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Dock in Absolute erstarkt mit zweitem Album
Bassist David Kintziger, Pianist Jean-Philippe Koch und Perkussionist Michel Mootz (v. l.) legen Wert darauf, dass ihre Instrumente gleichberechtigt zum Zug kommen.

Dock in Absolute erstarkt mit zweitem Album

Foto: Christian Wilmes
Bassist David Kintziger, Pianist Jean-Philippe Koch und Perkussionist Michel Mootz (v. l.) legen Wert darauf, dass ihre Instrumente gleichberechtigt zum Zug kommen.
Kultur 2 4 Min. 12.06.2019

Dock in Absolute erstarkt mit zweitem Album

Sophia SCHÜLKE
Sophia SCHÜLKE
Von null auf 60 Konzerte im Jahr: Dock in Absolute verbindet Klassik, Rock und Jazz, auch auf dem zweiten Album „Unlikely“. Am kommenden Freitag tritt die Band zur Fête de la musique auf der Place de Clairefontaine auf.

Die aus Luxemburg und Belgien stammenden Musiker Jean-Philippe Koch, David Kintziger und Michel Mootz verbinden als Dock in Absolute Klassik, Rock und Jazz. Mit dem zweiten Album „Unlikely“ entwickelt sich das Trio weiter. Am kommenden Freitag tritt die Band zur Fête de la musique auf der Place de Clairefontaine auf. Pianist Jean-Philippe Koch erklärt, warum das Trio auch mit einem vierten Mann funktioniert und sie ihre Konzerte in Asien als besonders energiegeladen erleben.

Jean-Philippe Koch, inwiefern stellt das zweite Album eine musikalische Weiterentwicklung dar?
Wir haben mit Michel Mootz einen neuen Drummer, vorher spielte Michel Meis mit uns; schon allein das macht einen Unterschied. Zudem haben wir jetzt mehr Effekte, die etwa am Bass in Richtung Elektronik gehen. Ich spiele nach wie vor auf dem akustischen Klavier, aber auch da hört man akustische Effekte wie metallische Accessoires. Der Sound hat sich also entwickelt.

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Wie passt der Stil des neuen Drummers zur Band?
Michel Mootz, wir kennen ihn seit zwei Jahren, ist wie ich ein klassischer Musiker, der schon lange Percussions spielt. Man merkt an seinem Stil, dass er nicht nur ein Jazzdrummer, sondern auch klassischer Perkussionist ist. Michel Meis ist viel weniger Perkussionist und hatte auch eine andere Band. Zudem hat Michel Mootz ein bisschen mehr seinen Platz in diesem Trio gefunden. Vorher waren wir drei Musiker, inzwischen sind wir mehr eine Band geworden.

Und mit Nate Wong haben Sie einen weiteren Drummer?
Wir geben sehr viele Konzerte, da kann Michel Mootz nicht immer frei sein. Vor zwei, drei Jahren haben wir in Hongkong einen Drummer gebraucht und Nate Wong kennengelernt. Seitdem haben wir ungefähr 50 Prozent der Konzerte mit ihm gespielt, hauptsächlich in Asien, aber auch in Südamerika und in Europa.


