Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Berlinale: Flüchtlings-Doku mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet
Kultur 11 2 2 Min. 20.02.2016

Berlinale: Flüchtlings-Doku mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet

Kultur 11 2 2 Min. 20.02.2016

Berlinale: Flüchtlings-Doku mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet

„Fuocoammare“ von Gianfranco Rosi zeigt das Flüchtlingsdrama auf der italienischen Insel Lampedusa. Für die Berlinale-Jury handelte es sich um den besten Festivalbeitrag.


(dpa) - Der italienische Flüchtlingsfilm „Fuocoammare“ von Gianfranco Rosi ist bei der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet worden. Das gab die Jury unter Vorsitz von Oscar-Preisträgerin Meryl Streep am Samstag bekannt.

In „Fuocoammare“ (deutsch: Feuer auf See) erzählt der 54 Jahre alte Regisseur in teils schonungslosen Bildern vom Flüchtlingselend auf der Insel Lampedusa. Zuletzt hatte Italien 2012 einen Goldenen Bären erhalten. Zur Berlinale waren in diesem Jahr bewusst viele Filme eingeladen, die sich mit aktuellen Themen auseinandersetzen, bei dem Festival wurde für Flüchtlinge gesammelt.

Der Trailer zum Film:

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Rosi spricht bei einer Berlinale-Pressekonferenz über seinen Film:

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Als beste Darstellerin konnte sich die bekannte dänische Schauspielerin Trine Dyrholm (43) über einen silbernen Bären freuen. Sie spielt in Thomas Vinterbergs Film „Die Kommune“ (original: „Kollektivet“) eine Frau, die der Langeweile ihrer Ehe durch Gründung einer Kommune entkommen will.

Bester Darsteller wurde der Tunesier Majd Mastoura in der Emanzipationsgeschichte „Hedi“ (original: „Inhebbek Hedi“). Dafür musste etwa das grandiose Schauspielerduo Jude Law und Colin Firth aus dem Literaturdrama „Genius“ (Michael Grandage) auf eine Auszeichnung verzichten. Auch Regie-Altmeister André Téchiné und seine tollen Schauspieler gingen mit der Coming-Out-Story „Mit 17“ (original: „Quand on a 17 ans“) leer aus.

Den Großen Preis der Jury erhielt der bosnische Regisseur Danis Tanovic für „Tod in Sarajevo“ (original: „Smrt u Sarajevu“). Für die beste Regie wurde die erst 35-jährige Französin Mia Hansen-Løve mit ihrem Film „Die Zukunft“ (original: „L'avenir“) ausgezeichnet, in dem Isabelle Huppert eine kühle Philosophiedozentin spielt.

Berlinale geht am Sonntag mit Publikumstag zu Ende

Der Kameramann Mark Lee Ping-Bing bekam die Auszeichnung für die beste künstlerische Arbeit in dem poetischen Flussmovie „Gegenströmung“ (original: „Chang Jiang Tu“). Für das beste Drehbuch wurde der Pole Tomasz Wasilewski geehrt, der in seinem Film „Vereinigte Staaten der Liebe“ (original: „Zjednoczone Stany Milosci“) auch Regie führte.

Wir sind beschwingt und energiegeladen angesichts all der tollen Filme, die wir gesehen haben.

Für den Acht-Stunden-Film „A Lullaby to the Sorrowful Mystery“ (übersetzt etwa: Ein Wiegenlied für das schmerzhafte Geheimnis) des Philippinen Lav Diaz gab es den Alfred-Bauer-Preis für innovative Filmkunst. Jury-Präsidentin Streep sagte nach dem Wettbewerbsmarathon: „Wir sind beschwingt und energiegeladen angesichts all der tollen Filme, die wir gesehen haben.“

Insgesamt waren bei der 66. Auflage der Berliner Festspiele mehr als 400 Filme und reichlich Stars zu sehen, allen voran US-Beau George Clooney. Schon vor Tagen waren über 300.000 Karten verkauft. Am Sonntag geht die Berlinale mit einem Publikumstag zu Ende. Im Vorjahr hatte der iranische Film „Taxi“ von Jafar Panahi den Goldenen Bären gewonnen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

66. Berlinale: Widerstand mit Postkarten
Den innerdeutsche Widerstand gegen das Hitler-Regime greift der Berlinale-Beitrag „Alone in Berlin“ mit Emma Thompson und Brendan Gleeson auf. Der Streifen beruht auf einer Romanvorlage von Hans Fallada.
"Alone in Berlin" ist die Verfilmung des Bestsellers von Hans Fallada: Daniel Brühl spielt den Kommissar Escherich und Emma Thompson die aufrechte Elise Hampel.
66. Berlinale: Vom Recht auf Glück
Der Krieg und die Flucht vor Kriegsereignissen sind auch bei der Berlinale ein Thema. Gianfranco Rosi zeigt in dem mit viel Beifall aufgenommenen Dokumentarfilm „Fuocoammare“ das Nebeneinander von Flüchtlingen und eingeborener Bevölkerung auf der italienischen Insel Lampedusa.
Der italienische Regisseur Gianfranco Rosi (L) und sein Protagonist Pietro Bartolo bei der Pressekonferenz zum Film "Fuocoammare" (Fire At Sea).
66. Berlinale: Spielberg lässt grüßen
Ein bisschen Horror, ein bisschen Science-Fiction mit metaphysischem Touch und ein bisschen Familiendrama: In „Midnight Special“ bedient Jeff Nichols viele Erwartungen auf einmal. Sein Berlinale-Beitrag weckt Erinnerungen an Spielberg und M. Night Shyamalan.
Michael Shannon, Jaeden Lieberher, Kirsten Dunst und Joel Egerton posieren auf dem roten Teppich am Potsdamer Platz in Berlin.
Film ab!: Clooney und die Coen-Brüder eröffnen die 66. Berlinale
Die 66. Berlinale rollt den roten Teppich für gleich mehrere Oscar-Preisträger aus. Zum Auftakt zeigen die US-Regiebrüder Joel und Ethan Coen ihre Hollywood-Satire „Hail, Caesar!“. Bis zum 21. Februar stellt die 66. Berlinale über 400 Filme und 18 im offiziellen Wettbewerb vor.
A Berlinale Film Festival Bear lays on its side before being lifted into place near the Potsdamer Platz in Berlin on February 9, 2016.
The 66th Berlin film festival starts February 11 with a spotlight on Europe's refugee crisis. / AFP / John MACDOUGALL
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.