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Esch 2022: "Kulturfabrik hat keinesfalls acht Projekte zurückgezogen"
Kultur 5 Min. 04.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Esch 2022: "Kulturfabrik hat keinesfalls acht Projekte zurückgezogen"

Belval wird Kern des Kulturhauptstadtjahres.

Esch 2022: "Kulturfabrik hat keinesfalls acht Projekte zurückgezogen"

Belval wird Kern des Kulturhauptstadtjahres.
Foto: Claude Piscitelli
Kultur 5 Min. 04.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Esch 2022: "Kulturfabrik hat keinesfalls acht Projekte zurückgezogen"

Daniel CONRAD
Daniel CONRAD
Nach Berichten um Differenzen hinter den Kulissen der Organisation des Kulturhauptstadtjahres Esch 2022 haben die Verantwortlichen und die Escher Kulturfabrik nun gemeinsam Stellung bezogen.

Mit einer gemeinsamen Stellungnahme wollen die Verantwortlichen des Organisationsbüros von Esch 2022 und der Kulturfabrik auf Berichte und Stellungnahmen in den letzten 24 Stunden reagieren -  kurz vor der Chamber-Abstimmung zur Infrastrukturfinanzierung rund um das Kulturhauptstadtjahr.

Hier die gemeinsame Stellungnahme von Dienstagmittag im Wortlaut:

Auslöser der Frage um die Rolle der Kulturfarbrik im Kulturhauptstadtjahr war ein Bericht des L'essentiel am Dienstagmorgen, dass die Kulturfabrik -  einer der wichtigsten Kulturträger von Esch - sich mit acht größeren Projekten aus dem Programm des Kulturhauptstadtjahres zurückziehe und lediglich ein kleineres Projekt von ihr realisiert werde. Es sei nicht möglich, die Acht wegen der ausstehenden Genehmigung durch Esch 2022, des Aufwands und der nicht möglichen Buchung der Künstler durchzuführen. 

Im Licht des aktuellen Statements von Dienstagmittag stellt sich der Fall leicht anders da: Lediglich zwei Projekte seien letztendlich im Zuge des Projektaufrufs im Juli 2019 von der Kulturfabrik auch wirklich zur ersten Begutachtung an das Team von Esch 2022 eingereicht worden -  diese seien aber nicht mehr zu realisieren. Ein drittes Projekt sei Ende 2019 eingereicht worden und weitere würden ausgearbeitet. Zudem macht das Statement deutlich, dass die Kulturfabrik - auch wenn das verantwortliche Team dort nicht selbst die Projekte organisiert - doch eine der wichtigen Spielstätten des Kulturhauptstadtjahres sein wird.

Wer tritt hier zurück?

Angeblich gäbe es laut L'essentiel auch Differenzen zwischen der künstlerischen und organisatorischen Leitung im Organisationsteam von Esch 2022. Von einem Rücktritt des künstlerischen Koordinators ist die Rede. 


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"Dass es sich beim Rücktritt um mich handelt, war wohl ein Interpretationsfehler", sagte der künstlerische Direktor von Esch 2022, Christian Mosar gegenüber wort.lu. Charles Wennig, künstlerischer Koordinator in den Reihen des Teams von Esch 2022, habe allerdings die Organisation verlassen, so Mosar. Dies bestätigte Jessika Maria Rauch, Sprecherin von Esch 2022. 

Mosar sei selbst von dem Bericht des L'essentiel überrascht gewesen. "Das stimmt so nicht. Und wir werden auch weiter eng mit der Kulturfabrik zusammenarbeiten", betonte Mosar.

Nancy Braun und Christian Mosar sind das Führungsduo des Organisationsbüros.
Nancy Braun und Christian Mosar sind das Führungsduo des Organisationsbüros.
Foto: Gerry Huberty

In einem Interview mit RTL Radio hatte Pim Knaff, Kulturschöffe der Stadt Esch, am Dienstagmorgen ebenfalls auf den Bericht reagiert: "Ech kann Iech garantéieren, datt d'Escher Kulturfabrik bei Esch 2022 mat derbäi ass", sagte Knaff. Allerdings seien einige KuFa-Projekte, die im Millionen Euro-Bereich gelegen hätten, zu teuer gewesen und hätten einen zu großen Teil der für die im Rahmen von Esch 2022 geplanten Gelder für Kulturprojekte verschlungen. Zum Inhalt dieser Projekte äußerte sich Knaff nicht. 


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Knaff wird am Dienstag in der Chamber in der Nachfolge von Eugène Berger als Abgeordneter vereidigt werden -  zudem wird über die millionenschwere Finanzierung der Infrastrukturmaßnahmen in der Chamber abgestimmt. 

Am 20. Februar wollen die Organisatoren des Kulturhauptstadtjahres in einer  Pressekonferenz über die Projekte von Esch 2022 informieren - einen "Vorgeschmack" werde es geben, so Esch 2022-Sprecherin Jessika Maria Rauch.


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