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Drei Jahre Haft für Unfallfahrer von Saarwellingen
International 29.06.2021
Zwei Menschen starben

Drei Jahre Haft für Unfallfahrer von Saarwellingen

Saarwellingen im August 2017: Ein Bild der Verwüstung in der Bahnhofstraße.
Zwei Menschen starben

Drei Jahre Haft für Unfallfahrer von Saarwellingen

Saarwellingen im August 2017: Ein Bild der Verwüstung in der Bahnhofstraße.
Foto: dpa
International 29.06.2021
Zwei Menschen starben

Drei Jahre Haft für Unfallfahrer von Saarwellingen

Mit 130 km/h fuhr ein 30-Jähriger durch einen Ort im Saarland, als er das Auto einer 43-Jährigen und ihrer 12-jährigen Tochter rammte. Beide starben.

(dpa/lrs/SC) - Im Prozess gegen den Autofahrer, der in Saarwellingen einen Unfall mit zwei Toten verursachte, hat das Landgericht Saarbrücken den Angeklagten zu drei Jahren Haft verurteilt. Die Richter sprachen den 30-Jährigen am Dienstag - fast vier Jahre nach dem tödlichen Unfall -der fahrlässigen Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs schuldig.

Der deutsche Staatsangehörige war ursprünglich des Mordes durch rücksichtslose und gefährliche Fahrweise angeklagt. Er soll im August 2017 mitten in Saarwellingen (Landkreis Saarlouis) mit Tempo 130 ungebremst in ein Auto vor ihm gerast sein. An der Unfallstelle waren maximal 50 km/h erlaubt. Die 43-jährige Fahrerin starb durch einen Genickbruch unmittelbar nach dem Zusammenprall. Ihre 12-jährige Tochter erlitt Hirnblutungen und ein schweres Schädelhirntrauma und erlag zwei Monate später ihren Verletzungen. Der Unfallfahrer kam hingegen mit einer gebrochenen Hand davon.


Saarwellingen im August 2017: Ein Bild der Verwüstung in der Saarwellinger Bahnhofstraße.
Mordprozess wegen rücksichtsloser Fahrweise
Jahre nach einem tödlichen Verkehrsunfall im Saarland kommt es zum Prozess. Der Raser soll durch sein Handy abgelenkt gewesen sein.

Nach Meinung der Kammer hätte sich der 30-Jährige an dem Unfalltag nicht ans Steuer setzen dürfen. Gutachten hatten bestätigt, dass der Mann seit Jahren an Epilepsie litt. „Nicht leichtfertige bösartige Raserei war Grund für dieses schreckliche Ereignis, sondern ein während der Fahrt eintretender Anfall“, bilanzierte Oberstaatsanwältin Bettina Wintrich.

Mitte Juni waren vor Gericht noch andere Töne zu vernehmen. Die Anklage beschuldigte den Mann damals, den Tod anderer Menschen durch seine Fahrweise leichtfertig in Kauf genommen zu haben. Auch glaubte die Staatsanwaltschaft nach einem Gutachten damals noch nicht an einen epileptischen Anfall. Kurz vor dem Zusammenprall hatte der Fahrer Ermittlungen zufolge noch zwei andere Autos überholt und war bei dem gefährlichen Manöver fast mit einem Auto und einem Lastwagen kollidiert.


Ungebremst durch die Hauptstraße
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Am Tag der Urteilsverkündigung entschuldigte sich der Angeklagte bei dem Vater und Ehemann der Opfer. Zuvor hatte er bei der Behörde einen lebenslangen Verzicht auf seine Fahrerlaubnis erklärt. Der ursprüngliche Vorwurf der Anklage, der Unfall sei verursacht worden, weil der Fahrer direkt zuvor WhatsApp-Nachrichten ausgetauscht hatte, erhärtete sich nicht.

Die Oberstaatsanwältin und der Verteidiger hatten eine Freiheitsstrafe auf Bewährung gefordert, die Nebenklage-Vertreter hielten eine Bewährungsstrafe für nicht tat- und schuldangemessen.



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