Jean-Philippe Koch (Mitte, Klavier), Michel Meis (l., Percussion) und David Kintziger (r., Bass) sind als Trio noch nicht allzu lange unterwegs. Und doch haben sie als „Dock in Absolute“ sich schon einen Namen im Ausland gemacht.
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Das Album haben Sie mit dem gleichen Label, aber in Udine aufgenommen. Wie beeinflusst ein anderes Tonstudio den Klang?
Das bedeutet andere Instrumente, einen anderen Soundtechniker, alles ist anders, und das hört man natürlich. Der Soundtechniker, mit dem wir zusammengearbeitet haben, war extrem schnell, sehr interessant und hatte gute Ideen. Die Stimmung war sehr gut. Jeder Soundtechniker hat seine eigene Art und Weise, zu arbeiten; wenn er meint, man müsse den Bass stärker hören, setzt er das um. Es ist immer eine Zusammenarbeit zwischen den Musikern, dem Soundtechniker und dem Artistic director. Das hat in Udine sehr gut funktioniert, obwohl wir insgesamt nur drei Tage hatten, zwei Tage für die Aufnahmesitzungen und einen Tag für den Mix. Das ist sehr schnell für zehn Titel.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Bass und dem Gesamtresultat?
Am letzten Tag war nicht jeder ganz einverstanden mit dem Bass. Der Soundtechniker fand, dass es genug Bass war, der Bassist nicht; ich war etwas dazwischen. Ich bin der Meinung, dass unser Sound auf diesem Album sehr gut ist, man hört alle drei Instrumente sehr gut. Manchmal hat ein Klaviertrio viel Klavier, Bass und Drums sind dann im Hintergrund. Aber hier sind es drei Ebenen.

Wollten Sie das als Band so?
Ja, das ist ein bisschen anders als bei anderen Bands. Deswegen habe ich auch nicht meinen Namen als Bandnamen gewählt. Alle drei Musiker sind wichtig, keiner ist bedeutender als die anderen.

Bezeichnet „Unlikely“ ein Thema, das Sie bearbeiten wollten?
Ein Thema haben wir nicht, aber „Unlikely“ bedeutet, dass es für uns unwahrscheinlich war, dass die Band in kurzer Zeit so viele Konzerte geben würde. Von null auf 60, darauf waren wir nicht vorbereitet; wir haben einfach angefangen zu spielen.

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Es stehen dieses Jahr wieder viele Auftritte im Ausland an. Wie kommt Ihre Musik dort an?
Sehr, sehr gut. Ein neues Publikum kennenzulernen, das eine andere Musikkultur hat als wir in Europa, ist für uns sehr interessant. In Asien ist das Klassikpublikum jünger als in Europa. Das macht die Auftritte sehr energetisch und uns sehr viel Spaß.


conf. de presse music LX, bilan 2017, United Instruments of Lucilin, photo : Caroline Martin
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Laut Exportbericht von music:LX sind Sie 2018 vor 20.000 Leuten in Taiwan aufgetreten.
Das war eines der größten Festivals, bei dem wir gespielt haben. Eine sehr schöne Erfahrung.

Ist das eine Publikumszahl, die Sie besonders aufgeregt sein lässt?
Eigentlich nicht, wir sind es gewohnt, und vor vielen Leuten zu spielen, macht noch mehr Spaß. Es ist für uns schwieriger, in Luxemburg zu spielen, weil wir hier Freunde haben, weil andere Musiker und unsere Manager zu den Konzerten kommen. Das ist stressiger, als vor 20 000 Leuten in Taiwan zu spielen. Denn hier kennen sie uns, wir kennen sie, sie erwarten vielleicht mehr von uns als andere Leute. Aber music:LX helfen uns ziemlich, wir haben viel mit ihnen zusammengearbeitet. Sie haben nicht alle unsere Konzerte organisiert; aber Unterstützung, auch finanzieller Art, ist sehr wichtig. Ohne diese finanzielle Hilfe wäre es nicht möglich, so viel im Ausland zu spielen.

Sonst wäre es ein Minusgeschäft?
Das ist es noch immer. Wir geben viele Konzerte und Leute, welche die Jazzszene kennen, haben wahrscheinlich schon von Dock in Absolute gehört. Aber die Gagen sind nicht hoch genug, um die Reisekosten zurückzubezahlen, das ist leider so.
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„Unlikely“ ist bei Cam Jazz erschienen (zehn Titel, 46 Minuten Laufzeit). Am Freitag, 14. Juni, gibt die Band zur Fête de la musique ab 21 Uhr ein Konzert auf der Place de Clairefontaine.  


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