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Elodie Lanotte mit dem Kunstpreis Robert Schuman 2013 ausgezeichnet
Kultur 3 Min. 29.11.2013 Aus unserem online-Archiv

Elodie Lanotte mit dem Kunstpreis Robert Schuman 2013 ausgezeichnet

Die Videoarbeit Plis (Falten)der Metzer Künstlerin Elodie Lanotte.

Elodie Lanotte mit dem Kunstpreis Robert Schuman 2013 ausgezeichnet

Die Videoarbeit Plis (Falten)der Metzer Künstlerin Elodie Lanotte.
Foto: QuattroPole
Kultur 3 Min. 29.11.2013 Aus unserem online-Archiv

Elodie Lanotte mit dem Kunstpreis Robert Schuman 2013 ausgezeichnet

Der von den QuattroPole-Städten Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier alle zwei Jahre verliehene Preis geht an eine Performance- und Fotokünstlerin

Die Metzer Performance- und Fotokünstlerin Elodie Lanotte ist diesjährige Preisträgerin des Kunstpreises Robert Schuman, den die QuattroPole-Städte Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier alle zwei Jahre verleihen. Die Luxemburger Kuratorin Florence Thurmes ihrerseits hatte die Künstler Claire Barthelemy, Jeff Desom, Misch Feinen und Christian Frantzen vorgeschlagen.

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz hat der Künstlerin den mit 10.000 Euro dotierten Preis für ihre Fotoserie Vêtements (Kleidungsstücke) und ihre Videoarbeit Plis (Falten) in der Stadtgalerie Saarbrücken überreicht. Britz: „Der Kunstpreis Robert Schuman steht für gelebte grenzüberschreitende Zusammenarbeit, denn er fördert den Austausch zwischen Künstlern der Region. Schon seit Anfang der 90er Jahre vergeben die Städte Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier diesen hochdotierten Kunstpreis, der in der Großregion einmalig ist. Die Werke der beteiligten Künstler zeigen, wie hoch die Vielfalt und Qualität des künstlerischen Schaffens in der Region sind.“

Die Ausstellung mit den Werken aller 16 am Wettbewerb beteiligten Künstler ist bis 12. Januar in der Stadtgalerie Saarbrücken, der K4 galerie und in diesem Jahr erstmals in der Johanneskirche zu sehen. Der Eintritt ist frei. Ein Katalog ist in der Ausstellung erhältlich.

Elodie Lanotte: Performance und Fotografie

Elodie Lanotte untersucht die Frage, inwieweit die täglichen Dinge, mit denen wir uns umgeben, unsere Haltung zur Welt und zu anderen Menschen bestimmen. Dazu gehören Haut, Kleider und Accessoires. Ihre Happenings mit Menschen und Kleidungsstücken inszeniert sie im Foto, sodass das Kleidungsstück die Hauptrolle spielt und ein eigenes visuelles Leben entfaltet.

Elodie Lanotte, 1988 in Nancy geboren, lebt und arbeitet in Metz und Paris. Sie studierte Bildende Kunst an der Ecole Supérieur d’art de Lorraine und erhielt 2012 ihr Diplom. Seit 2006 hat sie ihre Werke unter anderem im Pôle lorrain de Gestion in Nancy, in der Galerie Castel Coucou in Forbach, in der Galerie de l’esplanade in Metz und im Kulturbahnhof Saarbrücken ausgestellt.

Jurybegründung

Bei der Nominierung der Künstlerinnen und Künstler für den Kunstpreis Robert Schuman bestand von Anfang der Anspruch, die aktuellen künstlerischen Tendenzen in der Großregion mit ihren unterschiedlichen Inhalten und formalen Lösungen zu reflektieren.

Dieser Anspruch wurde in den vergangen Jahren immer konsequenter verfolgt und steht auch in diesem Jahr im Fokus der Ausstellung. Die aus Vertretern der vier QuattroPole-Städte zusammengesetzte Jury befasste sich deshalb eingehend mit den verschiedenen Bildsprachen, Themen und Konzepten der ausgestellten Arbeiten. Trotz der Schwierigkeit, dem unterschiedlichen Charakter der teilweise sehr aufwändigen, raumfüllenden Positionen ebenso gerecht zu werden, wie den poetischen, eher leisen Werken, kam die Jury zu einem einstimmigen Votum.

Die Jury sprach sich dafür aus, in diesem Jahr die Installation der Metzer Künstlerin Elodie Lanotte mit dem Kunstpreis Robert Schuman auszuzeichnen. In ihrer Fotoserie Vêtements (Kleidungsstücke) und der Videoarbeit Plis (Falten) schafft sie es, in verdichteten poetischen Bildern die komplexe Auseinandersetzung um den Körper einzufangen.

Dabei geht es um die Offenheit seiner Identität, seine Vielgestaltigkeit und seine emotionale Kraft, die hier in sehr subtiler und konzentrierter Form ihren Ausdruck finden. „Die Werke von Elodie Lanotte erschüttern die westliche Philosophie, Wissenschaft und Psychologie, in denen der Körper dualistisch und naturalistisch gesehen wird, sie versuchen ihn zu „de-finieren“ (ent-fertigen), ihm einen Raum von Möglichkeiten zurückzugeben“, erläutert die Metzer Kuratorin Hélène Doub.