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4DX: Kino der Extraklasse oder überteuerter Schnickschnack?
Kultur 1 25.04.2019 Aus unserem online-Archiv

4DX: Kino der Extraklasse oder überteuerter Schnickschnack?

4DX: Kino der Extraklasse oder überteuerter Schnickschnack?

Kultur 1 25.04.2019 Aus unserem online-Archiv

4DX: Kino der Extraklasse oder überteuerter Schnickschnack?

Vesna ANDONOVIC
Vesna ANDONOVIC
Mittendrin statt nur dabei: Das verspricht der neue 4DX-Saal im Kinepolis Kirchberg - dank unter anderem beweglicher Sitze und dem Einsatz von Wasser, Druckluft und Geruch. Doch es gibt auch Risiken und Nebenwirkungen.

Immer wieder sucht das Kino nach neuen Wegen, um dem Zuschauer ein einzigartiges Filmerlebnis zu bieten. Und in Zeiten des unerbittlichen Konkurrenzkampfs mit Streamingdiensten wie Netflix, Amazon Prime und Hulu umso mehr.

Eine dieser Innovationen ist seit Mittwoch, dem 24. April dann auch in Luxemburg angekommen: Der 4DX-Saal im Kinepolis Kirchberg – als einer von weltweit 600 Kinosälen – ist nun, nach 35 Tagen aufwendiger Infrastrukturarbeiten, endlich in Betrieb.

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Was das für den Zuschauer konkret bedeutet? Er erlebt die ganze Action auf der Leinwand, durch einen Sitz, der sich dreidimensional mitbewegt, als ob er buchstäblich Teil des Filmgeschehens ist.

Doch damit nicht genug: Auch Wasser und Druckluft werden eingesetzt, um Leinwandeffekte zu untermalen.

Und auch hiermit nicht genug: Es können neben ebenfalls Blitzen, Regen, Nebel, Schnee oder gar Seifenblasen auch noch eine ganze Palette von Gerüchen aufgerufen werden.

In alle Richtungen bewegliche Sitze machen das Filmerlebnis perfekt.
In alle Richtungen bewegliche Sitze machen das Filmerlebnis perfekt.
Foto: Kinepolis

Das Ganze macht den Film dann zu einem immersiven Rundumerlebnis, wie man es auch schon seit Längerem aus Freizeitparks kennt.

Besonders bei Blockbustern macht, was so mancher als technische Spielerei empfinden dürfte, Sinn, so beim letzten „Avengers: Endgame“, der den Auftakt der 4DX-Filme in Luxemburg macht.

Aber genau dieser Film zeigt dann auch die Grenzen des Erlebnisses: Denn 182 Minuten „shaken not stirred“ – um das passende filmische Zitat zu benutzen – dürften bei so manchem Zuschauer Unwohlsein bis hin zum Schleudertrauma auslösen.

Um die Erfahrung bestmöglich zu gestalten, gibt es dann ganz präzise Anweisungen sprich Restriktionen (Größe, körperlicher und mentaler Zustand) über Voraussetzungen wie physische Konditionen, die der Zuschauer erfüllen muss,  und was man im Saal an Getränken und Essen konsumieren darf und was nicht.

Die neue Technick verspricht viel. Doch was hält sie? Nur der Selbsttest kann es zeigen.
Die neue Technick verspricht viel. Doch was hält sie? Nur der Selbsttest kann es zeigen.
Foto: Kinepolis

Pro:

-immersives und somit intensiveres Erleben der Leinwandaction, die alle Sinne des Zuschauers fordert.

Contra:

- die recht abrupten und intensiven Sitzbewegungen können bei sensiblen Personen Unwohlsein auslösen, wobei manche Zuschauer das Ganze zudem eher als Ablenkung denn Ergänzung des Films empfinden dürften.

- mit hohen Ticketpreisen zu 16 bzw. 17 Euro bei Filmen mit Überlänge ein recht teurer Spaß.

Fazit:

- Ein Filmerlebnis, das den finanziellen Einsatz in einen Eigentest wert ist. Denn, wie heißt es so schön: Danach ist man immer schlauer ...


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