Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Berlinale: Das erste Wochenende zwischen Wettbewerb und Stars
Kultur 12 5 4 Min. 22.02.2020

Berlinale: Das erste Wochenende zwischen Wettbewerb und Stars

Am Freitag "das" Festivalgesicht: Johnny Depp.

Berlinale: Das erste Wochenende zwischen Wettbewerb und Stars

Am Freitag "das" Festivalgesicht: Johnny Depp.
Foto: dpa
Kultur 12 5 4 Min. 22.02.2020

Berlinale: Das erste Wochenende zwischen Wettbewerb und Stars

Die Berlinale startet durch: mit neuen Filmen, stark politischen Aussagen und Tränen bei Stars und Fans.

(dpa/dco) - Der Schauspieler Lars Eidinger hat sich bei der Berlinale mit einem emotionalen Statement gegen den Hass in Deutschland gewandt. „Ich finde, unsere Gesellschaft ist so dermaßen vergiftet, was Hass und Missgunst angeht“, sagte Eidinger mit Tränen in den Augen und zunehmend brechender Stimme vor der Berlinale-Präsentation des Films „Persian Lessons“ von Vadim Perelman.

Schauspieler Lars Eidinger rollt bei der Pressekonferenz eine Träne über die Wange.
Schauspieler Lars Eidinger rollt bei der Pressekonferenz eine Träne über die Wange.
Foto: dpa

Eidinger erinnerte an einen Text des Schriftstellers Stefan Zweig (1881-1942), in dem es „um die moralische Entgiftung Europas“ nach dem Ersten Weltkrieg gegangen sei. Darin habe Zweig nach einem Medium verlangt, das die Menschen wieder zusammenbringe und sich der Liebe verschreibe.

„Das Internet ist ja genau dieses Medium“, sagte Eidinger, „es wird aber genau für das Gegenteil genutzt.“ Das berühre ihn sehr. Für ihn sei das Anlass, „dagegen zu kämpfen“. „Es ist natürlich umso tragischer, wenn man versucht, ganz platt Liebe in die Welt zu tragen und kriegt dafür Hass als Antwort.“

In „Persian Lessons“ spielt Eidinger einen Nazi-Offizier, der sich von einem als Perser getarnten Juden (Nahuel Pérez Biscayart) in einer frei erfundenen Farsi-Variante unterrichten lässt.

Und was gab es noch Richtung Wochenende? Hollywoodstar Johnny Depp hat die Kraft der bewegten Bilder beschworen, um gegen soziale und politische Missstände anzutreten. 

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Sein neuer Film „Minamata“ über die Massenvergiftung mit Quecksilber in einer japanischen Kleinstadt sei eine der wichtigsten Arbeiten seiner Karriere. „Das war eine Geschichte, die erzählt werden musste“, sagte Depp („Fluch der Karibik“) am Freitag bei der Vorstellung des von ihm mitproduzierten Films in der Reihe „Berlinale Special“, also nicht im Wettbewerb.   

In seiner Rolle als Fotograf W. Eugene Smith (1918-1978) sei ihm deutlich geworden, welche Kraft das Kino haben kann, um Missstände darzustellen und vielleicht so „den Menschen die Augen zu öffnen“. Johnny Depp sorgte natürlich auch für Rummel - mit ihm kommt nach der Eröffnungsgala eines der internationalen Gesichter des diesjährigen Festivals den Fans ganz nahe -  ob auf dem roten Teppich bei der Abendgala oder am Nachmittag auf dem Weg zur offiziellen Pressekonferenz.  Gerüchten zufolge sei Depp nicht mehr nüchtern gewesen und habe deswegen eng von seinen Bodyguards begleitet und gestützt werden müssen (siehe Bilder).

Neues vom Wettbewerb

Im am Wochenende weiterlaufenden Berlinale-Wettbewerb stellt die US-amerikanische Drehbuchautorin und Regisseurin Kelly Reichardt ihren Film „First Cow“ vor. Die Geschichte um Pelzjäger, einen Koch und chinesische Einwanderer spielt im wilden Oregon des frühen 19. Jahrhunderts. 

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Zudem im Wettbewerb zu sehen: der französisch-schweizerische Beitrag „Le sel des larmes“, in dem Philippe Garrel in Schwarz-Weiß-Bildern von großen Gefühlen erzählt. 

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Mit dem Psychothriller „The Intruder“ („El prófugo“) hatte ein weiterer Anwärter im Rennen um den Goldenen Bären der Berlinale seine Premiere. Die argentinische Regisseurin Natalia Meta ließ sich von einem Horrorroman inspirieren. Der Film handle von einem Mysterium, auch vom „Mysterium des weiblichen Begehrens“, sagte sie in Berlin. 

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Im Wettbewerb startete außerdem am Freitagabend der Streifen „Hidden Away“ („Volevo nascondermi“) des italienischen Regisseurs Giorgio Diritti. 

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Schutzraum Berlinale
Die Luxemburger Regisseurin Laura Schroeder darf nach dem Erfolg ihres Werks „Barrage“ 2017 nun beim Filmfestival von Berlin auch ihre jüngste Idee „Maret“ präsentieren.
 Laura Schroeder lors de la présentation de Barrage à la Berlinale en 2017 (© Internationale Filmfestspiele Berlin)
Berlinale: Schatten auf der Eröffnung
Schauspieler Jeremy Irons beginnt als Jurypräsident mit einer Erklärung zu Vorwürfen, bei der Gala bekommt eine Schweigeminute für die Opfer von Hanau: eine Berlinale mit Schatten auf der Eröffnung.
Galamoderator Samuel Finzi (v.l.n.r.),  Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian gedenken der Opfer von Hanau.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.