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Filmkritik: Wie schnell doch die Zeit vergeht
Kultur 1 2 Min. 14.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Filmkritik: Wie schnell doch die Zeit vergeht

Filmkritik: Wie schnell doch die Zeit vergeht

Foto: Hartbeat Productions
Kultur 1 2 Min. 14.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Filmkritik: Wie schnell doch die Zeit vergeht

Vesna ANDONOVIC
Vesna ANDONOVIC
Bei „Jumanji: The Next Level“ stellen sich vier Freunde erneut dem gefährlichen Spiel ... und müssen Babysitter für zwei Opas spielen.

Das Rezept einer erfolgreichen Filmreihe ist eigentlich ganz einfach: Man nehme altbekannte, schöne und bestenfalls sympathische Gesichter (damit der Zuschauer sich ohne jegliche Anstrengung wiederfindet), füge sie in ein unterhaltsam-buntes und abwechslungsreiches Umfeld (das Auge isst bekanntlich mit) und stelle vorab ein paar überraschende Wendungen in Aussicht (das weckt die Ü-Ei-Vorfreude) – und schon hat man einen Kassenknüller.


Die Ähnlichkeit mit James Bond ist rein äußerlich, denn Daniel Craig (l.) lässt als Privatermittler Benoit Blanc – hier mit Lieutenant Elliott (LaKeith Stanfield) und Trooper Wagner (Noah Segan, r.) – seineandere Paraderolle gänzlich vergessen.
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Und ein solcher wird auch „Jumanji: The Next Level“, der die Geschichte um das mysteriöse (Brett-)Spiel, inzwischen im Computerzeitalter auf einer Spielkonsole angekommen, weiterspinnt.

Nur knapp schafften es 2017 das geeky Weichei Spence (Alex Wolff), das oberflächliche Mäuschen Bethany (Madison Iseman), die intelligente Einzelgängerin Martha (Morgan Turner) und Sportskanone Fridge (Ser’Darius Blain) in „Jumanji: Welcome to the Jungle“, dem ersten erfolgreichen Relaunch des 1995er-Klassikers „Jumanji“, mit Robin Williams in einer der Hauptrollen, gemeinsam die Rätsel des Spiels zu lösen und das Zauberland Jumanji wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Inzwischen haben sich die Wege der vier Freunde getrennt und sie müssen als Studenten mit Erwachsenen-, sprich Beziehungsproblemen kämpfen. 


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Die Chemie stimmt 

Als die Ferien sie im beschaulichen Heimatstädtchen wiedervereinen, ist die Freude nur von kurzer Dauer, denn Spence hat das ominöse Spiel nicht zerstört, und so müssen sich die Freunde in Gestalt ihrer jeweiligen Avatare erneut den Herausforderungen Jumanjis stellen. Doch diesmal sind sie nicht alleine: Spences Großvater Eddie (Danny DeVito) und sein früherer Restaurantteilhaber Milo (Danny Glover) sind mit von der Partie – und das macht das Ganze noch komplizierter ...

Erneut übernimmt Regisseur Jake Kasdan, Jahrgang 1974 und Sohn von Laurence Kasdan, die Regie und muss sich bei diesem Job nicht einmal sonderlich anstrengen, sondern lässt einfach nur alle Beteiligten ihre Arbeit tun – und darf sich am Ende dafür verdient mit den Lorbeeren schmücken.


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Dass dennoch mehr als nur vermeintlich leichte Unterhaltung hinter dem Film steckt, offenbaren Details wie eine kleine musikalische Hommage an David Leans „Lawrence of Arabia“.

Das perfekt aufeinander abgestimmte Quartett – Dwayne Johnson, Kevin Hart, Karen Gillan und Jack Black – bekommt diesmal mit Altmeister Danny DeVito und Danny Glover frisches Blut in Gestalt einer Art Felix-und-Oscar-Duos aus „The Odd Couple“ zur Seite gestellt. Und auch zu sechst funktioniert die Chemie zwischen der bunt zusammengewürfelten Schauspielertruppe, denn während sie Bizeps und Neurone spielen lässt, werden auch die Lachmuskeln der Zuschauer kräftig beansprucht.

Letztlich sind es Johnson, Hart und Co. und das humorvolle Spiel mit Geschlechter- und Rollenklischees, die auch den zweiten Teil der Jumanji-Neuauflage kurzweilig und unterhaltsam machen – und dabei dennoch nicht die typisch amerikanische Moralpredigt vergessen, die mit „Richtige Freunde hat man fürs Leben“ und „Älterwerden ist gar nicht so schlimm“ doppelt ausfällt. Man darf also getrost so weit gehen, die eigene Oma als Wetteinsatz zu setzen, dass auf diesen zweiten, auch ein dritter Streich folgen wird: „Never change a winning team!“ halt eben...  


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