Causa Lunghi : Disziplinarverfahren wird nicht eingestellt
(ml) - In der Causa Lunghi kam es am Mittwoch zu einer überraschenden Wende. Nach seinem Fehlauftritt während eines RTL-Interviews, hat sich Mudam-Direktor Enrico Lunghi bei der Journalistin Sophie Schram schriftlich entschuldigt. Die Reporterin nahm die Entschuldigung an. Für RTL ist der Fall damit erledigt. "Für uns ist das Kapitel jetzt zu", hieß es lapidar am Mittwoch auf der Webseite des Senders. Für Lunghi ist die Sache hingegen noch nicht gegessen.
"Entschuldigung ändert nichts am Tathergang"
Premier- und Kulturminister Xavier Bettel hatte am Dienstag auf einer improvisierten Pressekonferenz verkündet, dass er ein Disziplinarverfahren gegen den Mudam-Direktor angeordnet habe. Lunghis Verhalten könne man nicht einfach so hinnehmen, so Bettel, der sich ohne jegliche Untersuchung dazu hinreißen ließ, von einer Einschränkung der Pressefreiheit zu sprechen. Das Disziplinarverfahren wird nicht eingestellt, bestätigt ein Sprecher des Kulturministeriums auf Nachfrage hin dem "Luxemburger Wort".
Lunghis Entschuldigung ändere nichts an dem Tathergang, der Bettel dazu bewegt habe, ein Disziplinarverfahren einzuleiten, heißt es weiter. Der entsprechende Brief sei an den zuständigen "commissaire à la discipline" verschickt worden. Dieser müsse nun über die weitere Vorgehensweise befinden. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, steht derzeit noch nicht fest. Dem Vernehmen nach sind dafür keine Fristen vorgesehen. Bereits am Donnerstag muss Enrico Lunghi vor dem Verwaltungsrat des Mudam erscheinen, an dessen Spitze Erbgroßherzogin Stéphanie steht. Der Verwaltungsrat möchte sich ein Gesamtbild von dem Vorfall machen.
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