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Dan Tanson arbeitet an Kinderprojekt „Heroïca“: Ein neues Erlebnis der Musik
Probe des szenischen Konzerts für sieben Instrumentalisten.

Dan Tanson arbeitet an Kinderprojekt „Heroïca“: Ein neues Erlebnis der Musik

(Foto: Peter Fischli / Lucerne Festival)
Probe des szenischen Konzerts für sieben Instrumentalisten.
Kultur 3 Min. 02.09.2014

Dan Tanson arbeitet an Kinderprojekt „Heroïca“: Ein neues Erlebnis der Musik

Nach seiner Zusammenarbeit mit dem „Lucerne Festival“ rund um das „Drumblebee“-Programm wurde der Luxemburger Regisseur Dan Tanson für ein weiteres Projekt in Luzern verpflichtet: „Heroïca“, ein choreografisches Konzert für sieben Musiker für Kinder ab neun Jahren.

(thi) - Nach seiner Zusammenarbeit mit dem „Lucerne Festival“ rund um das „Drumblebee“-Programm wurde der Luxemburger Regisseur Dan Tanson für ein weiteres Projekt in Luzern verpflichtet: „Heroïca“, ein choreografisches Konzert für sieben Musiker für Kinder ab neun Jahren. Nach der Uraufführung am 13. September in Luzern sind Vorstellungen in Sankt-Gallen, Lausanne und Basel – 2015 ebenfalls in Bern und Winterthur – geplant. Am 5. Oktober gastiert Dan Tanson mit seiner Musikergruppe im „Espace Découvertes“ der Philharmonie in Luxemburg.

Die Festspiele Luzern haben sich mit ihrem Programm „Young Performance“ zum Ziel gesetzt, junge talentierte Musiker in ihrer beruflichen Laufbahn zu unterstützen und ihnen passende Auftrittmöglichkeiten mit renommierten Dirigenten zu ermöglichen. 

Der Weg zum Profimusiker

Auch wenn diese Jugendlichen sich zu feinen Orchestermusikern entfalten können, ist der Weg zum Profimusiker oft mit zahlreichen Hürden versehen. „Deshalb ist es wichtig, ihnen mit einem Pilotprojekt zu helfen“, erklärt Dan Tanson. „Meine Idee war es, einer kleinen Gruppe von jungen Menschen ein neues Erlebnis, eine neue Erfahrung mit dem Medium Musik zu vermitteln.“

Probe des szenischen Konzerts für sieben Instrumentalisten.
Probe des szenischen Konzerts für sieben Instrumentalisten.
(Foto: Peter Fischli / Lucerne Festival)

Das Projekt „Heroïca“ besteht darin, Musiker die Möglichkeit zu geben, sich auf einer Bühne frei entfalten zu können. „Ohne Partitur, das war mir von Anfang an äußerst wichtig“, unterstreicht der Regisseur. „Die Jungen sollen eine neue Sprache mit ihrem Instrument entwickeln können. Sie sollen sich bewusst werden, dass mit ihrem Körper Bewegungen und Emotionen ausgedrückt werden können. Musiker sind zu oft von der Qualität des Klangs ihres Instruments besessen und vergessen dabei ihre Körpersprache“.

Eine einheitliche Dramaturgie 
mit sieben Musikern

Rund 40 Musiker des „Lucerne Festival Young Performance“-Programms stellten sich einem ersten Casting. Sieben Instrumentalisten verschiedener Nationalitäten wurden schließlich zurückbehalten: eine Violine, ein Kontrabass, eine Klarinette, ein Horn, eine Zugposaune, eine Harfe und ein Schlagzeug.

„Jeder Musiker musste für den Probenanfang eine Reihe von Solostücken, Duos oder Ensemble-Werken mitbringen und der Gruppe schmackhaft machen“, so Dan Tanson, dessen Aufgabe es war – mit Hilfe der niederländischen Choreografin Laura van Hal –, eine „einheitliche Dramaturgie“ für diese wortlose Verschmelzung von Tanz und Musik zu erarbeiten.

Die Harfistin hat Verspätung

Die Harfistin hat den Anfang des Konzerts verpasst. Wie kann sie unauffällig in die Musikergruppe integriert werden? Mit viel Witz und Perfidie wird sie sich aus ihrer misslichen Lage befreien können. Wie der Titel „Heroïca“ es vermuten lässt, geht es im Stück „um kleine heroische Gesten des Alltags. Held und Antiheld stehen sich gegenüber. Wer von den Mädchen oder von den Jungen wird der Stärkste sein? Aus der Situationskomik muss jeder lernen, sich und seine Probleme, seine Fragen und Ängste zu überwinden“.

Zielpublikum von „Heroïca“ sind Kinder ab neun Jahren: „Ein Alter, in dem sich zahlreiche Fragen über Pubertät, Individualität und Persönlichkeit stellen. Ich liebe es, für Kinder zu arbeiten, ihnen Geschichten zu erzählen. Ihre Welt ist nicht so kompliziert und umständlich wie unsere. Die Welt ist ein Abenteuer; es ist wert, es zu leben.“

„Die Mischung macht's“

Nach dem Motto „Die Mischung macht's“ entschied sich Dan Tanson, auf Partituren von Bach, Mozart, Fauré, Hindemith, Stockhausen, Cage sowie den Dance-Song „Wake me up“ von Avicii zurückzugreifen. „Mit der geplanten Egmont-Ouvertüre von Beethoven hat es jedoch nicht geklappt“, sagt Dan Tanson. Der Musikercoach Erik Borgir stand während der ganzen Probenarbeit den Musikern und dem Regisseur zur Seite.

„Am Anfang empfanden die Musiker Schwierigkeiten, sich im Raum bewegen zu müssen, um ihren Ideen freien Lauf zu lassen. Auch das Improvisieren mit dem eigenen Instrument stellte manche vor eine unlösbare Aufgabe“, erinnert sich Dan Tanson, der seit gestern sein Projekt in Luzern 
finalisiert.

Nach der Uraufführung am 13. September in Luzern sind Vorstellungen in Sankt-Gallen, Lausanne und Basel – 2015 ebenfalls in Bern und Winterthur – geplant. Am 5. Oktober gastiert Dan Tanson mit seiner Musikergruppe im „Espace Découvertes“ der Philharmonie in Luxemburg.

Ein Video der Proben sehen Sie hier.


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