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Im Sommer die Anlaufstelle für junge Musik
Kultur 3 1 3 Min. 22.07.2021
Congés Annulés in den Rotondes

Im Sommer die Anlaufstelle für junge Musik

Kultur 3 1 3 Min. 22.07.2021
Congés Annulés in den Rotondes

Im Sommer die Anlaufstelle für junge Musik

Marc THILL
Marc THILL
Das Festival startet an diesem Freitag und verspricht gute Musik für wenig Geld.

Das Sommerfestival Les Congés Annulés in den Rotondes ist nach wie vor einer der besten Gründe, auch im Sommer in Luxemburg zu bleiben. Denn wenn die Temperaturen steigen und allerorts die Bürgersteige hochgeklappt werden, dann ist dieses Festival am Bahnhof eine der wenigen Anlaufstellen für gute Musik im Land. Es ist eines der wenigen Festivals überhaupt in dieser Zeitspanne mit Konzerten, Showcases, DJ-Sets, Märkten und Musikdokumentationen.

Die Rotondes werden damit zum idealen Ort für einen langen Apéritif in der Sonne – am besten mit Musik und unter Freunden. In diesem Jahr werden hierfür der Vorplatz der Rotondes und die Buvette-Terrasse genutzt, einige Konzerte sind aber auch in den Rotondes selbst angesagt. Alle Veranstaltungen werden sich – Covid oblige! – dem CovidCheck anpassen müssen. Rein darf also nur, wer die Zertifikatskontrolle am Eingang passiert und das mit einer Vollimpfung, einem aktuellen PCR-Test oder einem kostenlosen Schnelltest bei der Ankunft auf dem Gelände. Das Programm läuft ab heute bis zum 25. August, ist sehr vielfältig, einiges ist auch gratis, die Ticketpreise sind insgesamt sehr jugendfreundlich; reservieren sollte man aber auf alle Fälle.

Francis of Delirium goes orchestral

Den Auftakt macht am Freitagabend um 20 Uhr die Mauskovic Dance Band des in Amsterdam lebenden Multiinstrumentalisten Nicola Mauskovic, die fester Bestandteil von Festivalbühnen und Nachtclubs in ganz Europa ist. Diese Gruppe kombiniert Elemente von Cumbia, afro-karibischen Rhythmen und Space Disco und schafft so einen einzigartigen hypnotischen Groove.

Nach der Mauskovic Dance Band folgt ebenfalls am Samstag Bothlane, das Soloprojekt des Schlagzeugers Alain Deval (The Brums, Ginger Bamboo, Quart, Anu Junnonen ...). Seine Musik ist eine Mischung aus Schlagzeug und modularem Synthesizer und hat ihre Ursprünge in der Trance- und Tanzmusik. Bothlane ist inspiriert von Techno und Afro/Jazz-Rhythmen sowie von musikalischen Texturen.

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Am Samstag steht etwas sehr Ausgefallenes aus Luxemburg auf dem Programm: Die Rockband Francis of Delirium wird ihre Lieder erstmals mit einem kleinen Kammerorchester aufführen, das aus einem Streichertrio, einem Fagott, einer Flöte, einem Horn und einer Klarinette besteht. Pol Belardi hat einige der Songs der Band hierfür arrangiert. Diesen Abend sollte man auf keinen Fall verpassen, denn auch wenn Francis of Delirium eine Rockband ist, so steht im Zentrum dieses Musikprojekts dennoch die Liebe zur gesamten Musikbreite.

Aus Luxemburg Francis of Delirium mit Kammerorchester.
Aus Luxemburg Francis of Delirium mit Kammerorchester.

Leadsängerin und Songwriterin Jana Bahrich ist nämlich mit allen erdenklichen Instrumenten aufgewachsen, von der Geige und dem Horn bis hin zum Banjo und zur Gitarre. Und bei den Klängen von Brahms, Mahler und Debussy hat sie eine echte Liebe zur klassischen Musik entwickelt. Insofern war es nur eine Frage der Zeit, bis sie auch diese Instrumente für ein gemeinsames Projekt auf die Bühne bringen wollte.

Alte Vinyls, Upcycling und Food-Trucks

Am kommenden Sonntag steht dann auch schon einer der drei zusätzlichen Festivalevents auf dem Programm, das „Merch-O-Rama“ von 14 bis 19 Uhr, also der Verkauf von gebrauchten Vinyls. Vorgesehen ist ebenfalls ein Tag des Upcyclings und Verkaufs von Second-Hand-Kleidung und Gebrauchsgegenständen, und zwar am Samstag, dem 14. August von 10 bis 20 Uhr, sowie ein Food-Truck-Treffen am Wochenende des 21. und 22. August jeweils von 10 bis 22 Uhr.

Neben den Konzerten und DJ-Sets werden ferner zwei Dokumentarfilme gezeigt: am Sonntag, 1. August um 21 Uhr „Swans: Where Does A Body End?“, ein intimes Porträt der Band Swans, von ihren Wurzeln als brutale, konfrontative Post-Punk-Band, die in den frühen 1980er-Jahren in New York entstanden ist, bis hin zu ihrem erfolglosen Versuch, im Indie-Rock-Goldrausch der 90er Jahre Mainstream-Erfolge zu erzielen.

Aus London kommen Dry Cleaning, die vom „Rolling Stone“ als „eine der aufregendsten Bands im Rock“ gefeiert wird.
Aus London kommen Dry Cleaning, die vom „Rolling Stone“ als „eine der aufregendsten Bands im Rock“ gefeiert wird.

Eine Woche später, am Sonntag, dem 8. August, ebenfalls um 21 Uhr, wird „Rockabul“ gezeigt: Um den Konflikt mit der Kultur herauszufordern, stellte Afghanistans erste Metal-Band, District Unknown, sich und ihre Anhänger buchstäblich in die Schusslinie. Sie wurden zur Zielscheibe, weil ihre Musik die afghanische Jugend, die in Afghanistan lebende Expat-Gemeinde und das internationale Publikum ansprach. Fünf unscheinbare junge Männer setzten sich mit Identität und Freiheit auseinander und das an einem Ort, an dem beides tödlich sein kann.  

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