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Festival Echternach 2015: „Es geht ums Überleben“
Kultur 4 Min. 07.04.2015

Festival Echternach 2015: „Es geht ums Überleben“

Nils Mönkemeyer

Festival Echternach 2015: „Es geht ums Überleben“

Nils Mönkemeyer
Kultur 4 Min. 07.04.2015

Festival Echternach 2015: „Es geht ums Überleben“

Für seinen 40. Geburtstag will das „Festival Echternach“ neue Wege einschlagen. In der Hoffnung, dass das Publikum diesem neuen Elan folgen wird und dass die öffentlichen Gelder weiterhin fließen werden.

Von Thierry Hick

Dass beim „Festival Echternach“ ein Wechsel kommen musste, war seit längerer Zeit gewusst. Für seinen 40. Geburtstag will das traditionsreiche Kulturevent neue Wege einschlagen. In der Hoffnung, dass das Publikum diesem neuen Elan folgen wird und dass die öffentlichen Gelder weiterhin fließen werden.

Im Dezember 2014 wurde Benedikt Fohr als Nachfolger von 
Alexander Müllenbach zum künstlerischen Leiter für den Bereich der klassischen Musik des Echternacher Festivals ernannt. „Wir müssen dem Publikum neue Angebote machen“, so Benedikt Fohr. „In der Programmierung müssen dramaturgische Linien aufgebaut werden, unterschiedliche Programmschwerpunkte müssen miteinander vernetzt werden. Ich glaube, wir haben dieses Jahr unser Ziel erreicht“. 

Neues ausprobieren

„Es war höchste Zeit umzudenken, es geht einfach um das Überleben des Festivals. Auch wenn wir das Rad nicht neu erfinden wollen und können, müssen wir Neues ausprobieren“ unterstreicht seinerseits Gast Waltzing, der für das Jazzprogramm des Festivals zuständig ist.

Dass die Echternacher sich ein breiteres Publikum erschließen wollen, spiegelt sich bereits im Programmheft dieser Jubiläumsausgabe wider. „Wir müssen uns von diesem Bild eines elitären Festivals lösen“, unterstreicht Benedikt Fohr. 

So wird dieses Jahr der große Spagat zwischen unterschiedlichen Musikgenres und Stilrichtungen vollzogen. Neben De Läb, Legotrips Seed to Tree werden ebenfalls große Namen der Klassik in Echternach erwartet. 


Al di Meola
Al di Meola

Neben einer Maria João Pires – „diese Musikerin war seit Jahren nicht mehr in Luxemburg“ – so Fohr – wird mit Daniel Barenboim ein Star der Klassik auftreten. Dank der Zusammenarbeit mit der Philharmonie ist dieses Konzert auf Kirchberg „ein kalkulierbares Risiko“.

Terminüberschneidungen vermeiden

Weltbekannte Künstler pflegen sicherlich das Image eines Festivals. In Echternach will man zusätzlich junge Musiker und kommende Talente unterstützen. Dass bei dieser Zielsetzung die Grenzen zwischen Klassik, Jazz und Worldmusic keine Hauptrolle spielen sollen, ist gewollt. „Jazz oder Klassik? Was zählt ist die Musik. Ich war noch nie für diese Trennung“, erklärt Gast Waltzing.

In den letzten Jahren noch war der Frühling der klassischen Musik gewidmet, und der Herbst stand ganz im Zeichen des Jazz. 2015 werden beide Stilrichtungen im September oder Oktober zu Wort kommen. Mit dieser Veränderung sollen Terminüberschneidungen mit anderen Veranstaltern vermieden werden und ruhige Spielzeiten angestrebt werden. 

Daniel Barenboim
Daniel Barenboim

Auch wenn noch immer eng mit der Philharmonie zusammengearbeitet und -geplant wird, will man in Echternach die Unterschiede zwischen beiden Veranstaltern gezielt unterstreichen. „Früher war dies nicht immer der Fall“, bedauert der neue künstlerische Leiter Benedikt Fohr. 

