Wählen Sie Ihre Nachrichten​

District 7 stellt Debütalbum in den Rotondes vor
Kultur 3 4 Min. 14.05.2019

District 7 stellt Debütalbum in den Rotondes vor

Drummer Denis Schumacher, Sänger Julien Binda und Bassist Jeff Hennico (v.l.) besingen das Jungsein.

District 7 stellt Debütalbum in den Rotondes vor

Drummer Denis Schumacher, Sänger Julien Binda und Bassist Jeff Hennico (v.l.) besingen das Jungsein.
Foto: Sam Flammang
Kultur 3 4 Min. 14.05.2019

District 7 stellt Debütalbum in den Rotondes vor

Sophia SCHÜLKE
Sophia SCHÜLKE
District 7 stehen seit 2012 auf der Bühne, an diesem Samstag stellen sie nun ihr Debütalbum „A Beautiful Day to Die“ vor. Die Release-Party steigt am Samstag in den Rotondes. Sänger und Gitarrist Julien Binda spricht im Interview über ein klareres Bandkonzept und Songs, die Partyexzesse und Zufriedenheit thematisieren.

Farbige Smokings, weniger Punkrock und radiotauglichere Songs: District 7 legen ihr erstes Album vor - nach zwei EPs und unter anderem zwei Singles mit dem Londoner Produzenten Brett Shaw, der bereits mit Florence and the Machine gearbeitet hat. Am Samstag präsentiert die Band die Platte mit „A Beautiful Day to Die“ im Klub der Rotondes. Sänger und Gitarrist Julien Binda über ein klareres Bandkonzept und Songs, die Partyexzesse und Zufriedenheit thematisieren.

Julien Binda, 2012 wurde District 7 als Schülerband gegründet, 2016 wurde die Band dann professioneller – wie würden Sie die Veränderung beschreiben?
Wir haben in London und Portugal Songs aufgenommen, weil wir über die Grenzen gehen, etwas erleben und mit neuen Leuten zusammenarbeiten wollten. Das Konzept wird jetzt erst klar, nachdem wir zeigen wollten, dass wir Ambitionen haben und dass wir uns von anderen Schülerbands abheben können. Mit dem neuen Album und der Tour sind wir noch stärker in diese Richtung gegangen.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Sind die farbigen Smokings, die die Band in den neuen Clips trägt, Teil des neuen Konzepts?
Eigentlich kommt die Idee von Vasco Ramos, unserem Produzenten in Portugal. Mitte August produzierten wir einen Song, plötzlich drückte er auf Pause, drehte sich um und sagte: „Jungs, an euch könnte ich mir farbige Smokings gut vorstellen.“ Wir haben das in den ersten Videos ausprobiert. Und während unserer ersten Live-Testphase auf unserer kleinen Europatour im März hat das Publikum unsere Kostüme direkt gefeiert. Von Auftritt zu Auftritt fühlten wir uns wohler darin und mittlerweile sind sie Teil unserer Show.

Die Songs des neuen Albums klingen poppiger und klarer – war mehr Pop tatsächlich das Ziel?
Ja und nein. Ich wollte immer mehr in die Popschiene, aber für die Band war das nicht immer so klar. Unseren Drummer zog es teils eher zurück in die Punk- und Rockszene, aber unser Produzent prägt uns und hat Visionen, wie wir sein könnten und wie unsere Musik klingen könnte. Er hat uns schon für die zweite EP „A Place We Used to Call Home“ poppige Einflüsse vorgeschlagen und jetzt auch mehr Geradlinigkeit reingebracht, die ja für ein Popalbum auch charakteristisch ist.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Da es unterschiedliche Meinungen gab: Sind alle mit stärkeren Pop-Einflüssen einverstanden?
Ja, ganz klar. Hat man selbst am Anfang andere Vorstellungen, ist es komisch, wenn ein ganz anderer Gedanke einfließt; so wie die Smokings, an die wir gar nicht gedacht hatten. Mittlerweile sind wir überzeugt von dem, was wir machen. Unser Produzent hat einen Gedanken geäußert, der dann bei uns gekeimt hat und durch Monate der Arbeit und der Entwicklung des Konzepts in uns aufgegangen ist.


Sommer, Musik und Freilichtbühne: Die "Blues'n Jazz Rallye" verzaubert alljährlich Neimënster.
Heimische Musikfestivals für jedes Ohr und jeden Fuß
Von „Out of the Crowd“ bis „Sonic Visions“: Die Luxemburger Musikszene bietet auch im Sommer und im Herbst 2019 vielversprechende Konzerte. Etwas Wehmut schwingt allerdings auch mit.

Im Clip zu „Cross My Heart“ spielen mehrere junge Künstler aus der Luxemburger Szene mit, Karma Catena wird sogar im Text angesprochen – wie kam es dazu?
Wir kannten uns vorher nicht, der Song ist schon seit fast zwei Jahren fertig. Ich habe über das Karma an sich gesungen, als wir Karma Catena dann für einen Kurzauftritt angefragt haben, war sie gleich dabei. Wir wollten das Video mit den anderen Künstlern machen, um uns in der Szene gegenseitig zu unterstützen.

