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Filmpreise: Erster Oscar für Leonardo DiCaprio
Lange hatte er auf diesen Moment gewartet: Leonardo DiCaprio mit seinem ersten Oscar.

Filmpreise: Erster Oscar für Leonardo DiCaprio

AFP
Lange hatte er auf diesen Moment gewartet: Leonardo DiCaprio mit seinem ersten Oscar.
Kultur 11 2 4 Min. 29.02.2016

Filmpreise: Erster Oscar für Leonardo DiCaprio

Kerstin SMIRR
Lange musste Leonardo DiCaprio auf diese Auszeichnung warten. In diesem Jahr konnte er einen Oscar für seine Rolle in „The Revenant - Der Rückkehrer“ als bester Hauptdarsteller entgegennehmen. Der Luxemburger Anwärter Jerry Franck ging leer aus.

(dpa) - Der Missbrauchthriller „Spotlight“, das Rachedrama „The Revenant - Der Rückkehrer“ mit Leonardo DiCaprio und das Actionspektakel „Mad Max: Fury Road“ sind die großen Gewinner der Oscar-Verleihung.

„Spotlight“ wurde von der US-Filmakademie zum besten Film des Jahres gewählt und erhielt außerdem die Trophäe für das beste Original-Drehbuch. Der Film erzählt die wahre Geschichte der Aufdeckung eines Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche durch das Reporterteam des "Boston Globe".

Mit dem bildgewaltigen Abenteuerepos „The Revenant“ konnte sich Hollywoodstar Leonardo DiCaprio (endlich) als Hauptdarsteller den ersten Oscar seiner Karriere sichern. Der Mexikaner Alejandro González Iñárritu wurde zum zweiten Mal in Folge als bester Regisseur ausgezeichnet. Bereits im vergangen Jahr erhielt der Regisseur den begehrten Preis für seinen Film "Birdman".  Außerdem gab es den dritten Oscar hintereinander für den mexikanischen Kameramann Emmanuel Lubezki.

Der Luxemburger Jerry Franck und seine Frau Courtney Marsh waren in der Kategorie beste Kurzdokumentation nominiert. "Chau, beyond the Lines", der die Geschichte eines behinderten vietnamesischen Jungens erzählt, erhielt den Oscar letztlich aber nicht. Die Auszeichnung ging an "A Girl in the River: The Price of Forgiveness", ein Film über religiös motivierte Gewalt in Pakistan gegenüber Mädchen und Frauen.

Der Trailer zu "Chau, beyond the Lines":

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Sechs Oscars für "Mad Max"

„Mad Max“ räumte zwar die meisten Oscars in diesem Jahr ab, allerdings keinen in den Königskategorien. Sechs Trophäen gewann der rasante Film: für das Kostüm- und das Produktionsdesign, für den Film- und den Tonschnitt, die Tonmischung sowie Make-up/Frisurenstyling.

Bei den Hauptdarsteller-Preisen setzten sich die Favoriten durch: neben DiCaprio die 26-jährige Brie Larson. Sie wurde für ihre Darstellung einer aufopferungsvoll kämpfenden Mutter in dem Entführungsdrama „Room“ („Raum“) geehrt.

Mit den Auszeichnungen für die besten Nebendarsteller überraschte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences Arts hingegen das Publikum: Die Schwedin Alicia Vikander und der britisch-amerikanische Schauspieler Mark Rylance bekamen ihre ersten Oscars. Die 27-jährige Vikander erhielt die Auszeichnung für ihre Rolle in dem Transsexuellendrama „The Danish Girl“. Rylance wurde für sein Spiel in dem Steven-Spielberg-Film „Bridge of Spies - Der Unterhändler“ ausgezeichnet.

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Musik-Oscar für Ennio Marricone

Die beiden Drehbuch-Oscars gingen an den Missbrauchsthriller „Spotlight“ (Originaldrehbuch) sowie den Finanzthriller „The Big Short“ für das beste adaptierte Drehbuch. Die Pixar-Produktion „Alles steht Kopf“ wurde als bester Animationsfilm ausgezeichnet, der Film „Ex Machina“ für die besten Spezialeffekte. Den besten Filmsong lieferten Jimmy Napes und Sam Smith mit „Writing's On The Wall“ für den James-Bond-Film „Spectre“ ab. Der 87-jährige Ennio Morricone erhielt für seine Kompositionen zum Quentin-Tarantino-Western „Hateful 8“ seinen ersten Musik-Oscar.

Der Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film ging an die ungarische Produktion „Son of Saul“. Der bemerkenswerte Film von László Nemes (39) erzählt vom Horror im Konzentrationslager Auschwitz. Die Kamera ist immer nah dran an dem Juden Saul, der durch das Nazi-Vernichtungslager hetzt. „Son of Saul“ ist der Debütfilm von Nemes, der einst Assistent bei Regielegende Béla Tarr war. Das Werk gewann bereits den Golden Globe als bester nicht-englischsprachiger Film.

Chris Rock geht auf Diskriminierungsdebatte ein

Den größten Gesprächsstoff lieferte der schwarze Moderator Chris Rock. Die Awards seien auch als die „Preise der Weißen“ bekannt, sagte der 51-Jährige - gekleidet in einem weißen Anzug. Bereits zuvor hatte es Kontroversen gegeben, weil in den wichtigsten Kategorien keine Afroamerikaner nominiert sind. Im Internet lief die Debatte unter dem Hashtag #OscarsSoWhite.

„Warum protestieren wir aber? Warum bei diesen Oscars?“ Diese ganze „keine Schwarzen“-Sache habe es schon mehr als 70 Mal gegeben. „Da gab es aber keine Prosteste“, sagte Rock mit Verweis auf die 50er und 60er Jahre. „Wir waren damit beschäftigt, vergewaltigt und gelyncht zu werden. Wenn deine Großmutter an einem Baum hängt“, dann sei einem egal, was die beste Dokumentation sei.


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