16. Ausgabe der "Nuit des Musées": A Guide for Tonight
(ps) - Mit mehr mehr als 15 000 Besuchern im vergangenen Jahr gehört die "Nuit des Musées" zu den größten Kulturveranstaltungen des Landes. Sie gilt deshalb als eine Art "Schueberfouer" für Kulturinteressierte: Eine Mischung aus Kulturmarathon und Volksfest. Von 18 bis 1 Uhr können sich Kunstinteressierte von Qualität und Vielfalt der sieben Museen der Hauptstadt überzeugen lassen.
Doch wer bei der 16. Ausgabe der „Nuit des Musées“ für den Preis von maximal 15 Euro das gesamte Angebot erleben möchte, muss sich früh anstellen. Denn das Programm, das die sieben teilnehmenden Museen anbieten, ist sportlich. Zwar befinden sich sämtliche Museen in einem Umkreis von nur wenigen Kilometern, doch die unterschiedlichen Ausstellungen wollen im Detail erkundet werden.Wir versuchen Abhilfe zu leisten und geben einen Überblick.
Fußball ist kein Spiel um Leben und Tod - es geht um mehr
Sie interessieren sich für Fußball? Verfolgen alle europäischen Spitzenligen? Oder etwa umgekehrt: Sie finden die Aufmerksamkeit, die dem simplen Ballspiel geschenkt wird einfach nur absurd? In beiden Fällen sollten Sie einen Blick ins Geschichtsmuseum der Stadt Luxemburg werfen. Dort widmet sich die frisch-eröffnete Ausstellung "Football Hallelujah!" auf spielerische Art und Weise dem Kult um den Ball.
Nur einige Meter weiter entfernt wird der Kult um eine historische Figur der Geschichte Luxemburgs thematisiert: Die Ausstellung „Luxemburg und ,sein‘ europäischer Graf, König und Kaiser“ erzählt die Geschichte von Karl IV., der das damalige Luxemburg zu einem Herzogtum erhob.
Im Nationalen Geschichtsmuseum beginnt derweil mit "Blood & Tears – Albrecht Bouts und das Antlitz“ eine neue Schau. Wie der Titel schon verrät, liegt der Fokus auf den düsteren Darstellungen, mit denen das Atelier Bouts bereits im 15. Jahrhundert internationalen Ruhm erlangte – darunter auch eine besonders schöne Arbeit: das Diptychon „Christus mit der Dornenkrone und Mater Dolorosa“.
Wer lieber auf zeitgenössische Geschichte steht und zudem ein Freund von Spionagegeschichten à la James Bond ist, sollte sich die die Ausstellung „La Guerre froide au Luxembourg“ im gleichen Haus nicht entgehen lassen: Eine spannende und lehrreiche Schau zur Zeitgeschichte Luxemburgs.
Kapitalismus hinterfragen
Nach einer emotionalen Woche steht im Mudam wieder die Kunst im Zentrum. Die neue Ausstellung von Cristina Lucas "Trading Transcendence" hinterfragt die Machtstrukturen des Kapitalmus. Herzstück der Schau ist eine Videoinstallation, die auf Interviews mit interessanten Luxemburger Persönlichkeiten beruht.
Weiterhin aktuell im Mudam ist die große Retrospektive von Wim Delvoye. Der Meister der ästhetischen Gegensätze stellt mit viel Witz und (politisch unkorrekter) Ironie das Wertesystem der westlichen Gesellschaften in Frage.
Nur unweit entfernt lässt sich im Musée Dräi Eechelen die Geschichte des Baus der sogenannten „Nei Bréck“ erkunden, die gerade mit viel Liebe restauriert wird.
Einen kritischen Blick auf das Großstadtleben in den Vereinigten Staaten wirft die Ausstellung "La nuit politique", die gerade im Casino eröffnet wurde.
Die "Nuit des Musées" bietet auch die letzte Gelegenheit die spannende Ausstellung im naturhistorischen Museum im Grund zu sehen. „Von Orchideen, Kakao und Kolibris“ ist eine Schau über abenteuerlustige Luxemburger Naturforscher in Lateinamerika, an der Schnittstelle von Naturkunde und Geschichte irgendwo zwischen Indiana Jones und Alexander von Humboldt.
Und Freunden der Kunstgeschichte sei die Villa Vauban ans Herz gelegt. In "Espaces d’artistes" werden ausgewählte Neuzugänge in Kombination mit bislang nicht gezeigten Sammlungsbeständen zur Schau gestellt.
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