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Blick in die Trickkiste
Filmproduzent Pierre Urbain erklärt Jo und Klara die einzelnen Schritte bei der Produktion eines Animationsfilms.

Blick in die Trickkiste

FOTO: GERRY HUBERTY
Filmproduzent Pierre Urbain erklärt Jo und Klara die einzelnen Schritte bei der Produktion eines Animationsfilms.
Kultur 1 2 Min. 20.11.2018

Blick in die Trickkiste

Marc THILL
Marc THILL
Wie entsteht ein Zeichentrickfilm? Die fünfte Schulklasse aus Contern wollte mehr dazu erfahren und schickte zwei Schüler nach Differdingen in das Animationsstudio Doghouse Films.

Klara und Jo, elf und zehn Jahre alt, werfen erstmals neugierige Blicke in die Bilderfabrik. Sie sind Schüler der fünften Klasse der Grundschule Contern, vor allem aber sind sie filmbegeistert und wollen deshalb mehr über den Animationsfilm erfahren. Da bietet sich ein Besuch im Studio der Filmproduktionsgesellschaft Doghouse Films in Differdingen an. Denn dort wurde bis zuletzt emsig am Zeichentrickfilm „Pachamama“ über das Abenteuer eines Mädchens und eines Jungen aus dem Inkareich des 16. Jahrhunderts gearbeitet – ein spannender und nachdenklicher Film, der am 5. Dezember in den Luxemburger Kinos anlaufen wird.

Lebendiger als das Leben

„Das hatte ich mir schon ganz anders vorgestellt“, sagt Jo nach der Besichtigung, und auch Klara sieht man die helle Begeisterung an. Hat der Besuch etwa Träume zunichte gemacht? Hat der Blick in die Trickkiste des Films den beiden Schülern vielleicht doch einige Illusionen geraubt?

„Wir werden die animierten Figuren in Zukunft mit anderen Augen betrachten als bisher“, meinen Jo und Klara. Die Bewunderung bleibt aber erhalten. Den beiden Schülern ist klar geworden, wie viel Arbeit in einem Zeichentrickfilm steckt. Eine Filmproduktion trägt niemals nur die Handschrift eines Zeichners, viele sind gefragt, damit Figuren lebendig werden und Einzelzeichnungen zu einer spannenden Geschichte zusammenfließen.


BTS Animatioun LTAM, Béatrice Welter, foto Lex Kleren
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„Willkommen bei Doghouse Films“, begrüßt Pierre Urbain seine jungen Besucher. Er ist Filmproduzent in einer Firma, die ganz gewiss nicht zu den Riesen der Animationsfilmbranche zählt. Doghouse beschäftigt um die 30 Angestellte, ist im 1535° Creative Hub untergebracht, einer ausgedienten Fabrikhalle der Stahlindustrie, und verfügt dort über einige Büros im dritten Stockwerk: Weiße Wände mit Filmplakaten und vor allem eins – technisches Gerät, Bildschirmen, Computer, Grafiktabletts. Damit bringen die Zeichner ihre Figuren in Bewegung, lassen Autos sausen und Flugzeuge fliegen. Bewegung ist aber nicht alles. Auch das Ambiente muss stimmig sein: Dekors, Schatten, Farbtöne, Stimmen, Geräusche, Musik ...

„Pachamama“ zum Vertiefen

Zur Zeit arbeitet Doghouse an der deutsch-tschechisch-luxemburgischen Produktion „Fritzi“ über die frühere Ost-West-Trennung in Deutschland, die 2019 ins Kino kommen wird. Die gesamte Mannschaft des Animationsstudios fiebert aber auch der Premiere ihres ersten Langspielfilms entgegen, „Pachamama“ von Juan Antin, der ab 5. Dezember im Kino läuft. Erzählt wird die Geschichte von Tepulpaï und Naïra, zwei Kindern aus einem kleinen Andendorf, die versuchen ihr schützende Totem zurückzuholen, das ihnen der Steuereintreiber des Inkareiches gestohlen hat. Dabei führt ihre Suche die beide bis in die von den Eroberern belagerten königlichen Hauptstadt Cuzco. Der Film „Pachamama“ ist ein engagierter Film für Kinder, der sich in Schulklassen auch noch vertiefen lässt. Ein pädagogisches Dossier findet sich auf der Webseite der Vertriebsgesellschaft Haut et Court Distribution. Gespannt blickt die Schulklasse aus Contern der Filmvorführung entgegen.


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