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Körperpoesie ohne Grenzen
Kultur 1 2 Min. 02.09.2015 Aus unserem online-Archiv
Aerowaves Dance Festival

Körperpoesie ohne Grenzen

Kultur 1 2 Min. 02.09.2015 Aus unserem online-Archiv
Aerowaves Dance Festival

Körperpoesie ohne Grenzen

Die Banannefabrik und Neimënster verwandeln sich zum Schmelztiegel der Tanzszene: vom 3. bis 5. September findet die ersten Auflage des „Aerowaves Dance Festivals“ statt. Darunter finden sich ein paar echte Geheimtipps.


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Von Anne Schaaf

Der luxemburgische Herbst verspricht gleich mehrere Tanzvorführungen der besonderen Art. Denn in der „Banannefabrik“ sowie „Neimënster“ treten vom 3. bis 5. September im Rahmen der ersten Auflage des „Aerowaves Dance Festivals“ ein paar Geheimtipps der zeitgenössischen, europäischen Tanzszene auf.

„Tanz ist Esperanto mit dem ganzen Körper“ meinte einst der weltbekannte Fred Astaire. Über eben dieses Medium verständigen sich auch etliche Künstler, welche sich dem europäischen „Aerowaves“-Netzwerk angeschlossen haben. 1996 gegründet soll Letzteres der Arbeit junger Choreografen eine gebührende Bühne bieten.

Künstlern wie dem Belgier Jan Martens, dessen sinnliches Duo „Sweat Baby Sweat“ das Publikum am 4. September um 19.30 Uhr in „Neimënster“ entdecken kann, wurde so durch vorhergehende „Aerowaves Dance Festival“-Auflagen die Möglichkeit geboten, weit über die europäischen Grenzen hinaus Aufmerksamkeit zu erregen.

45 Partner aus 33 Ländern

Die Vielfalt der dargebotenen zeitgenössischen Tanzstücke dürfte dabei allein schon dadurch garantiert sein, dass 45 Partner aus 33 Ländern – , darunter auch das „Centre de Création chorégraphique Luxemburg“ – zum Netzwerk gehören. Jedes Jahr erstellen die Partner anhand eingereichter Videos aus ganz Europa eine „priority list“, die die 20 herausragendsten Produktionen aufführt. In der Folge haben die Mitglieder des Netzwerkes die Möglichkeit, ihre Favoriten zu sich einzuladen.

Die in Luxemburg tänzerisch verarbeiteten Themen reichen so von häuslicher Gewalt, über Liebeslieder bis hin zur Pornografie. Milena Ugren und Georges Koulas aus Zypern werden im Rahmen ihres Tanzstückes „Manlike“ (4.9, 21.30 Uhr, Abtei Neumünster) aktuelle Genderfragen aufgreifen, indem sie ihr Stück an die Balkan-Tradition der „eingeschworenen Jungfrauen“ anlehnen. 

Nuancen des zeitgenössischen Tanzes

Hierbei legen Frauen in patriarchal geprägten Gesellschaften ein Keuschheitsgelübde ab und leben fortan so, wie es das klassische Männerbild diktiert. Durch diese Entscheidung wird ihnen mehr Selbstbestimmung zugestanden, als als Frau. Die Tatsache, dass Koulas das Ganze mit perkussiven, beatboxartigen Klängen begleitet, lässt eine interessante wie unkonventionelle Darbietung erahnen.

Das abwechslungsreiche und nuancenreiche Programm hält aber ebenfalls eine Art sich verirrendes Rotkäppchen (3.9, 19 Uhr, Bananenfabrik), dauerhüpfende Männer (4.9., 20 Uhr, Abtei Neumünster) und Gangnamstyle-ähnliche Explosionen (5.9., 20 Uhr, Abtei Neumünster) bereit. Und wenn es nach den Veranstaltern geht, soll Letzteres das Publikum dazu animieren, auch selbst das Tanzbein zu schwingen.

Mehr Informationen gibt es unter: www.danse.lu


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