder in Begleitung von Jack Black in Rob Lettermans „Gulliver’s Travels“. Nicht nur geht es so auf spannende Kopfreise, wenn man sich vorstellt, dass die kleinen Liliputaner auf dem Bild unsere negativen Gedanken sind, weiß man auch schon genau, wie man sie los wird: einfach ausbrechen! (vac)
27. März: Was für Weibsbilder!
Schillernd und farbenreich, mal auf ganz besondere Art politisch, mal abstrahierend: So manche Ausstellung wie auch die Schau „Fantastische Frauen“ in Frankfurt am Main wird leider nicht in dem Umfang zu sehen sein, wie ihr das eigentlich zu wünschen gewesen wäre. Dieses Selbstporträt von Frida Kahlo ist eines der zentralen Ausstellungsstücke in diesem Rundgang der Kunsthalle Schirn über Künstlerinnen des Surrealismus – oder wie die Kuratoren schreiben: „Keine andere künstlerische Bewegung hatte so viele weibliche Protagonistinnen wie der Surrealismus. Und in keiner anderen leisteten die weiblichen Mitglieder einen so wesentlichen Beitrag. Dennoch sind die meisten von ihnen heute noch immer unbekannt.“
Und genau das macht diese Bilder, Darstellungen und kreativen Ideen auch so reizvoll. Zum Glück lädt die Schirn dazu ein, diese Werke auf andere Art zu entdecken: als Digitorial – sprich digitaler Lerninhalt – der auch Frida Kahlos Kunst erklärt. (dco)
26.März: confinement et isolement
Ce qui ressemble à première vue à une toile contemporaine est d’une actualité brûlante. Le confinement à l’échelle planétaire toucherait selon certains chiffres 1,7 milliard de personnes. Comme cet unique client d’un hôtel de Bangkok. Ce cliché de Mladen Antonov mérite de s’y attarder quelques instants.
Dans le flot incessant d’images troublantes, le photographe réussit à capter l’abstrait. Histoire peut-être d’arrêter le temps, la marche du temps pour un bref moment de répit. Hors contexte, cette «belle image» pourrait prendre une signification autre et toutes les libertés d’interprétations seraient permises. Une subtile manière d’échapper à la dure réalité.
Cette liberté est rapidement mise à mal avec la légende accompagnant la photo en question prise lundi soir: «guest sitting in the only occupied room of a hotel in central Bangkok, after Thailand introduced strict measures to limit the spread of the Covid-19 coronavirus». Un rappel à l’ordre aussi pour tous ceux qui refusent l’isolement du confinement plus que jamais vital aujourd’hui. (thi)
25. März: Die Leinwand auf der Mauer
Wenn die Galerien und Museen schon schließen müssen, dann darf eine Kunstform jetzt wenigstens im öffentlichen Raum wie hier in Berlin ein Lächeln auf die Lippen zaubern: der Graffiti-Künstler Eme Freethinker hat sich die bekannte Gollum-Darstellung aus Peter Jacksons Tolkien-Interpretationen um den „einen und mächtigen“ Ring geschnappt. Doch dieser „Schatz“ ist wohl eher ein zeitgenössisches Statement zum Einkaufsverhalten in der Corona-Krise.
Die Streetart-Künstler machen überall rund um den Globus weiter – und sorgen für bunte Abwechslung im grauen Homeoffice–Kinderbetreuungs-Alltag. Und wer beim Blick aus dem Fenster eben kein solches Bild sehen kann, kann sich an den Hashtags #graffiti, #streetart, #urbanart und #mural ja mal auf Instagram umschauen. Es lohnt! (dco)
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