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Ein halbes Jahrhundert alte Zukunftsmusik
Kultur 1 2 Min. 03.04.2018 Aus unserem online-Archiv

Ein halbes Jahrhundert alte Zukunftsmusik

Kubricks Film basiert auf einer Kurzgeschichte des Schriftstellers und Zukunftsforschers Arthur C. Clarke: Mit seinem realistischen Raumschiff „Discovery“ (hier im Bild) schuf er neue filmtechnische Standards.

Ein halbes Jahrhundert alte Zukunftsmusik

Kubricks Film basiert auf einer Kurzgeschichte des Schriftstellers und Zukunftsforschers Arthur C. Clarke: Mit seinem realistischen Raumschiff „Discovery“ (hier im Bild) schuf er neue filmtechnische Standards.
© Warner Bros. International
Kultur 1 2 Min. 03.04.2018 Aus unserem online-Archiv

Ein halbes Jahrhundert alte Zukunftsmusik

Ein Weltraumfilm mit astronomischen Kosten: „2001: A Space Odyssey“ ist ein Stück Kulturgeschichte. 50 Jahre nach der Premiere, die der Film am 2. April 1968 in New York feierte, zeigt das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt Entstehung und Wirkung des Meisterwerks.

(dpa) - Mit dem Science-Fiction-Film „2001: A Space Odyssey“ hat Stanley Kubrick 1968 einen Jahrhundertfilm geschaffen. Er hat Kritiker verstört, Kinogänger begeistert, Generationen von Regisseuren beeinflusst. 50 Jahre nach der Uraufführung ist diesem Meilenstein der Filmgeschichte nun in Frankfurt eine große Ausstellung gewidmet.

Mehr als 100 Leute haben damals an den Trickaufnahmen und Spezialeffekten gearbeitet – fast zwei Jahre lang und bei fast astronomischen Kosten. Mit „2001: A Space Odyssey“ hat der Perfektionist Kubrick (1928-1999) nicht nur zahllose Science-Fiction-Filme wie „Star Wars“ geprägt, sondern auch die (Pop-)Musik bis hin zu Mode und Design.

Raumanzüge und Moonwatcher-Kostüm

In Frankfurt sind bis zum 23. September neben Skizzen oder Produktionsunterlagen auch Entwürfe des britischen Designers Sir Hardy Amies zu bestaunen. Er hat nicht nur für Queen Elizabeth II geschneidert, sondern auch innovative Ideen für die Kostüme in „2001: A Space Odyssey“ beigesteuert.

Mit Hilfe von Hunderten Exponaten erzählt die Schau Entstehung und Wirkungsgeschichte des Films. Berühmte Objekte – die Starchild-Figur, ein Moonwatcher-Kostüm oder Raumanzüge – sind zu sehen.

Kubrick hat in seiner Weltraum-Odyssee zum Jupiter – ein Jahr vor der Mondlandung – den alten Menschheitstraum als große Vision inszeniert. Mit seinem realistischen Raumschiff „Discovery“ in der scheinbar schwerelosen Umgebung schuf er neue filmtechnische Standards. Zugleich entwarf er ein gewaltiges Panorama der gesamten Spezies.

Der „ultimate trip“ dank sphärischer Musik

Mit am berühmtesten ist der Prolog des Films. Der Menschenaffe Moonwatcher und seine Gefährten erkennen, dass ein Knochen Werkzeug und Waffe ist. Nachdem die Horde einen Artgenossen erschlagen hat, wirft Moonwatcher den Knochen triumphierend in die Höhe, was Kubrick für eine legendär gewordene Montage nutzt. Der fliegende Knochen verwandelt sich in einen drei Millionen Jahre später im All schwebenden Satelliten.

„2001: A Space Odyssey“ basiert auf einer Kurzgeschichte des Schriftstellers und Zukunftsforschers Arthur C. Clarke. Fast genauso legendär wurde die Musik, die Kubrick für die „Odyssee“ dramaturgisch perfekt einsetzte.

Die Klänge von Richard Strauss' sinfonischer Dichtung „Also sprach Zarathustra“ sind auch in der Ausstellung allgegenwärtig. Dank der sphärischen Musik wurde der Film damals gerade für junge Leute aus der Hippie-Bewegung zum „ultimate trip“. Viele Objekte der Schau kommen aus dem Stanley Kubrick Archiv in London. Maßgeblich unterstützt wird die Schau von Kubricks deutschstämmiger Witwe Christiane und Kubricks ehemaligem Produzenten Jan Harlan.

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Doch was macht den Film heute noch aktuell? „Nichts hat sich geändert“, sagen Kubricks Tochter Katharina und Harlan unisono in Frankfurt – und meinen damit, dass Weltall und Kosmos auch ein halbes Jahrhundert später immer noch genauso rätselhaft geblieben sind, wie sie die „Odyssee“ sieht.

Das Filmmuseum hat bereits 2004 mit Hilfe von Kubricks Witwe eine Ausstellung zum gesamten Schaffen des Regisseurs organisiert. Auf einer globalen Tour haben die Schau inzwischen weltweit 1,2 Millionen Menschen gesehen. Letzte Station war Kopenhagen. Jetzt folgt Barcelona.

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Bis zum 23. September im Deutschen Filmmuseum, Schaumainkai 41, Frankfurt/Main. Geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr. Tickets 10 und 8 Euro. Öffentliche kostenfreie Führung durch die Sonderausstellung: Samstag um 15 Uhr. deutsches-filminstitut.de


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