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Französischer Philosoph André Glucksmann tot
Kultur 10.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Der Kritiker des Totalitarismus

Französischer Philosoph André Glucksmann tot

Glucksmann galt als Vertreter der so genannten "Neuen Philosophen".
Der Kritiker des Totalitarismus

Französischer Philosoph André Glucksmann tot

Glucksmann galt als Vertreter der so genannten "Neuen Philosophen".
FOTO: AFP
Kultur 10.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Der Kritiker des Totalitarismus

Französischer Philosoph André Glucksmann tot

Der französische Philosoph André Glucksmann ist in der Nacht zum Dienstag im Alter von 78 Jahren verstorben.

(mt) - Der französische Philosoph André Glucksmann ist in der Nacht zum Dienstag im Alter von 78 Jahren verstorben. Glucksmann galt als Vertreter der so genannten "Neuen Philosophen" und entwickelte in der Auseinandersetzung mit dem zunächst auch von ihm vertretenen Marxismus eine grundlegende Kritik des Totalitarismus.

In seinen Werken, u. a. "Philosophie der Abschreckung" (1983), "Die Macht der Dummheit" (1985), "Die cartesanische Revolution" (1987), steht die Verantwortung des Philosophen für die Folgen seines Denkens im Mittelpunkt. Weitere bekannte Werke von ihm sind "La Troisième mort de Dieu" (2000) und "Le discours de la haine" (2004, dt. "Hass. Die Rückkehr einer elementaren Gewalt", 2005).

2014 erschien sein letztes Buch "Voltaire contre-attaque". Glucksmann beschäftigte sich darin mit Voltaires Candide (1759) und dem Geist der Aufklärung. Darin setzte er dem reaktionären Nationalismus, der in Frankreich insbesondere durch die Schmähschrift des Journalisten Eric Zemmour, "Le suicide français", aufblühte, einen weltoffenen Kosmopolitismus entgegen. Der Tageszeitung "Le Monde" sagte Glucksmann damals: "Selbstmörderisch ist das sich Einschließen."

In einem Tweet würdigte sein Sohn Raphaël Glucksmann, ebenfalls Philosoph, den verstorbenen Vater als sein erster Freund.

Auch Frankreichs Staatspräsident François Hollande hat den Philosophen André Glucksmann als Verteidiger der Unterdrückten gewürdigt. Er habe sich immer für das Leiden der Völker eingesetzt, teilte Hollande über Twitter mit. Er habe vor der Fatalität der Kriege nicht resigniert, schrieb der Staatschef in seiner Würdigung weiter.