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Die Neue, die Alte und die Verflossene
Kultur 3 Min. 08.07.2014 Aus unserem online-Archiv
Emmy-Nominierungen stehen am 11. Juli fest

Die Neue, die Alte und die Verflossene

Zur ARTE-Sendung
Breaking Bad: No Mas
5: Familienvater Walter White (Bryan Cranston) fhrt ein gefhrliches Doppelleben. Im Alltag versucht er sich als Chemielehrer Mr. White, whrend er unter dem Pseudonym ãHeisenbergÒ im Labor das beste Christal Meth von ganz New Mexiko herstellt.
© 2010 Sony Pictures Television
Foto: ARTE France
Honorarfreie Verwendung nur im Zusammenhang mit genannter Sendung und bei folgender Nennung "Bild: Sendeanstalt/Copyright". Andere Verwendungen nur nach vorheriger Absprache: ARTE-Bildredaktion, Silke Wlk Tel.: +33 3 881 422 25, E-Mail: bildredaktion@arte-tv.com
Emmy-Nominierungen stehen am 11. Juli fest

Die Neue, die Alte und die Verflossene

Zur ARTE-Sendung Breaking Bad: No Mas 5: Familienvater Walter White (Bryan Cranston) fhrt ein gefhrliches Doppelleben. Im Alltag versucht er sich als Chemielehrer Mr. White, whrend er unter dem Pseudonym ãHeisenbergÒ im Labor das beste Christal Meth von ganz New Mexiko herstellt. © 2010 Sony Pictures Television Foto: ARTE France Honorarfreie Verwendung nur im Zusammenhang mit genannter Sendung und bei folgender Nennung "Bild: Sendeanstalt/Copyright". Andere Verwendungen nur nach vorheriger Absprache: ARTE-Bildredaktion, Silke Wlk Tel.: +33 3 881 422 25, E-Mail: bildredaktion@arte-tv.com
Foto: Sony Pictures Television
Kultur 3 Min. 08.07.2014 Aus unserem online-Archiv
Emmy-Nominierungen stehen am 11. Juli fest

Die Neue, die Alte und die Verflossene

Am 25. August werden die „Annual Primetime Emmy Awards“ – die Fernseh-Oscars – im Nokia Theatre in Los Angeles verliehen; die mit Spannung erwartete Bekanntgabe der diesjährigen Nominierungen erfolgt aber bereits am Donnerstag, dem 11. Juli 2014.

Am 25. August werden die „Annual Primetime Emmy Awards“ – die Fernseh-Oscars – im Nokia Theatre in Los Angeles verliehen; die mit Spannung erwartete Bekanntgabe der diesjährigen Nominierungen erfolgt aber bereits am Donnerstag, dem 11. Juli 2014.

 Analysiert man das Wahlverhalten der über 15 000 Mitglieder aus 28 Fernsehberufssparten der „Academy of Television Arts and Sciences“, die wie ihre Kollegen der großen Leinwand die begehrten Preise vergeben, muss man unweigerlich an Sprichwörter wie „Neue Besen fegen gut“ oder „Alte Liebe rostet nicht“ denken. Denn auch in diesem Jahr scheinen die Favoriten in der Drama-Kategorie sich an diesen zu orientieren – und sind dennoch für so manche Überraschung gut.

„True Detective“ ist bei dieser 66. Auflage der Emmy-Awards der Newcomer im Rennen. Das Polizistendrama um Matthew McConaughey und Woody Harrelson als zwei Ermittler, die einem Serienmörder auf den Fersen sind, gibt sich als Markenzeichen der Verbindung konventioneller Genreelemente mit philosophischen Diskursen über das Sein und Nichtsein. Einzigartig macht „True Detective“ auch, dass es seine Handlung größtenteils fast schon als nebensächlich behandelt. Wie Showrunner Nic Pizzolatto von Beginn an klar machte, ist „True Detective“ keine klassische Ermittlerserie, sondern eine Möglichkeit zur Charakterstudie.

Veteran "Breaking Bad"

Ganz anders verhält es sich mit dem Vorjahressieger und Veteran „Breaking Bad“. Groß erforscht werden die Charaktere in der finalen Staffel nicht mehr, da dies in den vorigen fünf Jahren zur Genüge getan wurde. Der Fokus lag da eher darin, die Handlung zu einem zufriedenstellenden Ende zu bringen. Und auch wenn die Geschichte des Chemielehrers, der nach einer Krebserkrankung zum „Crystal Meth“-Produzenten umsattelt, es schwer gehabt hätte, ihre vorigen Staffeln zu toppen, so verabschiedet sie sich von der Flimmerkiste mit einem – gebührenden! – großen Knall. Wo „True Detective“ in seinem ersten Jahr durch seine neue Coolness besticht, überzeugt „Breaking Bad“ auch dieses Mal durch unbarmherzige Abgebrühtheit und unvergleichliches Timing.

Ein Abschied für immer ist es trotzdem nicht, denn beide kehren – allerdings in abgeänderter Form – nächstes Jahr auf die Bildschirme zurück: „True Detective“ mit einem neuen Ermittlertrio; „Breaking Bad“ als „Better Call Saul“ ein Spin-off, das sich um den gerissenen Rechtsanwalt Saul Goodman dreht.

Alles andere als „cool“

Im Format unverändert kommt auch „The Good Wife“ zurück. Die Geschichte um eine Anwältin, die von ihrem Politikerehemann betrogen wird und alles andere als „cool“ galt, reiht sich ein in die lange Liste von Serien, die jede Woche mit einem neuen Fall aufwarten, um möglichst viele Zuschauer am Ball zu halten – dementsprechend sind die Autoren auch bemüht, ein leicht verdauliches Produkt aufzutischen. Dabei ist die Serie kein wirklich natürlicher Zuschauermagnet, da sie für Entspannungszuschauer definitiv zu clever, zu tief und zu rasant ist. Trotzdem wird es der Serie, nach zwei Jahren Abwesenheit, wohl gelingen, in den Kreis der Emmy-Anwärter zurückzukehren. Denn während „True Detective“ und „Breaking Bad“ nach einer bzw. fünf Staffeln ihr Ende gefunden haben, präsentiert „The Good Wife“ ständig neue Konstellationen. Nicht von ungefähr gilt die fünfte Staffel unter Kritikern als die beste bislang.

Dass die Rückkehr in die Riege der Nominierten dennoch keine Selbstverständlichkeit ist, liegt an einer starken Konkurrenz: Ob „Mad Men“, „House of Cards“, „Game of Thrones“, „Masters of Sex“, „Downton Abbey“ oder „The Americans“ – sie alle scheinen zu gut, um am Donnerstag leer auszugehen. Und so könnte es dennoch möglich sein, dass „The Good Wife“ weiterhin auf seine dritte Nominierung warten muss. Und ist erstmal die erste Hürde der Vorauswahl übermorgen genommen, so gilt es, sich noch bis Ende August in Geduld zu üben, bevor es zum 66. Mal lautet: „And the winner is ...“

von Chris Pesch

„True Detective“, „Breaking Bad“ und „The Good Wife“ sind allesamt auf DVD erhältlich.