Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Angst und Action sind sein Metier
Kultur 3 2 Min. 11.09.2020

Angst und Action sind sein Metier

Sein Gesicht ist nicht bekannt, seine Film schon: Brian De Palma, 2015 in Venedig.

Angst und Action sind sein Metier

Sein Gesicht ist nicht bekannt, seine Film schon: Brian De Palma, 2015 in Venedig.
Foto: dpa
Kultur 3 2 Min. 11.09.2020

Angst und Action sind sein Metier

Regisseur Brian De Palma drehte Hits wie „Carrie“ und „Scarface“ – und will auch mit 80 noch weitermachen.

Los Angeles. Als Regisseur schockte Brian De Palma die Zuschauer mit Filmen wie „Carrie“, „Dressed to Kill“ und „Scarface“. Mit „Mission: Impossible“ gelang ihm 1996 sein größter Hollywood-Coup. Im ersten Film der erfolgreichen Action-Reihe schickte er Tom Cruise als Agent Ethan Hunt auf Verbrecherjagd.

Am Freitag feiert er seinen 80. und tritt etwas auf die Bremse: Nicht das Alter, sondern Hollywoods coronabedingte Drehpause sind daran schuld. Sein schon länger angekündigtes Projekt in der Pipeline heißt „Catch and Kill“. Darin komme eine Weinstein-Figur vor, erzählt De Palma in der aktuellen September-Ausgabe der Lifestyle-Zeitschrift „Interview“ mit Blick auf den früheren Produzenten Harvey Weinstein, der im Frühjahr wegen sexueller Übergriffe zu 23 Jahren Haft verurteilt wurde.   

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Doch die Hauptfigur sei von einem bekannten Filmschaffenden inspiriert, der in den 1970er-Jahren jungen Schauspielerinnen beim Casting nachgestellt habe. Er selbst habe damals die Besetzung für „Carrie“ ausgesucht und einen „echten Einblick“ in die Abgründe gewonnen, als er aus erster Hand die Klagen vieler Frauen über Machtmissbrauch gehört habe.

Hitchcock als Vorbild

De Palma, der Alfred Hitchcock als sein großes Idol nennt, mischt auch in seinen Filmen häufig Sex, Erotik und Gewalt mit fesselnden Bildern und etwas Humor. Zudem hat er den richtigen Blick für Schauspieltalente und das Casting. 

Robert De Niro hat De Palma seinen Karrierestart zu verdanken. 1968 holte der Regie-Neuling den damals unbekannten Schauspieler für „Greetings“ vor die Kamera. Der Streifen über das Schicksal junger Vietnamkriegsgegner wurde bei den Filmfestspielen in Berlin mit einem Silbernen Bären gefeiert. Vier Jahre später schockte er mit dem Horror-Thriller „Sisters“. Eine junge Frau beobachtet einen Mord im Nachbarhaus, ganz im Stil von Hitchcocks „Rear Window“.

Ein erster Kassenhit

Mit „Carrie“ (1976) folgte der erste Kassenhit. Für den Psycho-Horror holte er Sissy Spacek als gequälte Schülerin mit übernatürlichen Kräften und den jungen John Travolta vor die Kamera. Vorlage war das erste veröffentlichte Buch von Stephen King, der damit als Bestsellerautor berühmt wurde.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

In dem Thriller „Dressed to Kill“ (1980) schrieb De Palma seiner damaligen Ehefrau Nancy Allen die Rolle einer Prostituierten auf den Leib. In dem Gangsterdrama „Scarface“ brillierte Al Pacino als skrupelloser Kleingauner, der zum Drogenmafioso hochsteigt.

In „The Untouchables“ versetzte er De Niro, Sean Connery und Kevin Costner zurück in die 1930er von Al Capone. Connery gewann seinen einzigen Oscar als bester Nebendarsteller. Michael J. Fox und Sean Penn spielten die Hauptrollen in „Casualties of War“ (1989).

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Auf seinen Gangsterfilm „Carlito’s Way“ (1993) sei er besonders stolz gewesen, erzählte De Palma im Oktober 2019 beim Hamptons International Film Festival, wo er mit einem Lebenswerkpreis geehrt wurde. Doch der Streifen mit Al Pacino nahm wenig Geld ein. Er habe daraufhin beschlossen, einen Kassenerfolg zu drehen, witzelte De Palma. Als ihm „Mission: Impossible“ angeboten wurde, schlug er tatsächlich zu. Sein High-Tech-Spektakel überzeugte mit spannenden Actionszenen und glänzender Kameraführung. „Das war der größte Hit meiner Karriere“, so De Palma.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Hollywood-Rebell Sean Penn wird 60
Zwei Oscars, drei Ehen, zig Schlagzeilen: Sean Penn ist als Schauspieler, Regisseur und Aktivist ein Meister seines Fachs. Kurz vor seinem 60. Geburtstag feiert der Hollywood-Rebell die dritte Hochzeit.
(FILES) In this file photo taken on May 20, 2016 US actor and director Sean Penn leaves the Festival Palace after the screening of the film "The Last Face" at the 69th Cannes Film Festival in Cannes, southern France. - Two-time Oscar winner Sean Penn has sparked controversy with his latest comments about the #MeToo movement, saying in an interview aired September 17, 2018 that he was "very suspicious" of a campaign that had divided men and women. Penn, who appeared on NBC's "Today" program to promote his television debut on Hulu's "The First," said the popular debate was "too black and white" and had been at times too quick to pass judgment on the accused. (Photo by ALBERTO PIZZOLI / AFP)