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Fortsetzung von „Clockwork Orange“ in Nachlass entdeckt
Kultur 1 25.04.2019 Aus unserem online-Archiv

Fortsetzung von „Clockwork Orange“ in Nachlass entdeckt

Der Schriftsteller und Komponist Anthony Burgess verstarb 1993.

Fortsetzung von „Clockwork Orange“ in Nachlass entdeckt

Der Schriftsteller und Komponist Anthony Burgess verstarb 1993.
Foto: LW Archiv
Kultur 1 25.04.2019 Aus unserem online-Archiv

Fortsetzung von „Clockwork Orange“ in Nachlass entdeckt

Die "bedeutende philosophische Abhandlung" wurde 26 Jahre nach dem Tod des Autors Anthony Burgess entdeckt.

(dpa/SC) - Forscher in Manchester haben eine unveröffentlichte Fortsetzung des Buchklassikers „A Clockwork Orange“ (1962; dt. Uhrwerk Orange) im Nachlass des britischen Autors Anthony Burgess gefunden. Das 200 Seiten lange Manuskript mit dem Arbeitstitel „The Clockwork Condition“ (etwa „Das Wesen des Uhrwerks“) sei in den Jahren 1972 und 1973 geschrieben worden, berichteten britische Medien am Donnerstag. Es handele sich um ein unfertiges Manuskript.


A portrait of Victor Hugo is seen at the entrance of the Hauteville house on April 5, 2019 during a press visit in Saint Peter Port, the capital of Guernsey island. - The Hauteville house was the residence of French writer Victor Hugo during his exile in Guernsey and also a work of art by its layout and decor, designed by Victor Hugo himself. (Photo by Lionel BONAVENTURE / AFP)
Wiedereröffnung des Exil-Hauses von Victor Hugo
Für Victor Hugo war Architektur ein in „Stein geschriebener Gedanke“. Aus seinem Haus auf Guernsey hat er ein Gesamtkunstwerk geschaffen. Nun wurde es renoviert.

Im Jahr 1971 hatte Stanley Kubrick „A Clockwork Orange“ unter demselben Titel verfilmt. Darin geht es um Alex (gespielt von Malcolm McDowell), den Anführer einer Gang gewalttätiger Jugendlicher. Nach seiner Festnahme soll er vom Staat mittels Gehirnwäsche zu einem friedlichen Bürger umerzogen werden. Wegen seiner Gewaltszenen war der Film höchst umstritten. Vielerorts wurde er zensiert, in Großbritannien sogar über Jahrzehnte verboten.

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Bei der nun entdeckten Fortsetzung handelt es sich laut dem Literaturprofessor Andrew Biswell aber nicht um einen Roman, sondern um eine „bedeutende philosophische Abhandlung über die gegenwärtige Natur des Menschen“. Den Medienberichten zufolge beschäftigt sich das Werk zudem mit der Empörung über Kubricks Verfilmung seines Romans, ist in Teilen aber auch eine Autobiografie.

In dem Manuskript legt Burgess unter anderem auch die Herkunft des ungewöhnlichen Titels "A Clockwork Orange" offen. Es basiere auf einem umgangssprachlichen Spruch, den er einen 80-jährigen Londoner einmal in einem Pub sagen hörte. "Während fast 20 Jahren wollte ich es schon als Titel für etwas benutzen", so Burgess in seinem Manuskript. 

Das Manuskript habe sich zunächst im Haus des Autors im italienischen Bracciano, nordwestlich von Rom, befunden. Nach dem Tod von Burgess 1993 sei das Haus verkauft und sein Archiv nach Manchester überführt worden, wo Biswell das Manuskript nun entdeckte.


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