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Beaux livres 2019: Starke Bilder, starke Texte

Beaux livres 2019: Starke Bilder, starke Texte

Beaux livres 2019: Starke Bilder, starke Texte

Beaux livres 2019: Starke Bilder, starke Texte


15.12.2019

Illustration: Antoine Grimée

Beaux livres sind die perfekte Weihnachtsüberraschung. Die Buchtipps der Kulturredakteure, mit denen man anderen und auch sich selbst eine Freude machen kann, zeigen – ganz abgesehen von ihren Inhalten – das herrlich bunte Feld von aufwendigen Buchgestaltungen, Layouts und bibliophilen Ausgaben.

Herrlich neue Bildpoesie

Kaum ein anderes luxemburgisches Foto-Projekt hat 2019 selbst unter internationalen Fachleuten so stark ausstrahlen können wie Boris Loders „Particles“. Das beweist schon die Dichte der Ausstellungstermine des Projekts über die große lokale Schau in der Abtei Neumünster während des Sommers 2019 hinaus. Warum die Neugier dafür so groß ist? Weil es Loder gelingt, auf besondere Art und Weise Orte und das Leben dort zu dokumentieren. Er bildet bekannte und unbekannte Spots wie den Findel oder das Mudam nicht direkt ab, sondern geht zunächst auf Spurensuche.

Aus Fundstücken baut er aufwendige Skulpturen in Würfelform, und verdichtet so wie ein visueller Lyriker diese gefundenen „Particles“ zu einer bildpoetischen Foto-Neuaussage, die vielfältige Reflexionen anbietet. Der im Oktober erschienene Projektband fasst die Fotos noch einmal zusammen und stellt die einzelnen Bilder und die Kraft dieser Herangehensweise vor – schlicht einzigartig. Daniel Conrad 
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Boris Loder: „Particles“, Englischspr. Texte von Hans Fellner und Nathalie Herschdorfer, Kehrer Verlag, 56 Seiten, 30 Euro.
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Menschen zwischen Farben und Buchstaben

Madame de Pompadour, so wie François Boucher sie in ihrer Üppigkeit festhielt, ein Hofnarr, den Diego Velázquez porträtierte, oder die Madonna mit Jesuskind, wie sie sich Sandro Botticelli vorstellte: Was die Dargestellten eint, ist nicht allein der Ruhm der Maler, die ihnen ein Gesicht für die Nachwelt gaben. Es ist kleines, aber entscheidendes Detail, das sie über die Zeiten und Gesellschaftsschichten verbindet und ihren Wesen mehr Status oder Bedeutung verleiht. 

Alle drei lassen ihren Blick über bedruckte oder beschriebene Seiten schweifen. Einen kurzweiligen Blick auf die Beziehung von Literatur und bildender Kunst wirft das Sachbuch „Von Büchern in Bildern“, das sich mit Schriften und Büchern in der bildenden Kunst von der Antike zur Gegenwart beschäftigt und unter anderem Werke von Dürer, Rembrandt, Brassaï und Léger streift. Sophia Schülke
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Jamie Camplin und Maria Renauro: „Von Büchern in Bildern“, Hatje Cantz Verlag, 256 Seiten, 165 Abbildungen, 32 Euro.
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«Thierry! – D'Expo»: de l'expo au catalogue 

Il y avait la foule des grands jours le 1er juillet 2018 au Pomhouse de Dudelange pour le vernissage de l'exposion consacrée à Thierry van Werveke. Le catalogue «Thierry! – D'Expo», publié par le CNA, est désormais disponible et permet de garder une trace du vibrant hommage au «Thierry national».

L'ensemble du matériel iconographique – photos, textes, coupures de presse – de l'exposition est repris pour illustrer une fois encore la vie cabossée d'un artiste à fleur de peau. Des interviews retranscrits de proches de Thierry van Werveke complètent l'important ouvrage. Sans oublier, les messages d'amitiés et de reconnaissance de quelques illustres visiteurs du Pomhouse. 

