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Zwei Menschen in Italien am Corona-Virus gestorben
International 5 Min. 22.02.2020

Zwei Menschen in Italien am Corona-Virus gestorben

Eine Krankenschwester mit Grippeschutzmaske geht aus dem Krankenhaus der Stadt Codogno in der Lombardei. Etwa 50.000 Menschen in der Region wird empfohlen, wegen des Virus möglichst nicht außer Haus zu gehen.

Zwei Menschen in Italien am Corona-Virus gestorben

Eine Krankenschwester mit Grippeschutzmaske geht aus dem Krankenhaus der Stadt Codogno in der Lombardei. Etwa 50.000 Menschen in der Region wird empfohlen, wegen des Virus möglichst nicht außer Haus zu gehen.
Foto: AFP/Miguel Medina
International 5 Min. 22.02.2020

Zwei Menschen in Italien am Corona-Virus gestorben

In Italien sind zwei Menschen mutmaßlich an dem neuen Erreger gestorben. Bei über 50 Menschen wurde in Italien das Virus festgestellt. Auch Südkorea und Japan melden steigende Zahlen.

(dpa/AFP/jt) - In Italien ist der erste Europäer an dem neuartigen Corona-Virus gestorben. Der 78-jährige Adriano Trevisan starb in der Region Venetien, nachdem er vor etwa zehn Tagen wegen einer anderen Krankheit ins Krankenhaus gekommen war, erklärte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza. Während seines Krankenhausaufenthalts war er positiv auf das Corona-Virus getestet worden

Wie italienische Nachrichtenagenturen am Samstag melden, starb auch eine zweite Person, bei der eine Ansteckung mit dem Erreger vermutet wurde. Das zweite Opfer, das etwa zehn Tage lang im Krankenhaus Codogno lag und an einer viralen Lungenentzündung starb, ist eine Italienerin, die in der Lombardei lebte, einer Nachbarregion von Venetien. Laut der Zeitung "Corriere della Sera" handelt es sich bei der Toten um eine 75-jährige Frau. Beide Todesfälle wurden als Coronavirus-Todesfälle behandelt, auch wenn eine finale Bestätigung erster positiver Tests auf das Virus noch ausstand.

38-Jähriger in ernstem Zustand

Die 75-jährige Frau könnte mit einem 38-jährigen Infizierten aus der Region in Kontakt gekommen sein, hieß es. Der 38-jährige Italiener, der das Virus unwissentlich verbreitete, liegt in ernstem Zustand auf der Intensivstation des Krankenhauses Codogno in der lombardischen Provinz Lodi. Bei dem 38-Jährigen war das Virus am Donnerstag nachgewiesen worden. In der Klinik war er seit Mittwoch - da es anfangs keine ersichtliche Verbindung zu China gab, wurde er zunächst nicht auf Sars-CoV-2 getestet. Dies geschah den Angaben zufolge erst, als sich sein Zustand verschlechterte und seine Frau erklärte, ihr Mann habe sich kürzlich mit einem aus China zurückgekehrten Freund getroffen. Ob dieser tatsächlich der Ursprung des Ausbruchs ist, ist noch unklar: Das Virus konnte bei dem bereits im Januar zurückgekehrten Mann zunächst nicht nachgewiesen werden. Auch habe er zu keiner Zeit Symptome gehabt, hieß es.

Italien: Mehrere Ortschaften abgeschottet

In Teilen Italiens gibt es nun Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Virus. Bis Samstagnachmittag erhöhte sich die Zahl nachgewiesener Infektionen in der Lombardei auf 39, landesweit sind es rund 50 Fälle. Betroffen sind nach Behördenangaben auch fünf Angestellte des Krankenhauses der Kleinstadt Codogno, die sich ansteckten, als das Virus noch nicht als Ursache einer Erkrankung entdeckt war. 

In zehn Gemeinden der Lombardei wurden Schulen und ein Großteil der Geschäfte vorübergehend geschlossen und Bewohner aufgerufen zuhause zu bleiben. Großveranstaltungen wie Gottesdienste, Karnevalsfeste oder Sportevents wurden verboten. Auch in Venetien wurden ähnliche Maßnahmen vorbereitet, die eine mögliche Ausbreitung des Virus verhindern sollten.

Passanten mit Atemschutzmasken stehen in Codogno vor den geschlossenen Türen eines Supermarkts.
Passanten mit Atemschutzmasken stehen in Codogno vor den geschlossenen Türen eines Supermarkts.
Foto: AFP/Miguel Medina

Auch in Südkorea spitzt sich die Lage zu: Die Zahl der infizierten Menschen in dem Land hat sich innerhalb von 24 Stunden mehr als verdoppelt. Die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention meldeten im Verlauf des Samstags 229 neue Fälle. Nach 142 Fällen über Nacht seien bis zum Nachmittag (Ortszeit) 87 hinzugekommen. Damit stieg die Zahl der Menschen, die sich mit dem Erreger der zuerst in China ausgebrochenen Krankheit angesteckt haben, in Südkorea auf 433. Bisher gab es dort zwei Todesfälle in Verbindung mit dem Virus Sars-CoV-2.


