Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Zwei Jahre bis zum Brexit: Verhandlungen unter Zeitdruck
International 28.03.2017 Aus unserem online-Archiv

Zwei Jahre bis zum Brexit: Verhandlungen unter Zeitdruck

Bis die EU und Großbritannien ihre Scheidung hinter sich gebracht haben, ist noch viel Verhandlungsarbeit nötig.

Zwei Jahre bis zum Brexit: Verhandlungen unter Zeitdruck

Bis die EU und Großbritannien ihre Scheidung hinter sich gebracht haben, ist noch viel Verhandlungsarbeit nötig.
Foto: AFP
International 28.03.2017 Aus unserem online-Archiv

Zwei Jahre bis zum Brexit: Verhandlungen unter Zeitdruck

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Die Tage Großbritanniens als EU-Mitgliedsland sind gezählt. Nachdem Premierministerin Theresa May den Austritt beantragt hat, tickt die Uhr. Genau zwei Jahre haben die britische Regierung und die EU dann Zeit für die Verhandlungen.

(vb) - Die Tage Großbritanniens als EU-Mitgliedsland sind gezählt. Nachdem Premierministerin Theresa May den Austritt beantragt hat, tickt die Uhr. Genau zwei Jahre haben die britische Regierung und die EU dann Zeit für die Verhandlungen.

In dem Referendum vor einem dreiviertel Jahr haben sich die Bürger Großbritanniens mit einer Mehrheit von 51,8 Prozent für den Austritt des Landes aus der EU ausgesprochen. Nach monatelangem Kopfzerbrechen hat sich die britische Regierung nun entschlossen, den Austritt nach Artikel 50 der EU-Verträge in die Wege zu leiten.

Nach diesem Stichdatum, dem 29. März, gibt es kein Zurück mehr. Genau zwei Jahre haben das Vereinigte Königreich und die Europäische Union dann Zeit, um die Austritts-Modalitäten zu klären. Eine Mammutaufgabe, denn konkret geht es um 21000 EU-Regeln und -Gesetze. Bei etwa 500 Arbeitstagen bis zum Ausscheiden Großbritanniens werden die Verhandlungspartner demnach täglich etwa 40 Gesetze abarbeiten.

Was passiert mit EU-Ausländern?

Als Erstes soll die heikle Frage der Rechte von fast drei Millionen EU-Ausländern in Großbritannien geklärt werden. London hat diesen Verhandlungspunkt als prioritär eingestuft. Eine Regelung soll schnell gefunden werden – falls den etwa eine Million Briten in Kontinentaleuropa vergleichbare Garantien gegeben werden.

Oberster Verhandlungsführer ist auf Seiten der EU Kommissar Michel Barnier. Barnier ist dafür bekannt, dass er nur ungern Englisch spricht. Die britische Regierung hat für den Austritt eigens einen Brexit-Minister, nämlich den erzkonservativen Politiker und Einwanderungsgegner David Davis.

wort.lu beleuchtet den Brexit in all seinen Facetten in einem Themenschwerpunkt. Das Dossier finden Sie hier.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

EU lehnt Brexit-Ideen aus London ab
Wie könnte die langfristige Partnerschaft zwischen Großbritannien und der EU aussehen? Die britische Premierministerin will es am Freitag sagen. Schon vorher runzelt man in Brüssel die Stirn.
European Union Chief Negotiator in charge of Brexit negotiations, Michel Barnier speaks during a press conference after a General affairs council debate on the Article 50 concerning Brexit at the EU headquarters in Brussels on February 27, 2018.
EU negotiator Michel Barnier warned on February 27 that an unlimited post-Brexit transition period was not possible, and that Europe would insist on it finishing at the end of 2020. / AFP PHOTO / JOHN THYS
Brexit-Verhandlungen: Die Uhr tickt
Nachdem London den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union beantragt hat, tickt die Uhr. Zwei Jahre haben die EU und die britische Regierung nun Zeit, eine saubere Scheidung auszuhandeln.