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Corona-Krise: Theaterhäuser rücken näher zusammen
Kultur 2 Min. 29.05.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Krise: Theaterhäuser rücken näher zusammen

Das Grand-Théâtre und der Kinneksbond Mamer stellen ihre Bühnen auch anderen Häusern zur Verfügung.

Corona-Krise: Theaterhäuser rücken näher zusammen

Das Grand-Théâtre und der Kinneksbond Mamer stellen ihre Bühnen auch anderen Häusern zur Verfügung.
Foto: Chris Karaba
Kultur 2 Min. 29.05.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Krise: Theaterhäuser rücken näher zusammen

Marc THILL
Marc THILL
Die Theaterbühnen wollen spielen, die Schauspieler, Tänzer und Zirkusartisten vor ihr Publikum. Und das so schnell wie nur möglich.

Theater- und Kulturhäuser dürfen seit diesem Wochenende wieder öffnen, können es aber beim besten Willen nicht. Theaterproduktionen, Tanzchoreografien, Kindertheater, Zirkusnummern, all das hat eine gewisse Anlaufzeit – Casting, Proben, Kostüme, Licht, Werbung. Auf die Schnelle lässt sich das nicht bewerkstelligen.

Die Theaterföderation meldet sich daher in einem Presseschreiben zu Wort, um hierauf aufmerksam zu machen. Ein Schnellstart sei nicht möglich, umso mehr da alle Kulturhäuser und Theaterbühnen erstmals die vorgeschrieben Gesundheitsbestimmungen anwenden müssten. Derzeit arbeite man noch an einem gemeinsamen Protokoll, um sowohl die vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen wie auch die künstlerische Freiheit, die eine Bühnenproduktion brauche, auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Zwei Dinge sind den Künstlern und Veranstaltern dabei besonders wichtig: Die vorgegebenen Bestimmungen über die Probenarbeit und die Zahl der zugelassenen Zuschauer. 


Shutterstock Vorhang Theater
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Gefordert wird eine Lockerung der Vorschriften für die Proben und Aufführungen sobald die Epidemiekurve dies zulassen werde, um so sicherstellen zu können, dass die Künstler ihre Arbeit auch in voller künstlerischer Freiheit ausüben könnten. Derzeit werden zwei Meter Abstand zwischen den Schauspielern verlangt und es besteht auch die Maskenpflicht.

Die Theaterhäuser verlangen aber auch eine Anpassung der Anzahl der zugelassenen Zuschauer, das am Beispiel der Aktivitäten im Horesca-Sektor, aber auch in Bussen, Zügen und Flugzeugen. Nach jetzigen Vorgaben können allenfalls 20 Prozent der Kapazität der Häuser genutzt werden.

Die Theaterföderation hat zusammen mit dem Gesundheitsministerium eine Arbeitsgruppe auf die Beine gestellt, die ausgehend von den Bestimmungen in anderen Ländern an einem gemeinsamen Konzept arbeitet, wie Kulturveranstaltungen unter den bestmöglichen Bedingungen stattfinden können.

Solidarität unter Theaterhäusern

Die Theaterwelt will aber auch mehr als bisher zusammenrücken. Solidarität lautet daher das Schlagwort. So werden – wie aus einer Pressemitteilung des Grand-Théâtre und des Kinneksbond Mamer hervorgeht – die Theater der Stadt Luxemburg und der Kinneksbond zur Herbstrentrée ihre jeweiligen Bühnen mit dem Kasemattentheater, dem Théâtre du Centaure und dem Théâtre Ouvert Luxembourg teilen. Gerade für die kleinen Häuser sind die Vorschriften der gesellschaftlichen Distanzierung, die voraussichtlich im September 2020 in Kraft treten werden, ein Ding der Unmöglichkeit. Die Einzelheiten dieser Zusammenarbeit sollen noch zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt werden.


Kultur , Kleine Theaterhäuser und die Coronakrise , Covid-19 , Sars-CoV-2 , Theatre Ouvert Luxembourg , TOL ,  Bonneweg , Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
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Das Grand-Théâtre und der Kinneksbond haben zudem Auftragsarbeiten an Stückeschreiber vergeben. Diese Arbeiten werden demnächst auf beiden Bühnen aufgeführt. Ferner geht an alle Akteure der darstellenden Kunst – Schauspiel, Zirkus, Tanz – der Aufruf, Produktionen auszuarbeiten, die sich außerhalb der Theaterhäuser aufführen lassen. Drei Themenfelder sind vorgegeben: „Discours sur l’état d’urgence“, „Hymne aux oubliés de la crise“, „Inventaires des belles choses“.  

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