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"3,2,1 ...meins!" - "Musée Dräi Eechelen" wurde seiner Bestimmung übergeben
Kultur 17 2 Min. 16.07.2012

"3,2,1 ...meins!" - "Musée Dräi Eechelen" wurde seiner Bestimmung übergeben

Erleichterung stand am Freitagabend allen geladenen Gästen ins Gesicht geschrieben, als Kulturministerin Octavie Modert das „Musée Dräi Eechelen“ nach 15 langen Jahren Wartezeit endlich seiner Bestimmung übergab.

Von Vesna Andonovic

Ein Hauch von „Es ist vollbracht“ – Erleichterung, gar freudiger Beschwingtheit stand am Freitagabend allen geladenen Gästen ins Gesicht geschrieben, als Kulturministerin Octavie Modert das „Musée Dräi Eechelen“ nach 15 langen Jahren Wartezeit mit einem sympathisch kurzen, ungezwungenen Festakt endlich seiner Bestimmung übergeben konnte. Ja, selbst der Himmel weinte Tränen der Freude, die das Publikum dennoch nicht davon abhielten, „ihrem“ neuen Museum, dem „Musée Dräi Eechelen“ – zeitgenössisch-hip und SMS-freundlich als „M3E“ bekannt – die Aufwartung zu machen.

„Es freut mich, dass die Eröffnung nicht ins Wasser fällt – aber wie hätte es auch anders sein können“, stellte Kulturministerin Octavie Modert schmunzelnd fest, weil selbst der Regen kurzweilig eine Pause einlegte, um ihrer Eröffnungsrede, die man dennoch sicherheitshalber in ein Zelt verlegt hatte, zu lauschen. Dann ging sie kurz auf die Rolle des Museums ein, das aufzeigen solle, dass Geschichte nicht Skepsis vor dem Fortschritt sein soll, bedankte sich bei all jenen, die „mit Herz und Wissen“ an den „Dräi Eechelen“ mitgewirkt hatten und widmete diesen bewegenden Moment dem kürzlich verstorbenen Fernand Theato. Dann ging es mit der Rosenschere bewaffnet zum Durchtrennen eines recht ansehnlichen – praktischerweise bereits angeschnittenen – Seiles.

„Kann man denn damit auch richtig schießen?“ erkundigte sich derweil Xavier Bettel bei den beiden Mitgliedern des „Cercle d'histoire vivante“, die in voller Montur, sprich Uniform, auf der Zugbrücke der „Dräi Eechelen“ Stellung bezogen hatten und kurz darauf zur qualmenden Schwarzpulver-Demonstration ansetzten. Der Bürgermeister der Hauptstadt war, neben u. a. dem ehemaligen Staatsminister Jacques Santer, dem Sammler-Ehepaar Brigitte und Klaus Jordan, Erna Hennicot-Schoepges, die als damalige Kulturministerin das Museumsprojekt aus der Taufe gehoben hatte, zahlreichen Regierungs- und Abgeordnetenkammer-Mitgliedern sowie Vertretern der nationalen Kulturszene, eine der zahlreichen Persönlichkeiten, die es sich nicht hatten nehmen lassen, das neue Museum und seine nur aus Originalen bestehende Sammlung zu entdecken.

Ein volles Publikumsprogramm am Wochenende

Erfreulicher war umso mehr, dass ebenfalls „gewöhnliche“ Besucher und sogar den Fotoapparat im Anschlag haltende Touristen sich einfanden, um geduldig an der Pforte auf ihren Turnus der musealen Blockabfertigung abzuwarten. Bleibt zu hoffen, dass der Wettergott am Samstag und am Sonntag angesichts des breit gefächerten Animations- und Musikprogrammes das von 11 bis 21 Uhr die Umgebung des Museums beleben wird, etwas milder gestimmt sein wird. Zur Not verbringt man einfach etwas mehr Zeit in den altehrwürdigen Mauern – zu entdecken gibt es jedenfalls dort genug!