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Archivartikel: Ein Luxemburger im DSDS-Recall
Kultur 3 Min. 26.01.2013 Aus unserem online-Archiv

Archivartikel: Ein Luxemburger im DSDS-Recall

Archivartikel: Ein Luxemburger im DSDS-Recall

Kultur 3 Min. 26.01.2013 Aus unserem online-Archiv

Archivartikel: Ein Luxemburger im DSDS-Recall

Er ist Luxemburger, 16 Jahre alt und passt so gar nicht ins stereotype Bild der Superstars. Doch er hat Talent und die nötige Andersartigkeit, um sich aus der Masse der Bewerber hervorzuheben. Gilbert Neumann hat am Samstagabend bei der Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ den Sprung in die zweite Runde geschafft.


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(str) - Er ist Luxemburger, 16 Jahre alt und passt so gar nicht ins stereotype Bild der Superstars. Doch er hat Talent und die nötige Andersartigkeit, um sich aus der Masse der Bewerber hervorzuheben. Gilbert Neumann hat am Samstagabend bei der Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ den Sprung in die zweite Runde geschafft.

Als der 16-Jährige mit der Startnummer 22590 die Treppe im DSDS-Studio heruntersteigt, ist zunächst unklar, ob es sich um einen Jungen oder ein Mädchen handelt. Er trägt halblanges Haar und wirkt recht feminin. Doch jegliche Missverständnisse werden schnell ausgeräumt. Gilbert ist Schüler -übrigens im hauptstädtischen Lycée Technique des Arts et Métiers - 16-Jahre alt und lebt im deutschen Perl an der Mosel gleich gegenüber von Schengen.

„Die Hormone“, erklärt Gilbert sein Aussehen mit einem ausgeprägten luxemburgischen Akzent gegenüber den Juroren Dieter Bohlen, den Tokio-Hotel-Zwillingen Bill und Tom Kaulitz sowie dem Culcha-Candela-Sänger Mateo „Itchyban“ Jaschik.

Wenn man nicht den üblichen Maßen entspricht...“

Dass er die Verwechslung gewohnt ist, liegt auf der Hand. Noch kurz vor der Show, erzählt er, hat ihn jemand daran hindern wollen, aufs Herrenklo zu gehen. In der Schule habe es auch Probleme gegeben. „Wenn man heutzutage nicht den üblichen Maßen entspricht, dann wird man direkt abgestempelt“, erzählt Gilbert. „Aber ich will Superstar werden, weil die Leute nicht immer ein Vorbild brauchen, das dem Bild entspricht. Die Leute brauchen jemand, der ihnen sagt, ihr seid gut so, wie ihr seid.“

„Rolling in the deep“ von Adele trägt Gilbert schließlich vor und überrascht dabei mit einer gewaltigen Stimme. Die Juroren – allen voran „Itchyban“ - zeigen sich beeindruckt. Doch dann unterbricht ihn Dieter Bohlen, nennt ihn „Schnucki“. Der Pop-Titan ist nicht für seine Feinfühligkeit bekannt und dramatische Hintergrundmusik lässt befürchten, dass jetzt Schlimmes kommt.

Scheisse bist du nicht!“

Doch nein. „Pass auf, deine Stimme ist echt außergewöhnlich“, sagt Bohlen. „Um zu einer abschließenden Würdigung deines Falles zu kommen, würde ich mir das gerne einmal mit Klavier anhören.“ Gilbert ist sichtlich nervös. „Mach dir keine Sorgen“, fährt Bohlen fast fürsorglich fort. „Scheisse bist du nicht, sonst wärst du schon längst rausgeflogen hier.“

Dann singt Gilbert erneut - dieses Mal mit Klavierbegleitung. Auch Tom Kaulitz scheint diesmal vom Auftritt des 16-Jährigen überzeugt. Als sich Gilbert dann verheddert und stockt, ist die Spannung greifbar. Bohlen, unbeeindruckt von der Panne, lässt Gilbert den Refrain singen – einen Ton tiefer.

Playback singen, ist zero“

„Er hat eine ganz gute Stimme, er hat einen guten Sound“, urteilt Dieter Bohlen. „Tonal, zum Playback singen, ist zero.“ Bill Kaulitz war von Anfang am wenigsten von Gilbert beeindruckt. „Ich glaube, wir haben die Zeit nicht, die du vielleicht bräuchtest, um das auf die Reihe zu kriegen“, meint der 23-jährige Teenie-Star. „Der Sound ist schon gut, aber es wäre wahrscheinlich wahnsinnig viel Arbeit noch.“

Doch Gilbert will nicht aufgeben. „Ich werde kämpfen“, antwortet er vollen Mutes. „Wenn ich mich eine Stunde lang mit einem Song beschäftige, dann kriege ich das auch wirklich hin.“

Es folgen mehre Sekunden Schweigen, dann bricht Bohlen die Stille. „Gilbert, du hast eine ganz außergewöhnliche Stimme, so außergewöhnlich, dass ich dir jetzt eine Chance gebe für den Recall.“ Auch Tom Kaulitz gibt grünes Licht. „Weil es echt 'ne Überraschung war, wollen wir dir die Chance geben“, meint der Tokio-Hotel-Gitarrist. „Ein krasser Überraschungs-Rohdiamant“, nennt ihn „Itchiban“. „Ich finde es sehr geil, dass du so aus dem Bauch heraus singst.“

Dreimal „Ja“ reicht für den Recall. Der Luxemburger Gilbert Neumann hat es in die zweite Runde geschafft – eine Hürde an der bei jeder Staffel Tausende scheitern. Wie weit er es bringen wird, bleibt abzuwarten. Eines ist auf jeden Fall heute schon klar: Zwischen seinem Auftritt vor vier Jahren bei einer luxemburgischen Castingshow und dem DSDS-Auftritt am Samstagabend liegen Welten. Und ein anderer Luxemburger, James Borges, hat ihm den Weg in den vergangenen Monaten vorgezeigt.

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