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Goldener Bär geht in den Iran - Hohe Auszeichnung für Paula Beer
Kultur 2 Min. 01.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Goldener Bär geht in den Iran - Hohe Auszeichnung für Paula Beer

Baran Rasoulof (r.) mit einem Bild ihres Vaters, des iranischen Regisseurs Mohammad Rasoulof, der seinen Preis wegen eines Ausreiseverbots nicht persönlich entgegennehmen konnte.

Goldener Bär geht in den Iran - Hohe Auszeichnung für Paula Beer

Baran Rasoulof (r.) mit einem Bild ihres Vaters, des iranischen Regisseurs Mohammad Rasoulof, der seinen Preis wegen eines Ausreiseverbots nicht persönlich entgegennehmen konnte.
Foto: AFP
Kultur 2 Min. 01.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Goldener Bär geht in den Iran - Hohe Auszeichnung für Paula Beer

Die Berlinale ehrt eine Geschichte aus dem Iran als besten Film - und verleiht auch der deutschen Schauspielerin Paula Beer einen Bären. Die nutzt die Gelegenheit für eine liebevolle Erklärung.

(dpa) - Zum dritten Mal geht der Goldene Bär der Berlinale an den Film eines iranischen Regisseurs. Das Episodendrama „Es gibt kein Böses“ des Iraners Mohammed Rassulof wurde am Samstagabend in Berlin mit dem Hauptpreis der Internationalen Filmfestspiele ausgezeichnet. Rassulof erzählt darin vier Geschichten, die sich mit der Todesstrafe im Land beschäftigen. Der Regisseur durfte allerdings nicht aus seiner Heimat ausreisen, weswegen seine Tochter und das Filmteam die Ehrung in Berlin entgegennahmen.


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Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den wichtigsten Filmfestivals der Welt. „Es gibt kein Böses“ ist eine deutsch-tschechisch-iranische Koproduktion. 2011 hatte „Nader und Simin – Eine Trennung“ des Iraners Asghar Farhadi den Goldenen Bären gewonnen, 2015 „Taxi Teheran“ von Jafar Panahi.

Paula Beer lobt Franz Rogowski

Die deutsche Schauspielerin Paula Beer wurde als beste Darstellerin geehrt - sie bekam den Silbernen Bären für ihre Rolle in Christian Petzolds Liebesfilm „Undine“. „Vielen, vielen Dank“, sagte die 25-Jährige bei der Preisverleihung. Sie freue sich wahnsinnig. Man könne aber nur so gut sein wie sein Gegenüber - ihr Kollege Franz Rogowski sei der „wunderbarste Spielmann“, den man sich wünschen könne. In Petzolds Film spielen die beiden ein Liebespaar.

Paula Beer mit ihrem Silbernen Bären.
Paula Beer mit ihrem Silbernen Bären.
Foto: AFP

Bester Darsteller wurde der Italiener Elio Germano, der im Künstlerdrama „Hidden Away“ („Volevo nascondermi“) einen Maler spielt, der lange als Ausgestoßener lebte. Der Große Preis der Jury - die zweitwichtigste Ehrung des Festivals - ging an das Coming-of-Age-Drama „Never Rarely Sometimes Always“: US-Regisseurin Eliza Hittman erzählt darin von einer 17-Jährigen, die ungewollt schwanger ist. Der Südkoreaner Hong Sangsoo gewann den Silbernen Bären für die beste Regie: In seinem Film „Die Frau, die rannte“ unternimmt eine Frau erstmals wieder etwas ohne ihren Mann. Die italienischen Brüder Fabio und Damiano D’Innocenzo erhielten den Silbernen Bären für das Drehbuch zum Drama „Bad Tales“ („Favolacce“).


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Ausgezeichnet wurde auch der deutsche Kameramann Jürgen Jürges, der schon mit Größen wie Wim Wenders und Rainer Werner Fassbinder drehte. Er erhielt nun den Silbernen Bären für eine „herausragende künstlerische Leistung“ für seine Arbeit an „DAU. Natasha“. Der Experimentalfilm ist Teil eines großangelegten Kunstprojekts.

340 Filme

In diesem Jahr leiteten erstmals die Niederländerin Mariette Rissenbeek und der Italiener Carlo Chatrian die Festspiele. Der Gewinner „Es gibt kein Böses“ sei ein sehr politischer, aber auch ein sehr poetischer und existenzieller Film, sagte Chatrian der Deutschen Presse-Agentur. Rund 340 Filme liefen bei der diesjährigen Berlinale, die am Sonntag mit einem Publikumstag zu Ende gehen sollte. Nach Meinung von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bewies sich die Berlinale in diesem Jahr wieder als politisches Festival.

Ein Sonderpreis anlässlich der 70. Berlinale ging an die französische Komödie „Delete History“ von Benoît Delépine und Gustave Kervern. Nicht mehr vergeben wurde dafür der Alfred-Bauer-Preis. Hintergrund sind Recherchen zur Vergangenheit des ersten Festivalleiters Alfred Bauer, der nach einem Bericht der „Zeit“ ein „hochrangiger Funktionär der NS-Filmbürokratie“ gewesen sein soll. Das Festival lässt dessen Vergangenheit nun aufarbeiten.


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