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Deutscher Fernsehpreis senderübergreifend für Corona-Berichterstattung
Kultur 4 3 Min. 18.06.2020

Deutscher Fernsehpreis senderübergreifend für Corona-Berichterstattung

Mikrofone sind mit Folie abgedeckt. Senderübergreifend wurden die Redaktionen der Nachrichten- und vertiefenden Sondersendungen für ihre Corona-Berichterstattung mit einem Fernsehpreis ausgezeichnet

Deutscher Fernsehpreis senderübergreifend für Corona-Berichterstattung

Mikrofone sind mit Folie abgedeckt. Senderübergreifend wurden die Redaktionen der Nachrichten- und vertiefenden Sondersendungen für ihre Corona-Berichterstattung mit einem Fernsehpreis ausgezeichnet
Foto: dpa
Kultur 4 3 Min. 18.06.2020

Deutscher Fernsehpreis senderübergreifend für Corona-Berichterstattung

Auch gibt es einen Fernsehpreis in Richtung Luxemburg: Die von der Produktionsfirma Iris koproduzierte Serie "Bad Banks" bekommt die Auszeichnung für die beste Kamera in der Kategorie Fiktion.

(KNA/dpa) "Hinter uns liegt eine außergewöhnlich aufregende und vielfältige Reise durch die Programmsaison 2019/20." So beschrieb Wolf Bauer, der Juryvorsitzende, am Mittwoch die Suche nach den Gewinnern des Deutschen Fernsehpreises 2020. Schon der auf 16 Monate ausgeweitete Begutachtungszeitraum war eine der vielen Herausforderungen, so Bauer weiter, und "nicht zuletzt mussten wir unsere Kommunikation in der entscheidenden Phase coronabedingt auf den Audio-Modus beschränken".

Doch trotz aller Einschränkungen bei der von ARD, RTL, Sat.1 und ZDF in Kooperation mit der Deutschen Telekom gestifteten Auszeichnung konnte sich die Jury auf 27 Auszeichnungen einigen in den Programmbereichen Fiktion, Unterhaltung, Information und Sport und auch ihren Sonder- sowie einen Förderpreis vergeben.

Die Corona-Krise hat gezeigt, wie hoch das Informationsbedürfnis der Menschen ist und wie glaubwürdiger Journalismus helfen kann, Orientierung zu finden.

Juryvorsitzender Wolf Bauer

In der Kategorie "Beste Information" gab es den Sonderpreis für hervorragende Leistungen in der Corona-Berichterstattung - und zwar "senderübergreifend an die Redaktionen der Nachrichten- und vertiefenden Sondersendungen"  von ARD, ZDF, RTL, ProSieben, Sat.1 und n-tv mitsamt der verantwortlichen Journalisten.  Die Corona-Krise habe gezeigt, "wie hoch das Informationsbedürfnis der Menschen ist und wie glaubwürdiger Journalismus helfen kann, Orientierung zu finden", so die Jury.

Den Förderpreis bekam Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim, die unter anderem mit einem Corona-Kommentar in den „Tagesthemen“ (ARD) beeindruckt habe, urteilte die Jury.  

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Dabei lobte die Jury die verschiedensten Sender für deren "umfassende, verlässliche und journalistisch hervorragend aufbereitete Berichterstattung über das Geschehen in der Coronakrise". Diese habe zu wachsenden Reichweiten und steigender Nutzungsdauer selbst bei jungen Zielgruppen geführt.

Außerdem hätten die Journalistinnen und Journalisten mit ihrer "zunehmend kritischen Auseinandersetzung mit dem Regierungshandeln" bewiesen, dass das klassische Fernsehen "für die Mehrheit der Menschen immer noch das wichtigste Fenster zur Welt ist, das Anschluss und Teilhabe an den Geschehnissen ermöglicht und zum Entstehen einer kritischen Öffentlichkeit beiträgt".

Die Jury, so hieß es weiter, verstehe diesen Sonderpreis ausdrücklich als "Verpflichtung zu Qualitätsjournalismus im digitalen Medienzeitalter und als Ermutigung für verantwortungsbewusste Journalistinnen und Journalisten".

Zwei Netflix-Serien ausgezeichnet

Zu den Preisträgern in der Kategorie Fiktion gehört unter anderem die herausragende Krimiserie "Der Pass" als beste Drama-Serie: ein suggestiv umgesetzter Suspense-Stoff um einen Serienmörder im österreichisch-deutschen Grenzgebiet, der sich als Folklore-Figur Krampus verkleidet, seine Taten als gesellschaftlich-politische Korrekturen verbrämt und ein deutsch-österreichisches Ermittlerteam auf den Plan ruft.

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Als Comedy-Serie wurde ein deutsches Netflix-Original geehrt: "How to sell drugs online (fast)" greift lose einen realen Kriminalfall auf und erzählt als Mischung aus Coming-of-Age-Stoff und absurder Krimikomödie von einem Schüler, der sich zusammen mit einem Kumpel erstaunlich erfolgreich als Dealer im Darknet versucht. Netflix legt übrigens ab 21. Juli mit einer zweiten Staffel nach.

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Der Streaming-Anbieter konnte zudem mit der Serie "Unorthodox" punkten: Die Miniserie um eine Jüdin, die vor ihrer orthodoxen Familie nach Berlin flieht, wurde für ihre Ausstattung geehrt. Als bester Mehrteiler wiederum wurde "Preis der Freiheit" ausgezeichnet, eine Familiensaga um die Zeit der deutsch-deutschen Teilung. Für Barbara Auer, eine der Hauptdarstellerinnen, gab es außerdem den Preis als beste Schauspielerin.

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Den Preis als bester Fernsehfilm konnte das Liebesdrama "Bist du glücklich?" von Regisseur Max Zähle einheimsen: Laura Tonke und Ronald Zehrfeld brillieren darin als Paar, das sich nach 12 Beziehungs-Jahren getrennt hat und nun bei einer notwendigen gemeinsamen Autofahrt die Zeit ihrer Liebe noch einmal Revue passieren lässt.

Der Preis für die beste Regie in der Sparte Fiktion ging an Isabel Kleefeld für ihren Film "Eine harte Tour", rund um die Bergtour einer Freundesgruppe um die 50, die einen Verstorbenen aus ihrem Kreis ehren will, woraus sich eine Tragikomödie entwickelt.

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