Fokus China

Auch wenn es seinen Platz in der Großregion verteidigen will, wird das Festival seine Präsenz in der Abteistadt verstärken. So soll zum Beispiel mit den Open-Air-Konzerten im Frühling ein „echtes Festivalambiente“ geschaffen werden. Die gesamte Echternacher Bevölkerung soll im Festival verstärkt einbezogen werden. So wurde der Fokus auf die chinesische Musik Hand in Hand mit chinesischen Vereinen und Unternehmen vorbereitet. Eine Ungewissheit bleibt: Wird das Publikum dieses neue Angebot von Fohr und Waltzing nutzen? Von der Akzeptanz der Zuschauer wird die finanzielle Unterstützung des Kulturministeriums abhängen. Lediglich für 2015 ist die Konvention noch mit 100 000 Euro abgesichert. Können die Organisatoren nicht mit guten Besucherzahlen und Finanzzahlen überzeugen, wird es schwierig werden, den Erhalt neuer öffentlichen Subventionen bis zum Jahr 2018 zu rechtfertigen.

Das Programm 2015


  • 9. Juli: Till-Brönner-Quintett;
  • 10. Juli: Harmonie municipale Echternach;
  • 11. Juli: De Läb, OCL & Legotrip, Seed to Tree, DJ Sunglitter & Lisa Berg, Open Air, Abteihof;
  • 4. September: Cyprien Katsaris, Klavier, Katrin Hagen, Klarinette, Trifolion;
  • 5. September: Staatskapelle Berlin, Daniel Barenboim, Philharmonie;
  • 6. September: „Nassauische Hofmusik“, Kantorei der Schlosskirche Weilburg, Capella Weilburgensis, Florian Deuter, Violine, Mechthild Bach, Sopran, Klaus Mertens, Bariton, Doris Hagel,
Basilika;
  • 11. September „East meets West“, Xu Ke, Erhu, Philharmonisches Streichquintett Berlin, St.-Peter-und-Paul;
  • 12. September „Nature – Emotion“, chinesische Musik, ConTempo-Beijing- Ensemble, St.-Peter-und-Paul;
  • 12. September: Li Xiaochuan, Trompete, Bai Tian, Klavier, Marc Demuth, Kontrabass, Niels Engel, Schlagzeug, David Laborier, Gitarre, Trifolion;
  • 17. September: Nils Mönkemeyer Viola, Signum-Quartett, Trifolion;
  • 18. September: Solistes Européens, Luxembourg, Christoph König (Leitung), Alexander Kaganovsky, Cello, Trifolion;
  • 19. September: Nils Mönkemeyer, Viola, William Youn, Klavier, St.-Peter-und-Paul;
  • 20. September: „Masters of the Baroque“, European Union Baroque Orchestra, Lars Ulrik Mortensen, St.-Peter-und-Paul;
  • 24. September: Maria João Pires, Nathanaël Gouin, Klavier, Trifolion;
  • 25. September: Acelga-Quintett, Trifolion;
  • 26. September: „Barocco Espagñol“ Nils Mönkemeyer, Viola, Sabine Erdmann, Cembalo, Andreas Arend, Theorbe, Klaus-Dieter Brand, Cello, St.-Peter-und-Paul;
  • 27. September; „Krimskrams-Geschichten“ Familienkonzert, Acelga Quintett, Trifolion;
  • 30. September: Jean Muller, Klavier, Trifolion;
  • 2. Oktober: „Elysium & More“, Al di Meola Quartet, Trifolion;
  • 4. Oktober. „Mystiker“, Bachchor und Bachorchester Mainz (zum 80. Geb. von Arvo Pärt), Basilika;
  • 8. Oktober: Simone Rubino, Schlagzeug & Exegese, 1. Preis ARD-Wettbewerb 2014, Trifolion;
  • 9. Oktober: Yu-Chien Tseng, 1. Preis Singapore Violin Competition 2015 St.-Peter-und-Paul;
  • 11. Oktober: Simone Rubino, Schlagzeug, Familienkonzert, Trifolion;
  • 21. Oktober: Gregor Huebner El Violin Latino, Trifolion;
  • 22. Oktober: „100 Jahre Frank Sinatra“, Tom Gaebel & WDR Funkhausorchester, Gast Waltzing (Leitung).
  • Kartenvorverkauf ab 22. April: Festival international Echternach, Pf. 30, L-6401 Echternach, office@echternachfestival.lu , Tel: 72 99  40.

www.echternachfestival.lu


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