Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Hilfspaket für den Kultursektor
Kultur 2 Min. 27.05.2020

Hilfspaket für den Kultursektor

Ministerin Sam Tanson kündigte das Maßnahmenpaket an.

Hilfspaket für den Kultursektor

Ministerin Sam Tanson kündigte das Maßnahmenpaket an.
Foto: Daniel Conrad
Kultur 2 Min. 27.05.2020

Hilfspaket für den Kultursektor

Marc THILL
Marc THILL
Eine in drei Aspekte geteilte Pressekonferenz: Hilfsmaßnahmen für den kulturellen Sektor, Erklärungen über die Nachnominierung von Claude Conter zum neuen Direktor der Nationalbibliothek und das neue Programm der Philharmonie.

In der Salle de Concert Grande-Duchesse Joséphine Charlotte, dem Kammermusiksaal der Philharmonie, informierte Kulturministerin Sam Tanson kurz vor Mittag über die Hilfsmaßnahmen, die dem Kultursektor zugute kommen sollen, um ihn am Leben zu halten. 


Shutterstock Vorhang Theater
Stillstand in der Kultur: Schauspieler auf Pausentaste
Wie Luxemburger Bühnenkünstler die Quarantäne verbracht haben: Ängste um die Zukunft und fehlende Wertschätzung.

Sie stellte den Kulturschaffenden fünf weitere Millionen Euro für die nächste Monate in Aussicht. Bisher sind  bereits 1,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden, fünf Millionen kommen nun zusätzlich hinzu. Davon werden laut Ministerin 1,5 Millionen auf die konventionierten Kulturhäuser und Kulturorganisationen entfallen. 

Diese Direkthilfen und weitere Maßnahmen sollen den Sektior nachhaltig stärken und die Einbußen während der Krise abfedern. 

  • Neue Kompositionsaufträge sollen der Musikszene helfen. 
  • Der Staat will ferner sein Budget für den Erwerb von Kunstwerken erhöhen.  
  • Auch für die Galerien stellte die Ministerin Hilfe in Aussicht.
  • An Theaterhäuser und Stückeschreiber gehen zusätzliche öffentliche Aufträge in Höhe von 100.000 Euro.
  • Um die Bühnenkunst zu beleben, wurde der Auftrag an den Sektor der Theater und Schauspieler erteilt, neue Konzepte in Einklang mit den Sicherheitsbestimmungen auszuarbeiten, für die es in dem Fall auch Beihilfen in Höhe von 100.000 Euro in Form von Stipendien geben wird.  
  • Mit einer Million Euro werden derweil die regionalen Museen unterstützt - aber auch hier sind die Hilfe an neue Konzepte gebunden. 
  • Touristischen Einrichtungen kultureller Natur, wie archäologische Ausgrabungsstätten und das bauliche Kulturerbe, werden ebenso Hilfen in Höhe von einer Million Euro in Aussicht gestellt - zum Beispiel, um diese Stätten attraktiver zu gestalten.

Die Sicherheitsvorkehrungen für kulturelle Veranstaltungen würden alle zwei bis drei Wochen analysiert, wobei es zu zusätzlichen Lockerungen, aber auch zu neuen Verschärfungen kommen könne. Die Ministerin hofft auf einen kreativen Umgang mit den Bestimmungen. Maskenpflicht gelte nur beim Rein- und Rausgehen der Zuschauer. Alle Kulturhäuser dürfen ab dem 29. Mai öffnen - thater, Kinos, Kulturzentren.

Nationalbibliothek: Conter wurde gefragt

In einen zweiten Teil der Pressekonferenz äußerte sich die Ministerin über die nachträgliche Ernennung von Claude Conter zum neuen Direktor der Nationalbibliothek. Er habe eine ausgezeichnete Arbeit in seinem Haus, dem nationalen Literaturzentrum in Mersch, geleistet, das er eigentlich nicht habe verlassen wollen. Er habe deshalb nicht kandidiert, sei aber nun darum gebeten worden, die Stelle auch ohne Kandidatur einzunehmen, nachdem vergangene Woche Joanne Goebbels, die zurückbehaltene Kandidatin, ihren Rückzug eingereicht habe. Die Ministerin sagte, es tue ihr Leid, wie die Kandidatin in der Öffentlichkeit dargestellt worden sei. Conter habe nach einem längeren Gespräch mit der Ministerin zugesagt.


"In Luxemburg wird sehr viel geschrieben" - Claude D. Conter blickt positiv auf die Entwicklung der Luxemburger Literaturszene.
Überraschende Wende: Claude Conter neuer Direktor der Nationalbibliothek
Paukenschlag im Streit um die Nominierung des neuen Direktors der Nationalbibliothek. Claude Conter übernimmt nun das Steuerruder anstelle von Joanne Goebbels.

Der sagte im Laufe der Pressekonferenz, es wäre für ihn erfüllend, wenn sein alter Posten  im nationalen Literaturzentrum auch intern vergeben werden könne, aber es sei die Entscheidung der Kulturministerin, ob eine direkte Nominierung oder eine Ausschreibung stattfinden werde.

Der neue Direktor kenne die Nationalbibliothek gut, da er mit ihr regelmäßig zusammengearbeitet habe, er wolle sein Amt mit viel Mut angehen. Die Digitalisierung der Dokumente sei für ihn ein großes Anliegen.  

Programmvorstellung der Philharmonie

Ein letzter Punkt dieser Pressekonferenz war die Vorstellung einiger Eckpunkte des Programmes der Philharmonie für die kommende Spielsaison von ihrem Generaldirektor Stephan Gehmacher.

Das Programm werde veröffentlicht und verschickt. Bis Ende August werde dann sichtbarer sein, was gehe und was nicht. Daraufhin werde geschaut, was noch angepasst werden müsse, so Gehmacher. Klar sei, dass vorerst die Zahl der Zuschauer bei Konzerten geringer ausfallen werde.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Mit "Neistart Lëtzebuerg" die Wirtschaft ankurbeln
Nach dem über zehn Milliarden Euro umfassenden Rettungspaket der letzten Wochen kündigt Finanzminister Pierre Gramegna zusätzliche Hilfen in Höhe von bis zu 800 Millionen Euro an. Die Regelung zur Kurzarbeit soll bis Jahresende gelten.
Lokales, Baustellen offen nach Krise, Corona, Covis-19, Foto: Lex Kleren/Luxemburger Wort
Arbeitsmarkt: Corona-Flaute
Auf Anfrage der CSV-Fraktion wurde im Parlament über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeitslosigkeit in Luxemburg debattiert.
IPO , Adem , Arbeitslosenzahlen , Arbeitsamt , Konjunktur , Foto: Guy Jallay/Luxemburger Wort