Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Golden Globes: „Green Book“ und „Bohemian Rhapsody“ räumen ab
Kultur 10 3 Min. 07.01.2019

Golden Globes: „Green Book“ und „Bohemian Rhapsody“ räumen ab

Kultur 10 3 Min. 07.01.2019

Golden Globes: „Green Book“ und „Bohemian Rhapsody“ räumen ab

Den Top-Globe als bestes Filmdrama gewinnt „Bohemian Rhapsody“ über Queen-Frontmann Freddie Mercury. „Green Book“ thematisiert Rassismus in den USA - und holt gleich drei Trophäen.

(dpa) - Der Golden Globe für das beste Drama geht in diesem Jahr an den Film „Bohemian Rhapsody“ über Queen-Frontmann Freddie Mercury. Das gab der Verband der Auslandspresse in der Nacht zum Montag in Beverly Hills bekannt. Insgesamt gewann das Werk von Bryan Singer zwei Trophäen: Hauptdarsteller Rami Malek (37) holte auch die begehrte Auszeichnung als bester Schauspieler in einem Filmdrama. In der Kategorie Beste Komödie/Musical gewann Peter Farrellys „Green Book“, über Rassismus in den USA in den 1960er Jahren, den Hauptpreis. Die deutschen Nominierten gingen dagegen leer aus.

Bei der Verleihung gab es noch weitere Preise für „Green Book“: Als bester Nebendarsteller gewann Mahershala Ali seine erste Golden-Globe-Trophäe. In der Filmbiografie spielt er einen schwarzen Jazz-Pianisten, der in den 1960er Jahren mit seinem weißen Chauffeur (gespielt von Viggo Mortensen) durch die US-Südstaaten reist. Auch die Auszeichnung für das beste Drehbuch ging an „Green Book“.

Die 71-jährige Hollywoodlegende Glenn Close freute sich über die Auszeichnung als beste Schauspielerin in einem Drama. Sie holte ihren dritten Golden Globe für ihren Part in „The Wife“. Ihre britische Kollegin Olivia Colman nahm eine Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin in der Sparte Komödie/Musical mit nach Hause. Sie spielt in der Tragikomödie „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ von Yorgos Lanthimos die britische Queen Anne im frühen 18. Jahrhundert.


Best Actress in a Motion Picture � Drama for "A Star is Born" nominee Lady Gaga arrives for the 76th annual Golden Globe Awards on January 6, 2019, at the Beverly Hilton hotel in Beverly Hills, California. (Photo by VALERIE MACON / AFP)
Total Gaga
Lady Gaga stahl bei den Golden-Globe-Awards allen die Show - und das bereits auf dem roten Teppich. Auch Julia Roberts und Judy Greer sorgten für Aufsehen beim Schaulaufen vor den Fotografen.

Auch bei den Männern gewann ein Brite: Christian Bale wurde für seine Rolle als ehemaliger US-Vizepräsident Dick Cheney in der Politsatire „Vice“ mit dem Globe als bester Hauptdarsteller in einer Komödie geehrt.

Die amerikanische Sängerin und Schauspielerin Lady Gaga (32) wiederum konnte über einen Golden Globe für den besten Filmsong jubeln. Der Verband der Auslandspresse würdigte das Lied „Shallow“ aus dem Musikdrama „A Star Is Born“. Lady Gaga teilt sich den Preis mit Mark Ronson, Anthony Rossomando und Andrew Wyatt.

Als bester Regisseur gewann der Mexikaner Alfonso Cuarón für das Schwarz-Weiß-Drama „Roma“. Er holte mit dem Werk über das Leben von Haushälterinnen im Mexiko der 70er Jahre auch den Preis in der Sparte „bester nicht-englischsprachiger Film“.

Die Krimiserie „The Assassination of Gianni Versace“ um den Mord am italienischen Modedesigner zählt zu den großen Gewinnern der diesjährigen Golden Globes. Die Macher holten am Sonntag (Ortszeit) die Trophäe in der Kategorie als beste Mini-Serie. Außerdem gewann Darren Criss einen Golden Globe, der in der Serie den Mörder Andrew Cunanan spielt. Cunanan hatte Versace 1997 in Miami ermordet.

Regisseur Ryan Murphy erinnerte in seiner Dankesrede daran, dass Homophobie - Versace war homosexuell - bis heute ein Problem sei. „Unsere Serie dreht sich um eine bestimmte Zeit, aber diese Kräfte sind nicht historisch. Sie sind hier, sie sind unter uns und wir müssen Widerstand leisten.“ Künstler im Filmgeschäft müssten diejenigen vertreten, die noch nicht ausreichend vertreten seien.

Die seit 1944 vergebenen Golden Globe Awards sind die wichtigsten Filmpreise nach den Oscars. Über die Gewinner entscheidet eine Gruppe von knapp 100 internationalen Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Zum 100. von Artur Brauner: Kino gegen das Vergessen
Seine Filme tragen Titel wie "Hitlerjunge Salomon" und "Babij Jar", aber auch "Erotik auf der Schulbank". Der Filmproduzent Artur Brauner brachte verschiedenste Stoffe auf Leinwand und Mattscheibe. Jetzt wird er 100.
Artur Brauner im Jüdischen Museum, dem er aus seinem umfangreichen Werk eine Filmsammlung aus 21 Filmen zu den Themen Holocaust und Nationalsozialismus gespendet hat.