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Eine nicht so faszinierende Version von Spock
Kultur 1 2 Min. 14.04.2019

Eine nicht so faszinierende Version von Spock

Ethan Peck spielt in der neuen Staffel den jungen Spock.

Eine nicht so faszinierende Version von Spock

Ethan Peck spielt in der neuen Staffel den jungen Spock.
Foto: CBS
Kultur 1 2 Min. 14.04.2019

Eine nicht so faszinierende Version von Spock

Christophe LANGENBRINK
Christophe LANGENBRINK
Zapping: Ob der Verlauf der Geschichte allen eingefleischten Trekkies tatsächlich gefällt, steht auf einem anderen „Stern“. Überraschende Wendungen sorgen in der zweiten Staffel von Star Trek Discovery aber für ausreichenden Nervenkitzel.

Eines vorweg: Langeweile kommt in der zweiten Staffel von Star Trek Discovery keine auf. Jede Menge überraschende Wendungen sorgen für ausreichend Spannung. Ob der Verlauf der Geschichte allerdings allen eingefleischten Trekkies tatsächlich gefällt, steht auf einem anderen „Stern“. 

Aber keine Sorge, in den unendlichen Weiten des Star Trek-Universums bietet der zweite Plot für jeden Geschmack das Passende. Aber genau darin liegt auch das Grundproblem. 

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Wenn gleich mehrere Erzählstränge auf die Fangemeinde einprasseln, weiß der Zuschauer nicht so recht, wofür er sich eigentlich begeistern soll. Ist es die Geschwisterbeziehung zwischen Michael Burnham und ihrem Halbbruder Spock? 

„Ur-Spock“ einfach zu präsent

Genau der Spock, der mal als Wissenschaftsoffizier, mal als Botschafter und zuletzt als Zeitreisender durch fast alle Serien und Star Trek-Verfilmungen herumschwirrt und immer wieder die Trekkie-Gemeinschaft begeistert. Oder ist es das Wiedersehen mit einer zentralen Figur aus Burnhams Vergangenheit? Oder ist es vielmehr die Möglichkeit – neben dem „faszinierenden“ Sporenantrieb – durch die Zeit zu reisen? Schwer, sich da zu entscheiden ...  


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So originell die Idee auch sein mag, Burnham einen der Hauptcharaktere des ganzen Star Trek- Kosmos an die Seite zu stellen, so wird die Darstellung von Ethan Peck in der Rolle des jungen Spock nicht jeden überzeugen. Zu präsent ist die überzeugende Interpretation des „Ur-Spock“ Leonard Nimoy oder die von Zachary Quinto, der seit 2009 die Rolle in den jüngsten Star Trek-Kinofilmen übernommen hat. Etwas irritierend ist, dass der spitzohrige Protagonist nun in seiner Kindheit Dyslexie gehabt haben soll; dieser krampfhafte Versuch, dominierende Charaktere menschlicher erscheinen zu lassen, wirkt wenig glaubhaft. 

Gelungen und gleichzeitig unerwartet

Dennoch gehört Spock ohne Zweifel in diese Staffel hinein. Er ist schließlich der einzige, der aus der ursprünglichen Serie „Raumschiff Enterprise“ stammt. Er diente in dieser Zeit des Star-Trek-Kosmos unter Captain Pike als Wissenschaftsoffizier. Ohne den von der Logik angetriebenen Halbvulkanier wäre ein weiterer, bedeutender Erzählstrang nicht wirklich verständlich. 

Denn schon im ersten Film der 2009 gestarteten neuen Reihe mit Chris Pine als jungem James T. Kirk taucht Botschafter Spock aus der Zukunft auf und warnt die Crew vor dem romulanischen Outlaw Nero. War es in diesem Kinostreifen eine gefährliche Antimaterie, die Zeitsprünge ermöglichte, so sind es in „Discovery“ Staffel 2 Zeitkristalle. Diese werden allerdings von klingonischen Mönchen bewacht, was man bisher unter den martialisch beschriebenen Klingonen eher nicht vermutete. 


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Gelungen und gleichzeitig unerwartet ist die Erscheinung des „roten Engels“. Auf der Suche nach der Aufschlüsselung des Rätsels um diese Engelsgestalt baut sich die ganze zweite Staffel auf. 

Darum fügen sich die Erzählstränge des Kampfes gegen die übermächtige Künstliche Intelligenz (KI) „Control“ und die ominöse Sektion 31, die von „Control“ unterwandert wird, wunderbar zusammen. Auch wenn die KI ein wenig an die Borg unter Picard erinnert und manche Wendung an den Haaren herbeigezogen erscheint, so bleibt der Nervenkitzel bis zum Schluss.
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Die zweite Staffel ist aktuell auf Netflix verfügbar.


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