Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Filmfestival mit Glamour und Kontroversen
Kultur 6 3 4 Min. 29.08.2019

Filmfestival mit Glamour und Kontroversen

„La vérité (The Truth)“ mit Catherine Deneuve und Juliette Binoche eröffnete am Mittwochabend die Filmfestspiele von Venedig.

Filmfestival mit Glamour und Kontroversen

„La vérité (The Truth)“ mit Catherine Deneuve und Juliette Binoche eröffnete am Mittwochabend die Filmfestspiele von Venedig.
Foto: L.Champoussin/3B/Bunbuku/MiMovies/FR3/dpa
Kultur 6 3 4 Min. 29.08.2019

Filmfestival mit Glamour und Kontroversen

Am Lido ist man offener als in Cannes: Die Filmfestspiele in Venedig sind am Mittwochabend mit vielen Stars und hartnäckigen Debatten über das Kino gestartet. Während es in Cannes einen Ausschluss gab, haben es am Lido zwei Netflix-Produktionen in den Wettbewerb geschafft.

(dpa) - Zumindest die Filmauswahl der diesjährigen Festspiele von Venedig verspricht alles, was ein spannendes Festival auszeichnet – hochkarätige Filme, viel Starglamour und mehr als eine Kontroverse. 

Denn bereits im Vorfeld wurden hitzige Diskussionen ausgelöst. Schließlich ist die Anzahl der Regisseurinnen im Wettbewerb dieser 76. Ausgabe erneut verschwindend gering und Streamingdienste wie Netflix sind prominent vertreten. Für besonderen Wirbel sorgte außerdem bereits, dass Roman Polanskis neuer Film zu sehen sein wird.

Catherine Deneuve und Juliette Binoche eröffnen 

Eröffnet hat das Filmfestival gestern Abend ein Familiendrama mit Catherine Deneuve und Juliette Binoche. Die beiden Schauspielerinnen sind neben dem US-Amerikaner Ethan Hawke in dem Film „La vérité (The Truth)“ von Koreeda Hirokazu zu sehen. 

Der japanische Regisseur erzählt darin von einer angespannten Mutter-Tochter-Beziehung und drehte dafür erstmals außerhalb seiner Heimat. Im vergangenen Jahr gewann Koreeda beim Filmfest Cannes die Goldene Palme für sein berührendes Werk „Shoplifters – Familienbande“.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

„The Truth“ ist einer von 21 Beiträgen, die im diesjährigen Wettbewerb um die Hauptpreise konkurrieren. Darunter sind „Ad Astra“, ein mit Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Liv Tyler und Donald Sutherland sehr stargespickter Science-Fiction-Thriller, sowie „Waiting for the Barbarians“ mit Johnny Depp und Robert Pattinson, der auf einer Buchvorlage des Südafrikaners J. M. Coetzee basiert und von Immigration und Rassismus handelt.  

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Joaquin Phoenix wiederum spielt in „Joker“ den legendären Schurken und Erzfeind von Batman und „The Laundromat“ ist der neue Film von Steven Soderbergh, der mit Meryl Streep und Gary Oldman ein Drama über die Veröffentlichung der Panama-Papiere drehte.

Luxemburger am Lido

Die starbesetzten Produktionen unterstreichen auch, wie wichtig das Filmfest für Hollywood geworden ist. Immerhin konnte sich Venedig als erste große Bühne für mögliche Oscarkandidaten etablieren – viele Filme, die in Vorjahren auf dem Lido waren. Am Lido sind zudem vier Luxemburger Produktionen vertreten. In der offiziellen Auswahl außerhalb des Wettbewerbs laufen mit dem Dokumentarfilm „Collective“ (Bernard Michaux) des Deutsch-Rumänen Alexander Nanau und dem Spielfilm „Les épouvantails“ (Jani Thiltges) des tunesischen Regisseurs Nouri Bouzid zwei Koproduktionen von Samsa Film. 


Monty Python's Life of Brian 
Year : 1979 UK
Director : Terry Jones
John Cleese, Graham Chapman.
It is forbidden to reproduce the photograph out of context of the promotion of the film. It must be credited to the Film Company and/or the photographer assigned by or authorized by/allowed on the set by the Film Company. Restricted to Editorial Use. Photo12 does not grant publicity rights of the persons represented.
Skandal mit Nachhall
Vor 40 Jahren feierte „Monty Python's Life of Brian“ Premiere: Der lange Weg vom analogen Shitstorm anno 1979 hin zur hochaktuellen Lektion für 2019.

