Filmpräis 2018: And The Winner Is... "Gutland"
Ja, der „Filmpräis 2018“ wurde eine sehr politisch gefärbte Zeremonie. Einen triftigen Grund dafür gibt es. Die Filmbranche, nicht nur einige Produzenten und Regisseure, sondern ein gesamter Industriesektor, fühlt sich nämlich von der Politik im Stich gelassen. Sie wird jährlich mit 34 Millionen Euro durch den Staat subventioniert - doch der Topf, aus dem der Filmfond schöpft, leert sich mittlerweile vor Jahresende, da immer mehr Produktionsgesellschaften Filmprojekte einreichen. Die Branche erhofft sich deshalb eine Aufstockung der Beihilfen, nur lässt sich die Politik nicht auf entsprechende Forderungen ein.
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Und auch am Samstagabend bei der offiziellen Zeremonie der Verleihung des "Lëtzebuerger Filmpräis" gab es keine konkrete Antwort: Der für die Filmindustrie zuständige Minister, Premierminister Xavier Bettel, kündigte lediglich an, "man müsse an einigen Schrauben drehen" - konkreter wurde er nicht.
Für die Filmschaffenden kam natürlich der alle zwei Jahre zu vergebene Preis der Filmakademie wie gerufen, um Sorgen, Ängste und Befürchtungen unter einen Lichtkegel und vor ein Mikrofon zu tragen. Denn in den blauen Plüschsesseln des „Grand Théâtre“ saß an diesem Abend die ebenso blaue Kulturpolitik, Premier-, Kultur- und Medienminister Xavier Bettel, „e Mann mat ville Kaapen“, und auch der Staatsschef und seine Frau, Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa. Andere Regierungsmitglieder waren ebenfalls gekommen - u.a. Finanzminister Gramegna, Außenminister Jean Asselborn und Transportminister François Bausch.
Neun Trophäen wurden an die Besten der Branche verteilt, und mehr als je zuvor waren unter den Nominierungen Filme, die komplett in Luxemburg produziert worden sind. Durch die Show führten der Schriftsteller Guy Helminger und die Schauspieler Isaac Bush und Elisabet Johannesdottir. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von den Jazzmusikern Michel Reis und Pol Belardi zusammen mit ihrer Filmpräis-Band.
- Der Film „Gutland“ von Govinda Van Maele (Les Films Fauves) wurde zum Schluss der Veranstaltung mit dem "Filmpräis 2018" für den besten Luxemburger Film ausgezeichnet.
- Der erste Preis des Abends ging aber an den besten Luxemburger Spielfilm in Koproduktion. Großherzogin Maria Teresa und Paul Thiltges waren die Paten in dieser Kategorie und durften als Erste am Abend ausrufen: "Le gagnant est ... „Noces“ von Stephan Streker (Tarantula Luxembourg).
- Der Filmpräis für den besten Animationsfilm ging an „The Breadwinner“ von Nora Twomey, (Mélusine Productions), derweil Pol Cruchten mit seinem Steifen "La supplication" (Red Lion) den "Filmpräis" für den besten Dokumentarfilm holte.
- „Fils“ von Cyrus Neshvad (Cynefilms) wurde mit dem "Filmpräis" für den besten Kurzfilm ausgezeichnet.
- In der neugeschaffenen Kategorie TV-Produktionen und neue Medien gewann die Serie „Bad Banks“ von Christian Schwochow (Iris Productions) den "Filmpräis".
- Die Mannschaft Animation des Studios 352 wurde für den Film "The Breadwinner" mit dem Filmpräis für die beste künstlerische Leistung in einem Animationsfilm ausgezeichnet.
- Uli Simon (Kostüm) bekam den "Filmpräis" für die beste kreative Leistung in einem Langspielfilm. Ausgezeichnet wurde die Wahlluxemburgerin, die in Berlin aufgewachsen ist, für ihre Kostüme im Film "Egon Schiele".
- Für ihre Rolle der Lucy Loschetter im Film „Gutland“ bekam Vicky Krieps den "Filmpräis 2018" für die beste künstlerische Leistung.
Die Nominierungen im Überblick
