Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Berlinale: Hillary Clinton stellt Doku vor
Kultur 3 4 Min. 24.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Berlinale: Hillary Clinton stellt Doku vor

Neben der Präsentation einer Dokumentation über sie, spricht Hillary Clinton auch bei der Berlinale.

Berlinale: Hillary Clinton stellt Doku vor

Neben der Präsentation einer Dokumentation über sie, spricht Hillary Clinton auch bei der Berlinale.
Foto: AFP
Kultur 3 4 Min. 24.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Berlinale: Hillary Clinton stellt Doku vor

Während die ehemalige US-Präsidentschaftkandidatin debattieren wird, findet im Luxemburger Botschaftssitz der traditionelle Berlinale-Empfang statt.

(dpa/KNA/dco) - Mit den Schauspielern Willem Dafoe, Lars Eidinger und Nina Hoss geht die Berlinale weiter. Außerdem kommt abends die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton - wegen eines besonderen Projekts. Die frühere amerikanische Außenministerin und Ex-First-Lady soll in Berlin die Dokuserie „Hillary“ vorstellen. Der Vierteiler der Filmemacherin Nanette Burstein gibt Einblick in Leben und Karriere der 72-Jährigen. 

Nach der Premiere steht abends ein Filmgespräch mit Clinton auf dem Programm. Am Dienstag will die frühere US-Präsidentschaftskandidatin, die 2016 von Donald Trump geschlagen wurde, eine Pressekonferenz geben. Der Abo-Sender Sky hat sich die Rechte an der Serie gesichert. 

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Ebenfalls am Montagabend findet der traditionelle Berlinale-Empfang im Berlinale Botschaftssitz des Großherzogtums statt. Zahlreiche Gäste werden erwartet. 

Das Logo des Luxemburger Berlinale Empfangs.
Das Logo des Luxemburger Berlinale Empfangs.
Foto: Luxemburger Botschaft Berlin

Neues vom Wettbewerb

Die Katholische Nachrichtenagentur schaut genauer in den am Wochenende vorgestellten Wettbewerbsbeitrag von Regisseur Christian Petzold: ",Undine’ führt mitten hinein in die Welt des Christian Petzold, doch das Bezaubernde dieses Films ist, dass er von dem erzählt, was alle bewegt. Kann man ohne Liebe leben? Es wäre ebenso töricht wie tödlich, es ohne sie zu versuchen. Und so kommt es am Ende dann, wie in jedem Märchen, zu einem neuen Anfang. " Der Film gibt mit knappen Dialogen und konstruierten Szenen viele Rätsel auf. Manche könnten das spröde finden, aber es gibt viele bezaubernde Szenen. 

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Ins Rennen um den Goldenen Bären ging am Sonntagabend auch das Epos „Todos os Mortos“ von Caetano Gotardo und Marco Dutra. Der Film erzählt von zwei Familien und der Abschaffung der Sklaverei in Brasilien um 1900. Mit großer Sensibilität wird im Film unter anderem über Religionsfreiheit und politische Toleranz nachgedacht. Es ist einer von 19 Filmen aus Brasilien bei den Festspielen, ein Rekord, wie die brasilianische Zeitung „O Globo“ berichtete.

Bolsonaro und die Filmkunst

In diesem Jahr werden die Filme nicht durch die staatliche Filmagentur Ancine bei der Teilnahme an der Berlinale unterstützt, sondern durch das private Institut Olga Rabinovich aus São Paulo. Während das brasilianische Kino im Ausland Erfolge einfährt, steht es in Brasilien unter Druck. Der rechte Präsident Jair Bolsonaro hatte vergangenes Jahr die Abschaffung der Ancine bewogen.


Zwei Frauen, ein Duell: Yalda besticht durch die beiden Darstellerinnen.
"Yalda" bei der Berlinale: Gnadenerlass vor Publikum
Die Luxemburger Koproduktion feierte ihren Auftakt im Berlinale-Jugendwettbewerb "Generation".

Auch intern durchlebte die Filmagentur Turbulenzen mit wechselnd beziehungsweise gar nicht besetzten Führungsposten. Am Freitag schlug Bolsonaro einen Pastor und die Organisatorin eines Festivals für christliches Kino für das Direktorium vor. Das brasilianische Kino hat seit jeher eine spezielle Beziehung zur Berlinale. Die beiden Filme „Central do Brasil“ und „Tropa de Elite“ gewannen bei den Internationalen Filmfestspielen jeweils den Silbernen Bären.

Bei der Pressekonferenz zum Film kam es dann zu einem eindringlichen Appell der „Todos os Mortos“-Filmproduzentin Sara Silveira:

Auf dem Wettbewerbsprogramm stehen am Montag die schweizerische Produktion „Schwesterlein“ mit Lars Eidinger und Nina Hoss, die französich-belgische Koproduktion „Effacer l’historique“ („Delete history“) sowie Abel Ferraras „Siberia“ mit William Dafoe. Außerdem gehen die Serien-Tage an den Start. Bis Mittwoch werden als Teil des Europäischen Filmmarkts neue Produktionen für das Fernsehen und die Streaming-Dienste gezeigt. Erwartet wird dabei unter anderem die Schauspielerin Cate Blanchett. 