„Cosmos Within Us“ von Tupac Martir und Benjamin Farry, eine vom Film Fund geförderte a_BAHN-Koproduktion mit Großbritannien, hat in der Virtual Reality-Sektion Chancen auf einen Preis. Zudem wird die VR-Installation „Sublimation“ von Karolina Markiewicz und Pascal Piron beim dritten „Biennale College Cinema – Virtual Reality“ gezeigt.

Netflix-Produktionen im Wettbewerb

Für viel Gesprächsstoff dürften in Venedig die Produktionen von Streamingdiensten sorgen. Während das Festival Cannes im Streit um Vertriebsrechte Werke von Streamingdiensten rigoros aus dem Wettbewerb ausschloss, ist Venedig in dieser Hinsicht offener. So haben es Steven Soderberghs Drama „The Laundromat“ mit Meryl Streep und Gary Oldman über die Panama-Papiere sowie Noah Baumbachs Scheidungsdrama „Marriage Story“ mit Scarlett Johansson und Adam Driver in das Rennen um den Goldenen Löwen geschafft.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Noch kontroverser wurde allerdings die Ankündigung aufgenommen, dass von den 21 Beiträgen im Wettbewerb gerade einmal zwei von Frauen stammen – die Quote ist damit weiterhin gering. Immerhin wird die Jury in diesem Jahr von der argentinischen Regisseurin Lucrecia Martel geführt, die damit die erst siebte Frau in dieser Position ist. Außerdem ist einer der Filme zugleich ein kleiner Erfolg für Deutschland: „The Perfect Candidate“ der Regisseurin Haifaa Al Mansour aus Saudi-Arabien ist eine deutsche Koproduktion.

Kontroverse um Polanski

Wahrscheinlich wird aber ein Mann all diese Debatten in den Hintergrund drängen: Roman Polanski. „J'accuse (An Officer and a Spy)“ ist das neue Werk des 86-Jährigen, das im Wettbewerb Premiere feiern wird. Die Oscarakademie hatte den Regisseur 2018 im Zuge der #MeToo-Bewegung ausgeschlossen; in seinem Fall geht es um sexuellen Missbrauch einer 13-Jährigen im Jahr 1977.

Ob Polanski nach Venedig kommt? Das ist noch unklar. Allein mit der Einladung löste Festivaldirektor Alberto Barbera eine Kontroverse aus, die während des Filmfests sicher noch einmal aufflammen wird.


Kultur,  Marco Lorenzini, Lust, foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
Warum Kunst die Lust braucht
Die neue Fokus-Reihe „Gefühlswelten” startet mit der Lust: Begehren trägt Genuss und Erwartung, aber auch Bedrohung und Sünde in sich. Wie sich Lust auf dem Gesicht von Marco Lorenzini lesen lässt.

Die internationale Jury wird die Preise, darunter mit dem Goldenen Löwen für den besten Film im Wettbewerb auch die höchste Auszeichnung des Festivals, am 7. September vergeben. Jury-Vorsitzende ist diesmal die argentinische Regisseurin Lucrecia Martel. 

Die Filmfestspiele in Venedig sind die ältesten der Welt. o Weltpremiere feierten, gewannen später Oscars, darunter „Roma“, „La La Land“ und „Shape of Water“.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

D'Woch am Kino
Diese Woche sorgen gleich drei Thriller für Nervenkitzel. Eine französische Komödie verbreitet gute Laute.
 „Angel Has Fallen“ von  Ric Roman Waugh.
Skandal mit Nachhall
Vor 40 Jahren feierte „Monty Python's Life of Brian“ Premiere: Der lange Weg vom analogen Shitstorm anno 1979 hin zur hochaktuellen Lektion für 2019.
Monty Python's Life of Brian 
Year : 1979 UK
Director : Terry Jones
John Cleese, Graham Chapman.
It is forbidden to reproduce the photograph out of context of the promotion of the film. It must be credited to the Film Company and/or the photographer assigned by or authorized by/allowed on the set by the Film Company. Restricted to Editorial Use. Photo12 does not grant publicity rights of the persons represented.
Warum Kunst die Lust braucht
Die neue Fokus-Reihe „Gefühlswelten” startet mit der Lust: Begehren trägt Genuss und Erwartung, aber auch Bedrohung und Sünde in sich. Wie sich Lust auf dem Gesicht von Marco Lorenzini lesen lässt.
Kultur,  Marco Lorenzini, Lust, foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
Fünf auf einen Schlag
Die diesjährigen Stipendiaten des Film Fund lassen sich vom Glamour der Croisette nicht blenden.
x
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.