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Emerson, Lake & Palmer-Gründer: Bassist Greg Lake an Krebs gestorben
Kultur 2 2 Min. 08.12.2016

Emerson, Lake & Palmer-Gründer: Bassist Greg Lake an Krebs gestorben

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Er war Gründer der Supergroup Emerson, Lake & Palmer und Frontmann der ersten Progressive-Rock-Band King Crimson. Jetzt starb Greg Lake im Alter von 69 Jahren nach langem Kampf gegen den Krebs.

(dpa/tom) - Der britische Sänger und Gitarrist Greg Lake ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Der frühere Frontmann der Band King Crimson und Mitbegründer der Rock-Trios Emerson, Lake and Palmer erlag nach Angaben seines Managers am Mittwoch einem Krebsleiden. „Gestern habe ich meinen besten Freund in einem langen und hartnäckigen Kampf mit dem Krebs verloren“, schrieb Stewart Young auf Lakes offizieller Facebook-Seite  am Donnerstag.

Genesis-Gitarrist Steve Hackett trauerte auf Twitter um den Zeitgenossen. „Die Musik neigt ihr Haupt, um den Tod eines großen Musikers und Sängers, Greg, Lake, zu würdigen.“ Erst im März dieses Jahres hatte sich Lakes langjähriger Bandkollege und Freund Keith Emerson das Leben genommen.

Auch The Who meldeten sich in den sozialen Medien mit einem Nachruf: Lake hatte auf der Who-Single "A real good lookin' boy" im Jahr 2003 den Bass eingespielt.

Lake wurde 1947 in Bournemouth geboren und begann im Alter von zwölf Jahren, Gitarre und später E-Bass zu spielen. An der Uni traf er den Gitarristen Robert Fripp, mit dem er 1969 King Crimson gründete. King Crimsons Debutalbum "In the Court of the Crimson King" gilt mit Songs wie "21st Century Schizoid Man" oder "I talk to the Wind" als erste echte Progressive-Rock-Platte. The-Who-Gitarrist Pete Townshend nannte das Album ein "Meisterwerk von geradezu unheimlicher Qualität".

Nach nur einem Jahr und einer weiteren Platte, "In the Wake of Poseidon" verließ Lake King Crimson im Streit. Gemeinsam mit Keyboarder Keith Emerson und dem Drummer Carl Palmer gründete er 1970 das Trio Emerson, Lake & Palmer. "ELP" verbanden harte Rockriffs mit Einflüssen aus der Klassik.  Die Alben "Pictures at an Exhibition", "Brain Salad Surgery" und "Tarkus" erreichten hohe Verkaufszahlen und Kultstatus in der Rockszene der frühen Siebziger. 1977 brachten ELP ihre Version von Aaron Coplands "Fanfare for the Common Man" heraus, die wieder hohe Chartplatzierungen erreichte.

Doch das Image schlug Ende der Siebziger ins Gegenteil um: Mit ihren extravaganten Bühnenshows galten ELP als Inbegriff der dekadenten Seventies-Rock-Band - und Punkrock stand schon in den Startlöchern um exakt das Gegenteil zu propagieren. ELP galten dabei als explizites Feindbild der Punkbewegung.

Lake verkaufte mit ELP 48 Millionen Alben und blieb auch nach deren Ende ein gefragter und einflussreicher Sessionmusiker.

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Kanye West verschaffte Lake und King Crimson einen späten Aufmerksamkeitsschub, als er "21st Century Schizoid Man" in seiner Single "Power" samplete.


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