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Antisemitismus-Vorwürfe verhallen nicht
Kultur 01.08.2022
documenta unter Beschuss

Antisemitismus-Vorwürfe verhallen nicht

Eine im Fridericianum im Rahmen der documenta fifteen auf den Boden projizierte Video-Installation der Initiative «Archives des luttes des femmes en Algérie» (»Archive der Frauenkämpfe in Algerien») zeigt Hände, die in der Broschüre mit dem Titel «Présence des Femmes» blättern. Die Broschüre enthält weitere als antisemitisch kritisierte Motive. Nach Angaben der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen (RIAS Hessen) hat ein Besucher der Weltkunstschau die entsprechenden Darstellungen im Museum Fridericianum bemerkt und RIAS Hessen gemeldet.
documenta unter Beschuss

Antisemitismus-Vorwürfe verhallen nicht

Eine im Fridericianum im Rahmen der documenta fifteen auf den Boden projizierte Video-Installation der Initiative «Archives des luttes des femmes en Algérie» (»Archive der Frauenkämpfe in Algerien») zeigt Hände, die in der Broschüre mit dem Titel «Présence des Femmes» blättern. Die Broschüre enthält weitere als antisemitisch kritisierte Motive. Nach Angaben der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen (RIAS Hessen) hat ein Besucher der Weltkunstschau die entsprechenden Darstellungen im Museum Fridericianum bemerkt und RIAS Hessen gemeldet.
Foto: dpa
Kultur 01.08.2022
documenta unter Beschuss

Antisemitismus-Vorwürfe verhallen nicht

Sieben Experten sollen documenta fachwissenschaftlich begleiten.

Vor dem Hintergrund der Antisemitismus-Vorwürfe gegen die documenta fifteen in Kassel werden sieben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen die Weltkunstschau in den kommenden Monaten begleiten. Das teilten die Gesellschafter der Schau, die Stadt Kassel und das Land Hessen, am Montag mit. „Wir erwarten, dass unter Berücksichtigung der grundrechtlich geschützten Kunstfreiheit Hinweisen auf mögliche antisemitische Bildsprache und Beförderung von Israel-bezogenem Antisemitismus nachgegangen wird“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende, Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD). 

Den Vorsitz des Gremiums übernimmt demnach Nicole Deitelhoff, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) und geschäftsführende Sprecherin des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ).


Der Kunstprophet vom Rhein passte ideal zum Zeitgeist der 1960er und 1970er, als Wirtschaftsaufschwung und sozialliberale Politik auch den unteren und mittleren Bevölkerungsschichten erweiterte Bildungschancen und Zugang zur vormals bürgerlich geprägten Kultursphäre verhießen.
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Die documenta, die zu den wichtigsten Kunstausstellungen der Welt gehört, wird seit Monaten von Antisemitismus-Vorwürfen überschattet. Bereits im Januar waren erste Stimmen laut geworden, die dem indonesischen Kuratoren-Kollektiv Ruangrupa und einigen eingeladenen Künstlern eine Nähe zur anti-israelischen Boykottbewegung BDS vorwarfen. Kurz nach Eröffnung der Ausstellung Mitte Juni war ein Banner mit judenfeindlichen Motiven entdeckt und abgebaut worden. Vergangene Woche tauchten neue Werke auf, die für scharfe Kritik sorgten.

Angesichts der Vorfälle hatte der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Geselle und seine Stellvertreterin, Hessens Kunstministerin Angela Dorn (Grüne), Mitte Juli verschiedene Maßnahmen zur Aufarbeitung beschlossen, darunter die Einsetzung einer fachwissenschaftlichen Begleitung.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind den Gesellschaftern zufolge zuständig für die erste Bestandsaufnahme der Abläufe, Strukturen und Rezeptionen rund um die documenta fifteen. Sie sollen demnach Empfehlungen für die Aufarbeitung geben und erörtern, welche Aspekte einer vertieften wissenschaftlichen Analyse bedürfen. „Außerdem werden sie bei der Analyse möglicher weiterer antisemitischer Bildsprache und Sprache sowie bereits als antisemitisch identifizierten Werken beraten“, hieß es in der Mitteilung. 

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