Nationalfeiertag 2019. Prises d'Armes, Militärparade, CGDIS, Feuerwehr,  Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort
Zwei Personen aus Wuhan nach Luxemburg gebracht
Zwei Rückkehrer aus der schwer von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen chinesischen Stadt Wuhan sind am Freitag in Luxemburg eingetroffen.

Die Mehrheit der Fälle konzentriert sich weiterhin auf die südöstliche Großstadt Daegu und deren Umgebung. Mehr als die Hälfe der gesamten Infizierungen steht in Verbindung mit einer christlichen Sekte und einem Krankenhaus in Cheongdo in der Region. 100 weitere Infizierungen wurden allein am Samstag unter Mitgliedern der Shincheonji-Kirche von Jesus in Daegu und auch an anderen Orten gemeldet. Die Behörden vermuten, die rasante Verbreitung des Virus unter den Mitgliedern könnte von einer infizierten 61-jährigen Sektenanhängerin ausgegangen sein. Sie habe trotz Krankheitssymptomen zunächst einen Virustest verweigert.

Die Regierung hatte Daegu und Cheongdo zu speziellen Kontrollzonen erklärt. Dort soll unter anderem medizinisches Personal der Streitkräfte eingesetzt werden. Über 6000 Menschen stehen in Südkorea unter Quarantäne.

Bereits 2.350 Tote in China

Die aus China gemeldeten Zahlen liegen nach wie vor um ein Vielfaches höher als die aller anderen Länder zusammengerechnet: Wie die Gesundheitskommission in Peking am Samstag mitteilte, fielen dem Virus in der Volksrepublik weitere 109 Menschen zum Opfer. Insgesamt forderte die Epidemie demnach schon rund 2350 Menschenleben in der Volksrepublik. Zudem sei die Zahl der neu bestätigten Infektionen um 397 auf nun 76 288 Fälle gestiegen.

Die mit Abstand meisten Todesfälle und Infektionen wurden erneut aus der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei gemeldet, wo Covid-19 ursprünglich in der Millionenstadt Wuhan ausgebrochen war. Außerhalb des chinesischen Festlands sind bislang 15 Todesfälle durch den Corona-Virus und mehr als 1300 Infektionen bestätigt worden.

Auch im Iran ist ein Mensch an den Folgen des Coronavirus gestorben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Samstag steigt die Zahl der toten Covid-19-Patienten in dem Land damit auf fünf. Außerdem sei die Zahl der positiv getesteten Patienten von 11 auf 28 gestiegen.    

Die Furcht vor dem Virus überschattete auch die iranische Parlamentswahl. In den Wahllokalen trugen viele Wähler am Freitag sowie Wahlbeobachter Masken. Es gab auch Spekulationen, dass die Wahlbeteiligung aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Erreger niedriger ausfallen könnte.  

Einbußen für Autoindustrie

Unterdessen werden die Auswirkungen der Epidemie auf die chinesische Wirtschaft immer sichtbarer. Wie der chinesische Autoverband CPCA mitteilte, brachen die Verkäufe vom 1. bis 16. Februar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 92 Prozent ein. Waren 2019 in den ersten beiden Februarwochen noch 59 930 Autos verkauft worden, konnten die Händler jetzt nur noch 4.909 Fahrzeuge absetzen. 


Warten auf Fracht: Seit Tagen parken Cargolux-Flieger am Flughafen Findel.
Corona-Virus: Die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen wächst
Ob im Luftverkehr, im Bankenwesen oder im Industriesektor: Die wirtschaftlichen Folgen des Corona-Virus lassen sich auch in Luxemburg spüren. Firmen verfolgen die Entwicklung der Situation mit Aufmerksamkeit.

Große Teile der chinesischen Wirtschaft sind wegen der Ausbreitung des Corona-Virus sowie den damit verbundenen Maßnahmen in den vergangenen Wochen praktisch zum Erliegen gekommen. Für deutsche Hersteller wie Mercedes-Benz, Audi, BMW, Volkswagen und Porsche ist China der wichtigste Markt. Bei VW steht die Volksrepublik für gut 40 Prozent der Auslieferungen. Und bei der Umstellung auf Elektro-Autos sind die Konzerne auf Batteriezellen aus China angewiesen.

Eine Studie der Beratungsgesellschaft BCG hatte diese Woche davor gewarnt, dass das Corona-Virus der globalen Autoindustrie empfindlich schaden könnte. Allein in der besonders betroffenen Provinz Hubei würden an gut einem Dutzend Standorte fast zwei Millionen Autos pro Jahr gefertigt.



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This photo taken on February 5, 2020 shows a cleaner and passengers wearing protective facemasks at Suvarnabhumi International Airport in Bangkok. - Health officials in Vietnam on February 5 said all foreign passport holders -- including from China, Hong Kong and Macau -- that have been to mainland China in the past 14 days will not be permitted to enter Vietnam, in a bid to limit the spread of the novel coronavirus, which is believed to have originated in the central Chinese city of Wuhan. (Photo by Lillian SUWANRUMPHA / AFP)
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