Le catalogue est de plus enrichi de quelques bonus: parmi ceux-ci le making-of et les reportages de presse sur l'exposition-hommage au «Troublemaker». Thierry Hick
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Paul Lesch, Yves Steichen, Chiara Lentz et Marc Trappendreher: «Thierry! D'Expo», catalogue de l'exposition consacrée à Thierry van Werveke en 2018 au Centre national de l'audiovisuel de Dudelange, Editions CNA, 348 pages, 35 euros.
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Voyeuristischer Blick in das Leben anderer

Es gibt nichts Faszinierenderes als zu sehen, wie andere Menschen leben, ihren Alltag gestalten, ihre Freizeit verbringen, ihr Haus einrichten, sich kleiden ... Der Filmemacher Lee Shulmann kann der Anziehungskraft dieses Fremden und doch so Vertrauten nicht widerstehen. Er sammelt anonyme Familienfotos, meist aus der Mitte des letzten Jahrhunderts.  Eine kuratierte Auswahl davon, 300 Bilder aus den 1950er- bis 1970er-Jahren, erzählen ohne viele Worte die Geschichte einer vergangenen Zeit. Mireille Meyer
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Lee Shulman: „Midcentury Memories. The Anonymous Project“, Taschen Verlag, Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch, 280 Seiten, 40 Euro.
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Das Glück wartet vor der Haustür

Allzu gerne träumen wir von der verlockenden Ferne. Denn bekanntlich ist jenseits des Zauns das Gras immer grüner. Dabei wartet das Glück meist vor der Haustür, um endlich (wieder)entdeckt zu werden. Wie schön, dass es da noch Autoren und Illustratoren – hier Camille Hammer in Personalunion – gibt, die uns so stimmig daran zu erinnern vermögen. Pünktlich zum 25. Jubiläum der Aufnahme des Altstadtviertels und der Festungen von Luxemburg auf die Unesco-Welterbestätteliste des Weltkulturerbes, am 17. Dezember 1994, präsentiert Hammer – in einem edlen, leinengebundenen Band mit Schuber – seine Ansichten der Hauptstadt und lädt den Leser dabei ein, zahlreiche architektonische Details, die gerne mal übersehen werden, genauer in Augenschein zu nehmen.

Informative Texte begleiten die wundervollen Aquarelle, deren zuweile überraschende Farbwahl sich nicht an dem orientiert, was der Künstler sieht, sondern an dem, was er bei seiner Betrachtung empfindet. Im stetigen Grau des Luxemburger Winters ist dieser künstlerische Rundgang durch Raum und Zeit ein regelrechter Labsal. Welch schönere Gabe kann man unter den Weihnachtsbaum legen, als etwas Sonnenschein fürs Herz? Vesna Andonovic
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Camille Hammer: „Luxembourg: Histoire et petites histoires“, Ed. Camille Hammer avec le soutien du Comité Alstad, Publication éditée dans le cadre de „25 ans Lëtzebuerg patrimoine mondial “, 48,50 Euro.
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Hemingway en chair et en os

Du nouveau sur celui qui incarne le personnage romanesque par excellence, l'écrivain, le soldat, le correspondant de guerre, le voyageur, une figure incontournable de la littérature américaine. «Ernest Hemingway, Archives d'une vie» montre avant tout l'homme qui se cache derrière ses livres. Un fusil à la main, une barbe qui pousse et une bedaine qui s'arrondit à force de vieillir – il en ressort du vrai Hemingway de ce très beau livre. 

La bibliothèque John F. Kennedy de Boston a fouillé dans ses archives pour en sortir de nombreux documents d'archives tels que photographies, extraits de correspondances, lettres intimes aux femmes de sa vie, à ses éditeurs ou encore notes prises au cours des voyages en France, en Espagne ou dans le Midwest. Un document incontournable pour tous les aficionados de Hemingway.  Marc Thill 
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Ernest Hemingway – Archives d'une vie, – . 400 photographies et extraits de correspondances reproduites en fac similés, des contributions de Michael Katakis, garant du patrimoine littéraire d'Hemingway, de Patrick, fils du romancier, et de Sean, son petit-fils. Editions Gallimard, 32 euros
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