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Filmkritik: Tarantinos Rückkehr zu den Wurzeln
Kultur 1 17.08.2019

Filmkritik: Tarantinos Rückkehr zu den Wurzeln

Die Chemie stimmt zwischen Rick (Leonardo DiCaprio, r.) und Cliff (Brad Pitt).

Filmkritik: Tarantinos Rückkehr zu den Wurzeln

Die Chemie stimmt zwischen Rick (Leonardo DiCaprio, r.) und Cliff (Brad Pitt).
Foto: Sony Pictures
Kultur 1 17.08.2019

Filmkritik: Tarantinos Rückkehr zu den Wurzeln

Vesna ANDONOVIC
Vesna ANDONOVIC
„Once Upon a Time in Hollywood“ ist Tarantinos bislang ausgereiftestes Werk – und einfach ein toller Film

Ist es, weil er seit knapp einem Jahr ein glücklich verheirateter Mann ist? Oder liegt es an der Tatsache, dass die Jahre auch an Quentin Tarantino nicht spurlos vorbeiziehen? Tatsache ist: Der Kultregisseur von „Reservoir Dogs“ und „Kill Bill“ ist spürbar zahmer geworden. Doch keine Bange: Das ist eine gute Nachricht. Und eine schlechte gibt es diesmal nicht! 

Denn in „Once Upon a Time ...in Hollywood“ investiert der amerikanische Filmemacher seine kreativen Energien, die sich in seinen Werken zuweilen als regelrechte Gewaltorgie entladen, in die Geschichte – und findet so stärker zu den glorreichen Anfängen eines „Pulp Fiction“ wieder. 

 Tarantino nimmt sich einfach mehr Zeit, Figuren und Story aufzubauen und dabei an ihren kleinsten Details zu feilen, was sie letztlich auch für den Zuschauer fassbar macht. Genau deshalb wirken denn auch weder die Charaktere noch der Film an sich – beides dem enzyklopädischen Filmwissens des Regisseurs zum Trotz! – zu keinem Moment wie eine Stilübung. 

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Die zahllosen Referenzen kann man erkennen – und freut sich dann über Gemeinsamkeiten. Das braucht es aber nicht, um sich generell von „Once Upon a Time ... in Hollywood“ mitreißen zu lassen. 


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Förderlich dabei ist die hochkarätige Besetzung (drei Oscar-Preisträger und zwei -Nominierte!), allen voran das organisch aufeinander abgestimmte Duo Leonardo DiCaprio/Brad Pitt – als Filmstar Rick Dalton, dessen Karriere ihren Zenit überschritten hat, und sein Stuntdouble Cliff Booth, der das bunte Treiben Hollywoods aus agnostischer Ferne betrachtet.


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Diese Figuren ermöglichen es Tarantino, einerseits seinen von Selbstreflexion geprägten Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik zu werfen, andererseits gleichzeitig über deren Stärken (wie das Unmögliche wahr werden zu lassen) und Schwächen (Angebot und Nachfrage) zu sinnieren. 

Kurzweile in 161 Minuten

Dass der Film dies vor den Hintergrund der 1969er-Manson-Morde an u. a. Polanskis schwangerer Ehefrau Sharon Tate (Margot Robbie) setzt, schränkt ihn nicht ein, sondern ermöglicht dem Regisseur, sich gerade letzten Endes vom Zeitgeschehen zu lösen. 

Kurzweilige 161 Minuten, deren inhaltliche und formale Fülle sich eigentlich erst beim zweiten Sehen so richtig genießen lässt – und da noch interessanter ist.

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