Und was war da noch?

Hollywoodstar Simon Baker (50) bezeichnete seine Rolle beim australischen Film „High Ground“ als eine seiner bisher wichtigsten Arbeiten. „In die Welt von Australiens Ureinwohnern einzutauchen, war eine einzigartige Möglichkeit, eine 65 000 Jahre alte und friedvolle Kultur kennenzulernen“, sagte Baker („L.A. Confidential“, „The Mentalist“) am Sonntag bei der Vorstellung des Films auf der Berlinale.

Simon Baker stellte den FIlm "High Ground" vor.
Simon Baker stellte den FIlm "High Ground" vor.
Foto: dpa

Das fortdauernde Leiden und die Ausgrenzung der „Aborigines“ werde immer wieder „unter den Teppich“ gekehrt, sagte Baker, der aus dem australischen Bundesstaat Tasmanien stammt. In dem Film nach wahren Begebenheiten von Regisseur Stephen Maxwell Johnson spielt Baker einen australischen Polizisten, der 1919 in ein Massaker an Ureinwohnern hineingerissen wird. 


Am Freitag "das" Festivalgesicht: Johnny Depp.
Berlinale: Das erste Wochenende zwischen Wettbewerb und Stars
Die Berlinale startet durch: mit neuen Filmen, stark politischen Aussagen und Tränen bei Stars und Fans.

Als er Jahre später versucht, die Tat und ihre Hintergründe aufzuklären, wird er selber zum Verfolgten. Das Schicksal und die Lage der „Aborigines“ lasse ihn seit Jahren nicht los, sagte Baker. Obwohl die Dreharbeiten mit enormen Schwierigkeiten verbunden gewesen seien, sei er für diesen Einblick in die Welt der Ureinwohner enorm dankbar. „High Ground“ läuft in der Reihe „Berlinale Special Gala“, also nicht im Wettbewerb. 

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Vorwürfe aus Hongkong

Nach Forderungen des Hongkonger Demokratie-Aktivisten Joshua Wong für einen Boykott der Berlinale hat das Festival Vorwürfe über einen angeblichen Einfluss Chinas auf die Filmauswahl zurückgewiesen. Wongs Vorwurf, die Berlinale habe einen Film des chinesischen Dissidenten Ai Weiwei abgelehnt, sei haltlos, erklärte die Berlinale am Sonntag. Festivalleiter Carlo Chatrian sagte, Ai Weiwei habe sich entschieden, seinen Film auf einem anderen Festival zu zeigen, bevor die Berlinale über eine Aufnahme ins Programm entscheiden konnte. 

Auch Chatrian wies Zensurvorwürfe zurück. Es geht dabei um den Film „Vivos“ zu den Massakern in Mexiko. Zuvor hatte Joshua Wong in einem Interview mit der deutschen Zeitung „Welt am Sonntag“ der Berlinale vorgeworfen, unter dem Druck Pekings einen Dokumentarfilm des chinesischen Dissidenten und Künstlers Ai Weiwei abgelehnt zu haben. „Für mich ist klar, dass Ai Weiwei wegen seines politischen Status nicht zum Festival zugelassen wurde“, sagte Wong der Zeitung. Die Berlinale-Verantwortlichen hätten es bisher nicht geschafft, der Öffentlichkeit überzeugende Erklärungen dafür zu geben - obwohl sie behaupteten, dass es eine Zensur nicht gebe. 

In einem Interview mit dem deutschen Magazin „Spiegel“ hatte sich das Führungsduo der Berlinale, Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek, zuvor gegen eine Einmischung von Außen verwehrt. Kein Sponsor dürfe Einfluss auf das Programm nehmen. Zu früheren Vorwürfen des chinesischen Dissidenten, das Festival boykottiere seine Filme, sagte Chatrian, die Berlinale-Retrospektiven würden ein bis zwei Jahre im Voraus entschieden und widmeten sich der Filmgeschichte. 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die Luxemburger Regisseurin Laura Schroeder darf nach dem Erfolg ihres Werks „Barrage“ 2017 nun beim Filmfestival von Berlin auch ihre jüngste Idee „Maret“ präsentieren.
 Laura Schroeder lors de la présentation de Barrage à la Berlinale en 2017 (© Internationale Filmfestspiele Berlin)
Schauspieler Jeremy Irons beginnt als Jurypräsident mit einer Erklärung zu Vorwürfen, bei der Gala bekommt eine Schweigeminute für die Opfer von Hanau: eine Berlinale mit Schatten auf der Eröffnung.
Galamoderator Samuel Finzi (v.l.n.r.),  Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian gedenken der Opfer von Hanau.