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Berlinale: Wim Wenders erhält "Goldenen Ehrenbären"
Kultur 3 2 Min. 12.02.2015 Aus unserem online-Archiv

Berlinale: Wim Wenders erhält "Goldenen Ehrenbären"

Wim Wenders stellte auf der Berlinale seinen neuen Film 'Every Thing Will Be Fine' vor

Berlinale: Wim Wenders erhält "Goldenen Ehrenbären"

Wim Wenders stellte auf der Berlinale seinen neuen Film 'Every Thing Will Be Fine' vor
REUTERS
Kultur 3 2 Min. 12.02.2015 Aus unserem online-Archiv

Berlinale: Wim Wenders erhält "Goldenen Ehrenbären"

Bei der Berlinale wird am Donnerstag der deutsche Regisseur Wim Wenders mit einem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

(dpa) - Bei der Berlinale wird am Donnerstag der deutsche Regisseur Wim Wenders mit einem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Der 69-Jährige hat mit Filmen wie „Der Himmel über Berlin“ und „Pina“ Filmgeschichte geschrieben und wurde zum Aushängeschild des "Neuen Deutschen Films". Bei der Gala im Berlinale-Palast (22.00 Uhr) läuft eine digital restaurierte Fassung seines Thrillers „Der amerikanische Freund“ von 1977 mit Bruno Ganz und Dennis Hopper. Wim Wenders. Insgesamt zeigt die Berlinale in einer Hommage zehn herausragende Filme von Wenders.

Mit der jungen Schauspielerin Lilah Fitzgerald eroberte Wim Wenders den roten Teppich im Rahmen der Premiere seines neusten Films.
Mit der jungen Schauspielerin Lilah Fitzgerald eroberte Wim Wenders den roten Teppich im Rahmen der Premiere seines neusten Films.
AFP

Wenders hatte vor drei Jahren die weltweiten Auswertungsrechte an seinen Arbeiten aus den Jahren 1967 bis 2006 kaufen können, viele Filme waren allerdings in einem erbärmlichen Zustand.Seit 2014 arbeitet die in Düsseldorf gegründete Wim Wenders-Stiftung an der Restaurierung. Die Bilder werden digitalisiert, sollen aber den optischen Charme des Analogen behalten.

In neuem 3D-Film „Every Thing Will Be Fine“ des Regisseurs spielt der amerikanische Topstar James Franco die Hauptrolle des Schriftstellers, der ein Kind überfährt und an seinen Schuldgefühlen fast zerbricht.

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Franco interessierte besonders die Arbeit mit dem Deutschen: "Die Rolle war interessant, aber nicht ein ,Wow, unbedingt!' Ausschlaggebend war die Arbeit mit Wim Wenders. Ich fand es spannend, dass er einen Spielfilm in 3D drehen wollte, weil ich einfach alles interessant finde, was unsere Möglichkeiten erweitert, Geschichten für Kino zu erzählen. Und Wim ist als Regisseur großartig. Er ist sehr genau mit allem. Es würde mich nicht wundern, wenn er schon zu Drehbeginn eine Filmversion fertig geschnitten im Kopf hätte."

Seit seinem Spielfilmdebüt „Summer in the City“ (1970) hat Wenders rund 50 Filme gedreht, viele mit großem internationalen Erfolg. Oft sind es rastlose oder verlorene Helden, von denen er erzählt. Aber seine Kamera begleitet sie so nah, liebevoll und poetisch, dass die Bilder sich für immer einprägen - Gemälde mit der Kamera.

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Bei allem Erfolg ist der gebürtige Düsseldorfer (Markenzeichen: dicke blaue Brille) durchaus auf dem Boden geblieben. Sonst Stammgast in Cannes, freut er sich jetzt über sein „Heimspiel“ in Berlin. „Aber ich schiebe es von mir persönlich weg und sehe es als eine Auszeichnung für meine Filme“, sagt er im in einem Interview. „Die haben's hoffentlich verdient.“

1945 als Sohn eines Arztes geboren, hatte er 1971 in München mit zwölf Kollegen den legendären Filmverlag der Autoren gegründet. Mit seiner Kinoversion von Peter Handkes Roman „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ (1972) wurde er zum Aushängeschild des „Neuen Deutschen Films“.

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Es folgten etwa das Roadmovie „Alice in den Städten“ (1974) und das frühe Meisterwerk „Im Lauf der Zeit“ (1976). Einer der größten Hits wurde das melancholische Roadmovie „Paris, Texas“ (1984). Die Westernparodie „Don't Come Knocking“ erhielt 2005 auf dem Filmfestival in Cannes zwanzig Minuten Applaus. Berlinale-Chef Dieter Kosslick schreibt ihm zu, dass er unser Filmgedächtnis geprägt habe.

Nach zwei siebenjährigen Stationen in den USA lebt der Reise- und Musikfreak mit seiner dritten Frau Donata inzwischen wieder überwiegend in Berlin.


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