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Die Filmkritik der Woche: „Jumanji: Welcome to the jungle“: Im Dschungel ist die Hölle los
Kultur 1 2 Min. 23.12.2017 Aus unserem online-Archiv

Die Filmkritik der Woche: „Jumanji: Welcome to the jungle“: Im Dschungel ist die Hölle los

Muskelprotz Spencer (Dwayne Johnson), sein lahmer Side-Kick Fridge (Kevin Hart), der übergewichtige (männliche!) Zoologe Bethany (Jack Black) und Lara-Croft-Powerfrau Martha (Karen Gillan) müssen sich nicht nur in ihren neuen Figuren, sondern auch in einem gefährlichen Spiel zurechtfinden (v.l.n.r.).

Die Filmkritik der Woche: „Jumanji: Welcome to the jungle“: Im Dschungel ist die Hölle los

Muskelprotz Spencer (Dwayne Johnson), sein lahmer Side-Kick Fridge (Kevin Hart), der übergewichtige (männliche!) Zoologe Bethany (Jack Black) und Lara-Croft-Powerfrau Martha (Karen Gillan) müssen sich nicht nur in ihren neuen Figuren, sondern auch in einem gefährlichen Spiel zurechtfinden (v.l.n.r.).
Foto: Sony Pictures
Kultur 1 2 Min. 23.12.2017 Aus unserem online-Archiv

Die Filmkritik der Woche: „Jumanji: Welcome to the jungle“: Im Dschungel ist die Hölle los

Vesna ANDONOVIC
Vesna ANDONOVIC
Daran merkt man, dass man nicht jünger wird: Dachte man bislang bei „Jumanji“ an das Brettspiel, das Robin Williams unglaubliche Abenteuer bescherte, so ist es nun eine Spielkonsole aus den '90er-Jahren, die Dwayne Johnson und Jack Black richtige Paraderollen bietet.

Von Vesna Andonovic

Kein Wunder, dass der Zuschauer bei „Jumanji: Welcome to the Jungle“ mit pawlowscher Wirksamkeit einen leicht bitteren Geschmack im Mund verspürt: Denn wer „Jumanji“ hört, denkt zwangsläufig gleich an Robin Williams, der 1995 dem ersten Film sein ganzes schauspielerisches Talent lieh.

Da kam 2016, als der neue Film angekündigt wurde, die klare Ansage, dass es sich nicht um ein Remake sondern eine Hommage an Williams handele, doch ziemlich gelegen, um die aufgewühlten Geister der Fans zu beruhigen.

Und in der Tat gibt es nun auch beim Film von Jake Kasdan wiedererkennbare Elemente (Dschungel, die Spielkulisse mit afrikanischem Trommelwirbel und atemberaubende Abenteuer), aber eben auch neue Pfade und Ideen werden ausgelotet. Am Drehbuch arbeiteten ganze vier (!) Autoren – Chris McKenna, Erik Sommers, Scott Rosenberg und Jeff Pinkner –, um die Idee von Chris McKenna nach der Buchvorlage von Chris Van Allsburg umzusetzen.

Viele Köche verderben keinen Brei

Dass viele Köche den Brei verderben, bewahrheitet sich in diesem Fall zum Glück nicht – ganz im Gegenteil: „The more the merrier“ ist hier das Motto – nicht nur in den Kulissen, auch vor der Kamera. Da werden vier Schüler – Geek Spencer, Footballkanone Fridge, Blondine Bethany und Intelligenzbestie Martha – zum Nachsitzen verdonnert („Breakfast Club“ lässt grüßen!). Dabei entdecken sie ein altes Videogame und finden sich plötzlich als Spielfiguren in einer unwirklichen Dschungelwelt wieder.

Und plötzlich ist der Geek ein Muskelprotz (Dwayne Johnson), die Sportkanone ein lahmer Side-Kick (Kevin Hart), das telefonsüchtige Blondinchen ein übergewichtiger und männlicher (!) Zoologe (Jack Black) und die linkische Schlaue ein heißer Lara-Croft-Feger (Karen Gillan). Nur gemeinsam können sie die abenteuerlichen Aufgaben lösen, um wieder in ihr richtiges Leben zurückzukehren.

Kritik verpackt in Action

Die Leichtigkeit, mit der Regisseur Jake Kasdan mit Genreelementen spielt und im Zeitgeist liegende Kritik humorvoll in unterhaltsame Action verpackt, erklärt sich wohl vor allem durch die Tatsache, dass er als Sohn des Drehbuchautors von „Raiders of the Lost Ark“, genau wie Obelix in den Zaubertrank, ins Filmgeschäft „hineingefallen“ ist, als er noch klein war. Und dass dabei der vermeintlich afrikanische Dschungel eigentlich im Jurassic Park ähnlichen Inselparadies Hawaii angesiedelt wird, dürfte wohl auch nur Botanikexperten auffallen.

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Der Spielfreude der versammelten Besetzung, allen voran Johnson und Black, tut dies jedenfalls keinen Abbruch – sie verzaubern durch Witz und Selbstironie. All dies macht den Film zur perfekten Weihnachtsunterhaltung, die einen nicht nur das winterliche Schmuddelwetter vergessen lässt, sondern zudem mit seinem unflätigen Humor sogar noch etwas Sonnenschein ins Herz zaubert.

„Jumanji: Welcome to the Jungle“ ist somit der Familienfilm, wie man ihn liebt: unterhaltsam, humorvoll und kurzweilig. Also „Ende gut, alles gut“ – zumindest bis zum nächsten Mal ...


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