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Clean Bandit im Atelier: Von allem etwas
Kultur 1 2 Min. 24.11.2014

Clean Bandit im Atelier: Von allem etwas

Das britische Quartett Clean Bandit zeigte am Sonntagabend im Atelier, dass mehr in ihm steckt als ein One-Hit-Wonder. Maßgeblich dazu bei trugen zwei Gastsängerinnen, die die Menge mit Stimmgewalt und guter Laune zum Kochen brachten.
Feierten on Stage eine große Party: Neil Amin-Smith, Florence Rawlings, Elisabeth Troy und Grace Chatto (v.l.n.r.).
Feierten on Stage eine große Party: Neil Amin-Smith, Florence Rawlings, Elisabeth Troy und Grace Chatto (v.l.n.r.).
Foto: Tania Bettega

(mij) - Das britische Quartett Clean Bandit zeigte am Sonntagabend im Atelier, dass mehr in ihm steckt als ein One-Hit-Wonder. Maßgeblich dazu bei trugen zwei Gastsängerinnen, die die Menge mit Stimmgewalt und guter Laune zum Kochen brachten.

"So you think electronic music is boring?" - in einem der spannendsten Tracks des aktuellen Albums "New Eyes", "Mozart's House", sprechen Clean Bandit das an, was viele Musikfans denken: Elektronische Musik ist langweilig, repetitiv und ohne Anspruch. Doch das stimmt nicht! Zumindest bei der Band Clean Bandit, die bei ihrem Auftritt im Musikclub den Atelier mit einem Mix aus unterschiedlichsten Musikstilen überzeugte.

Zwei starke Stimmen

Mehr als 500 Fans der vierköpfigen Combo, die sich aus ehemaligen Studenten der Universität Cambridge zusammensetzt, konnten sich in der Rue de Hollerich davon überzeugen, dass Synthesizer-Beats nach mehr klingen, wenn man diese mit klassischen Elementen (Grace Chatto am E-Cello und Neil Armin-Smith an der Violine), Two Step, Hip-Hop und R'n'B vermischt.

Gekrönt wurde die Genre-Mixture durch die Gastsängerinnen Elisabeth Troy und Florence Rawlings, die nicht nur der stimmlich schwachen Grace Chatto unter die Arme griffen, sondern auch mit jeder Menge guter Laune eine wahre Party on Stage feierten. Heiße Tanzeinlagen inklusive!

Das gesamte Songmaterial der Band - die erste Single "A+E" erschien 2012, das erste Album "New Eyes" im Jahr 2014 - wurde innerhalb einer Stunde ohne große Pausen abgespult. Bereits nach 23 Minuten wurde Track Nummer 8, "Up Again", angestimmt.

Das offizielle Video zu "Rather Be":

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Der Überhit

Das Publikum feierte jeden der 15 Titel, darunter auch den Reggae-lastigen Ohrwurm "Rihanna", frenetisch. Und das, obwohl viele eigentlich nur auf einen Song hinfieberten: "Rather Be", den Hit des Frühjahrs, der in allen europäischen Ländern die Chartspitze erklomm und selbst in den USA in die Top 10 vorpreschte. Diesen gab es natürlich erst als krönenden Schlusspunkt, nach dem Robin-S-Cover "Show me love", als zweite Zugabe.

Einziger Wermutstropfen eines im Grunde abwechslungsreichen und mitreißenden Konzerts - zumindest für Fans, die bereits Live-Gigs der Band verfolgen konnten: "Rather Be" klang ohne Jess Glynne, die stilprägende Stimme des Songs, beinahe ein wenig langweilig. Aber was soll man machen: Die Band kann nicht jeden Gastmusiker des Albums (darunter Sharna Bass, Rae Morris, Hip-Hop-Sängerin Lizzo und Reggae-Künstler Stylo G) in den Tourbus packen. Das würde definitiv den Rahmen sprengen.


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