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Berlinale: Großer Auftritt für Paula Beer
Kultur 3 4 3 Min. 23.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Berlinale: Großer Auftritt für Paula Beer

Paula Beer (r) als Undine in einer Szene des Films "Undine". Der Film von Christian Petzold gehört zu den Wettbewerbsfilmen der Berlinale.

Berlinale: Großer Auftritt für Paula Beer

Paula Beer (r) als Undine in einer Szene des Films "Undine". Der Film von Christian Petzold gehört zu den Wettbewerbsfilmen der Berlinale.
Foto: Christian Schulz/Schramm Film/Berlinale
Kultur 3 4 3 Min. 23.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Berlinale: Großer Auftritt für Paula Beer

Die "Bad Banks"-Darstellerin stellt zusammen mit dem Regisseur Christian Petzold "Undine" im Berlinale-Wettbewerb vor.

(dpa/dc0) - Der Regisseur Christian Petzold (59) findet Unterwasserwelten in Filmen faszinierend. Es sei eine Welt mit anderen Geräuschen und anderem Licht. „Einer meiner Lieblingsunterwasserfilme ist "20.000 Meilen unter dem Meer" mit James Mason und Kirk Douglas“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Nun hat Petzold selbst unter Wasser gedreht.

Auf der Berlinale stellt er sein neues Projekt „Undine“ vor. Der Film mit Paula Beer („Bad Banks“) und Franz Rogowski („In den Gängen“) in den Hauptrollen sollte am Sonntagabend Weltpremiere feiern. Mit beiden hat Petzold auch schon sein Drama „Transit“ nach der Literaturvorlage von Anna Seghers gedreht.

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Der neue Filmtitel spielt auf die Nixenfigur Undine aus der romantischen Sagenwelt an. „Wir haben in Babelsberg eine richtige Unterwasserwelt gebaut. Mit Torbögen, Wasserpflanzen, Mauern des 19. Jahrhunderts, Turbinen“, sagte Petzold. „Damit das für die Schauspieler schon eine Zauberwelt ist.“ Mit dem Film geht der Berliner Regisseur ins Rennen um den Goldenen Bären.

"Sie konnten doch unter Wasser vermutlich keine Anweisungen geben. Wie war das für Sie als Regisseur?", fragte Petzold die dpa im Interview. "In der Vorstellung schwer, nachher aber schön. Ich habe etwas bemerkt: Dass Paula Beer und Franz Rogowski, wenn sie unter Wasser tauchen und sich umschwimmen und sich anschauen, dort eine eigene Choreographie entwickeln, eine Weichheit, einen eigenen Tanz, der nichts mit meinen Anweisungen zu tun hatte. Und das war schön, dass man nicht immer alles bestimmt."

Neues vom Wettbewerb

Am Samstagabend ging ein ziemlich ungewöhnlicher Western ins Rennen. In „First Cow“ erzählt US-Regisseurin Kelly Reichardt von einer Männerfreundschaft. Zwei Außenseiter freunden sich im Wilden Westen des frühen 19. Jahrhunderts an. Sie wollen Geld mit Backwaren verdienen - und melken dafür heimlich die einzige Kuh in der Region.

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Der Western ist filmisch spannend und witzig erzählt - dabei reflektiert er auch heutige Fragen gesellschaftlichen Zusammenlebens. Und er reiht sich ein in andere Westernfilme wie „The Sisters Brothers“, in denen auch die Männerrollen ganz neu gezeigt werden. In „First Cow“ träumen die Jungs von Scones und Buttermilchbrötchen.

Enttäuschung aus Frankreich

Für den enttäuschenden „Le sel des larmes“ („The salt of tears“) von Philippe Garrel gab es vom bei der Berlinale sonst sehr Applaus-affinen Premierenpublikum gerade mal eine knappe Dosis der akustischen Zustimmung. Der Schwarz-Weiß-Film erzählt sehr fahrig die Geschichte eines jungen Mannes in Frankreich, der zwischen mehreren Frauen schwankt. In kaum einer Phase kann die mächtig konstruierte Story überzeugen und in den Film ziehen.

Im Kampf um den Goldenen Bären präsentierte sich auch der brasilianische Film „All the Dead Ones“ („Todos os mortos“) von Caetano Gotardo und Marco Dutra, der sich mit der Abschaffung der Sklaverei befasst.

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Ein Oscar-Preisträger präsentiert sich dann noch in Berlin: Der italienische Regisseur und Schauspieler Roberto Benigni, 1999 für „Das Leben ist schön“ mit dem Oscar geehrt, stellt seine Version des Tischlers Geppetto in „Pinocchio“ vor -  allerdings auch er nicht im Wettbewerb, sondern als "Special". 

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