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Deutschlands Filmganove: Rolf Zacher ist tot
Rolf Zacher hatte ein bekanntes Gesicht, er war ein Schauspieler, der von den Leuten auf der Straße angequatscht wurde.

Deutschlands Filmganove: Rolf Zacher ist tot

Foto: LW-Archiv/3Sat
Rolf Zacher hatte ein bekanntes Gesicht, er war ein Schauspieler, der von den Leuten auf der Straße angequatscht wurde.
Kultur 2 Min. 04.02.2018

Deutschlands Filmganove: Rolf Zacher ist tot

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Sein Gesicht kannte wohl fast jeder. Rolf Zacher, das Ganovengesicht des deutschen Films, ist tot. Am Samstagmorgen ist Zacher im Alter von 76 Jahren gestorben.

(dpa) - Seine Spanne reichte von Fassbinders „Berlin Alexanderplatz“ bis zum Dschungelcamp. Rolf Zacher hatte ein bekanntes Gesicht, er war ein Schauspieler, der von den Leuten auf der Straße angequatscht wurde. Dunkle Haare, schwarze Brille, markante Nase. Dazu die rauchig-krächzende Stimme, die er Stars wie Nicolas Cage oder Robert De Niro lieh. Am Samstagmorgen ist Zacher im Alter von 76 Jahren gestorben.

Zacher war eine Type. In Interviews konnte er wahlweise charmant wie unausstehlich sein. Es machte ihm Spaß, Anekdoten und Sinnsprüche rauszuhauen. Eine Auswahl: „Ich bin ein Seelenfänger“, „Die Liebe beginnt erst, wenn der Egoismus besiegt ist“ oder „Ich will beim Dreh immer so gut sein wie ein Seiltänzer, der nur eine Chance hat.“

Seine Liste mit Filmen ist seitenlang. Im Alter, als die guten Fernsehrollen knapp geworden waren, sagte Zacher, er müsse nicht unbedingt arbeiten. Er habe sehr viel Geld in seinem Leben verdient und es mit seinem Opa gehalten: „Das Geld muss raus!“ Pleite sei er aber nie gewesen.

Foto: RTL

In einem „Tatort“ von 1978 („Der gelbe Unterrock“) spielte Zacher einen Gauner im Drogenmilieu. Eine typische Rolle. Zacher sei „der beste Kleinganove des deutschen Kinos“, schrieb ein Kritiker. Dazu Drogen und Knast im wahren Leben. Das passte zum Rebellenimage. „Überall wo man ist - man ist immer selbst schuld“, sagte Zacher. Nach etlichen Drogenentzügen legte er Wert auf ein bewusstes Leben. Er mochte Yoga und Reiki. Nach dem Tod könne er „eine Schwingung im Kosmos“ sein, sagte er einmal.

Als Flüchtlingskind im Zweiten Weltkrieg in Berlin geboren, wuchs Zacher in Brandenburg auf. Getreu dem Motto „Lachen ist der Weg zum Leben“, hat sich der gelernte Bäcker von den Zeiten, in denen er sich als Barmixer, Sänger, Musiker oder Tänzer durchschlug, in die Welt der Film- und Fernsehstars hoch gearbeitet.

Zacher war vielseitig. Er lebte mal im Wohnmobil, drehte Kinderfilme und war Veganer. Musik war ihm wichtig. Fans wissen: auch bei der Rockband Amon Düül II und im Punkmusical „Gabba Gabba Hey“ mischte er mit.

Er sei „friedlich gestorben“, schrieb seine Lebensgefährtin Carola Blendermann der Deutschen Presse-Agentur. Wie das „Westfalen-Blatt“ berichtete, lebte der Schauspieler zuletzt in einem Hamburger Pflegeheim.

Er bereue nichts, sagte Zacher einmal, nur, dass er die Kindheit seiner 1972 geborenen Tochter aus einer Ehe mit Gisela Getty nicht mit erlebt habe. Kurz vor seinem 75. Geburtstag meinte er: „Ich habe wunderbar gelebt.“