Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Zwei Tote und 19 Verletzte nach Schüssen in Oslo
International 2 Min. 25.06.2022
Terrorverdacht

Zwei Tote und 19 Verletzte nach Schüssen in Oslo

Die Polizei riegelte das komplette Viertel ab.
Terrorverdacht

Zwei Tote und 19 Verletzte nach Schüssen in Oslo

Die Polizei riegelte das komplette Viertel ab.
Foto: AFP
International 2 Min. 25.06.2022
Terrorverdacht

Zwei Tote und 19 Verletzte nach Schüssen in Oslo

Kurz vor der Pride Parade in Oslo sind durch Schüsse in einem bei Schwulen beliebten Nachtclub zwei Menschen getötet und 19 weitere verletzt worden. Ein Verdächtiger wurde festgenommen. Die Polizei ermittelt wegen Terrorismus.

Es hätte der Auftakt zu einem ausgelassenen Party-Wochenende werden sollen - doch tödliche Schüsse haben eine beliebte Schwulen-Bar in Oslo zu einem Ort des Schreckens gemacht. Im Zentrum der norwegischen Hauptstadt erschoss ein mutmaßlicher Einzeltäter in der Nacht zum Samstag zwei Menschen. Mindestens 21 weitere wurden nach Angaben der Polizei verletzt, zehn davon schwer. Ermittelt wird jetzt auch wegen Terrorverdachts. Man gehe stark von Hasskriminalität aus, sagte Inspektor Tore Soldal. Bei dem Angreifer soll es sich um einen Norweger mit iranischen Wurzeln handeln.

Der Nachtclub „London Pub“ - das Hauptziel der Angriffe - gilt in Oslo als beliebter Treffpunkt für Schwule, Lesben und andere Angehörige der queeren Szene. Auf der eigenen Internetseite beschreibt sich der Club als beste „Gay Bar“ der Stadt und „Schwules Hauptquartier seit 1979“. Eigentlich wollten dort viele ins Wochenende hineinfeiern: Am Samstag hätte in Oslo nach Absagen wegen der Corona-Pandemie erstmals wieder eine „Pride-Parade“ stattfinden sollen - sie fiel jetzt wieder aus.

Mehrere Tatorte

Das „London Pub“ war nicht der einzige Tatort - auch an anderen Orten der Partymeile fielen Schüsse. Noch in der Nacht nahm die Polizei einen Verdächtigen in der Nähe des Tatorts fest. Dabei hätten anwesende Zivilisten geholfen. Ermittler Christian Hatlo sagte der norwegischen Zeitung „VG“, der 42-Jährige sei zuvor schon straffällig geworden. Wegen Drogendelikten sei er zu einer mehrmonatigen Haftstrafe verurteilt worden. In der Nacht durchsuchte die Polizei seine Wohnung. Zu Einzelheiten wollten sich die Ermittler am Samstagnachmittag äußern.


Police stand behind a crime scene tape near the mass shooting at the Pulse nightclub on  in Orlando, Florida on June 12, 2016.
A somber President Barack Obama  expressed grief and outrage at the "horrific massacre" of 50 late-night revelers at an Orlando gay club, branding it an act of terror and hate. / AFP PHOTO / Mandel Ngan
Blutbad in Schwulen-Club war "Terror-Akt"
Der Club ist voller Menschen, als am frühen Morgen plötzlich Schüsse fallen. Eine Nacht mit Tanz und Musik in der US-Stadt Orlando endet mit Tod und Schrecken.

In Norwegen löste die Tat Entsetzen aus. König Harald V. (85) rief seine Landsleute auf, zusammenzustehen. Es gelte, gemeinsame Werte wie Freiheit, Diversität und Respekt füreinander hochzuhalten, damit alle sich sicher fühlen könnten. Ministerpräsident Jonas Gahr Støre sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl nach einem „grausamen und zutiefst schockierenden Angriff“ aus. Der queeren Gemeinschaft versicherte der Sozialdemokrat: „Wir stehen an eurer Seite.“ Die frühere konservative Regierungschefin Erna Solberg sagte, die Freiheit, zu lieben, wen immer man möge, sei attackiert worden.

Die Organisatoren von Oslos „Pride Parade“, die eigentlich am Samstag ihre 40. Parade feiern wollten, sagten auf Anraten der Polizei die gesamte Veranstaltung ab. „Wir werden bald wieder stolz und sichtbar sein“, sagte „Pride“-Chefin Kristin Haugsevje. Nun wolle man aber innehalten und den Angehörigen der Opfer Liebe und gute Wünsche senden. Oslos Bürgermeisterin Marianne Borgen hatte erst am Freitagabend davon berichtet, wie sehr sich die Stadt nach Jahren der Pandemie auf die Parade freue. Regenbohnen-Fahnen säumten auch am Samstag noch ganz Oslo - nicht nur Restaurants und Bars, sondern auch Botschaften und offizielle Gebäude.


(FILES) In this file photo taken on December 8, 2013,  Phillip Adams #28 of the Oakland Raiders looks into the crowd during the first half against the New York Jets at MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey. - A former American professional football player is suspected of killing five people including a doctor and his wife in the state of South Carolina before dying by suicide, US media reported on April 8, 2021. (Photo by Maddie Meyer / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / AFP)
Ex-NFL-Profi wird nach Amoklauf posthum auf CTE untersucht
Phillip Adams erschoss sechs Menschen und sich selbst. Jetzt soll geklärt werden, ob sein Sport, der Football, ein Auslöser sein könnte.

Am Vorabend des geplanten Spektakels hatte es in der Stadt vielerorts bereits Feiern bis tief in die Nacht gegeben. Selbst kurz vor Mitternacht war es in der Juni-Nacht noch nicht ganz dunkel. Im „London Pub“ verwandelte sich die ausgelassene Stimmung dann aber in Panik, nachdem die ersten Schüsse fielen. Ein Augenzeuge berichtete dem Sender NRK, er sei ins Innere geflohen und habe so viele Menschen mitgenommen wie möglich.

Am Samstagmorgen war auf der Feiermeile im Zentrum statt „Pride“-Kostümen viel Absperrband zu sehen. Die Polizei sperrte die Gegend um die „London Bar“ großräumig ab. Der norwegische Geheimdienst PST schrieb auf Twitter, es gebe keine Anzeichen auf weitere geplante Gewalttaten.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Terroranschlag in Oslo
Vor der ersten großen Pride-Parade in Oslo sind zwei Menschen getötet worden. Der norwegische Geheimdienst geht von islamistischem Terror aus.
People with Pride flags stand near the London pub and lay flowers on June 25, 2022, in the aftermath of a shooting outside pubs and nightclubs in central Oslo killing two people injuring 21. - The Pride march that was due to take place in Norway's capital Oslo on Saturday afternoon has been called off after deadly overnight shootings, including near a gay bar, organisers said. (Photo by H�kon Mosvold Larsen / NTB / AFP) / Norway OUT
50 Menschen sterben in Orlando
Der Club ist voller Menschen, als am frühen Morgen plötzlich Schüsse fallen. Eine Nacht mit Tanz und Musik in der US-Stadt Orlando endet mit Tod und Schrecken.
Police stand behind a crime scene tape near the mass shooting at the Pulse nightclub on  in Orlando, Florida on June 12, 2016.
A somber President Barack Obama  expressed grief and outrage at the "horrific massacre" of 50 late-night revelers at an Orlando gay club, branding it an act of terror and hate. / AFP PHOTO / Mandel Ngan