In „Cross My Heart“ geht es weinselig zu, ist es ein Partylied?
Ja. Mit dem Album setze ich mich mit dem Studentenleben auseinander. Einerseits geht es darum, den Tag zu nutzen, andererseits um Gedanken an Attentate und das Alleinsein. „Cross My Heart“ thematisiert ein Partyleben voller Exzesse, aus dem man nicht mehr herauskommt. Die Platte dreht sich ums Jungsein generell, um gute und schlechte Momente, um das Herausfinden aus Exzessen und Gedanken an die Zukunft.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Wie sollen sich die Bandtexte entwickeln? Einige Songs haben auch recht allgemeine Verse.
Will man ein poppiges Produkt, ist man beim Text durch die Melodie begrenzt. Das ist mir beim Schreiben von „Gone“ aufgefallen. Wir haben anfangs die Akkorde auf dem Klavier gespielt und dabei sind mir sofort diese Sätze und diese Melodie eingefallen. Wenn man dann den Text verändern will, merkt man, dass das auch nicht das Wahre ist, weil man zwanghaft versucht, etwas umzuschreiben.
„A Beautiful Day to Die“ ist der Song mit dem persönlichsten Text. Ich habe ihn vergangenes Jahr geschrieben. An einem schönen Samstagnachmittag war ich mit meiner Freundin auf der Düsseldorfer Rhein-Uferpromenade spazieren, wo viele Menschen die Sonne genossen. Ich dachte mir, wenn ein Amokläufer hier mit dem Auto ein Attentat verüben würde, gäbe es wieder ein schreckliches Massaker. Später am Tag sah ich Nachrichten über die Amokfahrt in Münster, die gerade stattgefunden hatte. Da kam mir der Gedanke für „A Beautiful Day to Die“: Es ist ein wunderschöner Tag und plötzlich stirbt man. Man weiß nie, wann es zu Ende ist.


Luxembourg Music Awards 2018 - Rockhal - Belval - Rockhal - 18/12/2018 - photo: claude piscitelli
Musikszene kürt Edsun zum "Artist of The Year"
Die Musikszene feiert sich erstmals mit einem "Luxembourg Music Award". Die besten Künstler Luxemburgs und die besten Darbietungen wurden am Dienstagabend in der Rockhal ausgezeichnet.

Ist dieser düstere Titel „A Beautiful Day to Die“ bewusst als Name für das Album gewählt?
Ich habe eher den wunderschönen Tag im Kopf. Die Gedanken, die ich beim Schreiben hatte, kreisen um Zufriedenheit mit dem Moment und mit dem, was man alles hat; und um das Nichtbeklagen, wenn es zu Ende sein soll. Als wir nach einem Titel für das Album gesucht haben, war schnell klar, dass er „A Beautiful Day to Die“ lauten sollte, ohne es mit etwas Düsteren zu verbinden.
_______
Release Party von District 7 am Samstag, ab 20 Uhr, in den Rotondes. Karten (12 oder 15 Euro, inklusive CD) unter www.rotondes.lu


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die Ärzte veröffentlichen neuen Song
Ein neuer Song über „Abschied“ statt eine Auflösung der Band: Die Berliner Punker hatten bei ihren Fans zuletzt mit einem Ratespiel für Diskussionen gesorgt.
Das Trio hat einen neuen Song mit dem Titel „Abschied“ herausgebracht.
Nile Rodgers: Erst fühlen, danach denken
Nile Rodgers tritt mit seiner Band Chic am Donnerstag in der Rockhal auf. Im Interview spricht der Musiker und Produzent über Hits, David Bowie und Platten, die er heute bedauert.
Nile Rodgers tritt am Donnerstag in der Rockhal auf - mit neuen Songs seiner Band Chic.
Was vom Britpop übrig blieb
Der Britpop-Hype ist lange vorbei. Aber es gibt diesen wichtigen Musikstil der 90er noch - gerade erst wieder erinnern neue Alben von The Coral und Miles Kane daran. Auch Pioniere und Veteranen des Genres sind weiterhin aktiv.
(FILES) This file photo taken on June 28, 2013 shows British singer Liam Gallagher gesture to the crowed while performing with his band Beady Eye on third day of the Glastonbury Festival of Contemporary Performing Arts near Glastonbury, southwest England.
Oasis frontman Liam Gallagher on May 26, 2017 announced his solo debut with a concert in his native Manchester to support families affected by the deadly suicide attack at the city's arena. / AFP PHOTO / ANDREW COWIE
Rock um Knuedler: Local Heroes
Diesmal erneut kein international bekannter Name, dafür aber mehr Raum für die lokalen Bands: Am Samstag machten über 20 Acts längst nicht nur den Knuedler zu ihrem Rockpalast.
Rock um Knuedler / RUK2018 / BAND: Marc Welters Joint Bunch / STAGE: Lion Stage  / Photo: Blum Laurent
Release-Party in der Rockhal: Tuys stellen neue EP vor
Die junge Band aus Düdelingen macht spätestens seit 2013 immer wieder von sich reden. Mit der neuen EP soll auch der Sprung über die Grenzen gelingen. Doch erst einmal steht der Release am Samstag, dem 4. April, in der Rockhal an.
Screaming Fields 2014: Junge Bands ganz groß
Vor ein paar Jahren wurde der Schülerwettbewerb Screaming Fields noch belächelt. Inzwischen jedoch ist die Veranstaltung in der Rockhal längst zu einem Starterforum für talentierte Bands geworden. Hier die Gewinner der Ausgabe 2014.
-
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.