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Autorin und Holocaust-Überlebende Ruth Klüger gestorben
Kultur 1 07.10.2020

Autorin und Holocaust-Überlebende Ruth Klüger gestorben

Ruth Klüger bei einer Gastrede in Weimar im August 2013.

Autorin und Holocaust-Überlebende Ruth Klüger gestorben

Ruth Klüger bei einer Gastrede in Weimar im August 2013.
Foto: Michael Reichel/dpa
Kultur 1 07.10.2020

Autorin und Holocaust-Überlebende Ruth Klüger gestorben

Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin und Germanistin starb im Alter von 88 Jahren in Kalifornien. Als Kind hatte sie gemeinsam mit ihrer Mutter die Qualen in NS-Konzentrationslagern überstanden.

(dpa/jt) - Die österreichisch-amerikanische Autorin und Literaturwissenschaftlerin Ruth Klüger ist in der Nacht auf Dienstag im Alter von 88 Jahren nach langer Krankheit in Kalifornien gestorben. Das teilte der Zsolnay Verlag am Mittwoch mit. 

Die 1931 in Wien geborene Holocaust-Überlebende lehrte nach ihrer Emigration Germanistik an der University of Virginia, in Princeton sowie an der University of California in Irvine. Klüger war 1947 gemeinsam mit ihrer Mutter in die USA ausgewandert, nachdem beide zuvor in den NS-Konzentrationslagern Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau und Christianstadt interniert waren. Drei Monate vor Kriegsende gelang Klüger und ihrer Mutter im Februar 1945 die Flucht.

Rede im Januar 2016 im Deutschen Bundestag

Als Festrednerin im Deutschen Bundestag zum 71. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau schilderte sie im Januar 2016 nicht nur ihr Leid von damals, sondern verbeugte sich auch vor der damals gegenüber Flüchtlingen herrschenden deutschen Willkommenskultur. 

„Dieses Land, das vor 80 Jahren für die schlimmsten Verbrechen des Jahrhunderts verantwortlich war, hat heute den Beifall der Welt gewonnen dank seiner geöffneten Grenzen und der Großzügigkeit, mit der Sie syrische und andere Flüchtlinge aufgenommen haben und noch aufnehmen.“

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Die Autorin erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik (1997), die Ehrendoktorwürde der Universität Göttingen (2003), den Lessing-Preis (2007) und den Theodor-Kramer-Preis (2011).


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