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Zwei Briefbomben explodieren in den Niederlanden
International 2 Min. 12.02.2020

Zwei Briefbomben explodieren in den Niederlanden

Rettungskräfte vor dem Postverteilzentrum in Kerkrade.

Zwei Briefbomben explodieren in den Niederlanden

Rettungskräfte vor dem Postverteilzentrum in Kerkrade.
Foto: AFP/Marcel van Hoorn/ANP
International 2 Min. 12.02.2020

Zwei Briefbomben explodieren in den Niederlanden

Eine Briefbombenserie hält die Niederlande in Atem. Am Mittwochmorgen detonierten zwei Postsendungen in Amsterdam und Kerkrade. Verletzt wurde niemand.

Von Helmut Hetzel (Den Haag)

In den Niederlanden sind am Mittwochmorgen zwei Briefbomben explodiert. Eine Briefbombe explodierte in Amsterdam in der Poststelle der ABN Amrobank, eine andere in Kerkrade nahe der deutschen Grenze bei Maastricht in einem dortigen Sortierzentrum der niederländischen Post. Bei den beiden Explosionen wurde niemand verletzt oder getötet. 

Die Briefbomben explodierten zwischen acht und neun Uhr morgens kurz hintereinander. Eine Spezialeinheit der Polizei, der "Explosieven Verkenning" leitet die Untersuchungen.

"Mein Kollege, der das Päckchen mit der Briefbombe öffnete, ist total erschrocken, als es explodierte. Es war aber keine schwere Explosion. Er wurde nicht verletzt", berichtet Cor van der Steen, ein Mitarbeiter der ABN Amrobank-Poststelle in Amsterdam. Die Poststelle der ABN Amrobank in Amsterdam empfängt aber auch noch Poststücke für drei andere Unternehmen, die im selben Gebäude untergebracht sind. 

"Die erste Briefbombe ist kurz vor acht Uhr in der ABN Amro-Poststelle explodiert. Der Mitarbeiter, der den Bombenbrief öffnete, hörte ein zischendes Geräusch und warf den Brief weg. Dann ist er explodiert", sagt Polizeisprecherin Lex van Liebergen. "Er hat richtig reagiert."

Der Mitarbeiter, der den Bombenbrief öffnete, hörte ein zischendes Geräusch und warf den Brief weg. Dann ist er explodiert.

Kees van Dijkhuizen, der Vorstandsvorsitzende der ABN Amrobank, ist entsetzt. Er sagte in einer ersten Reaktion: "Ich habe sofort mit unseren Mitarbeitern in der Poststelle, wo die Briefbombe explodierte, Kontakt aufgenommen und auch mit dem Mitarbeiter gesprochen, der den Bombenbrief öffnete. Die gute Nachricht ist, dass niemand verletzt wurde. Die schlechte Nachricht ist, dass solche Dinge passieren." Die ABN Amrobank präsentiert am heutigen Donnerstag ihr Jahresergebnis über das Geschäftsjahr 2019. Nicht auszuschließen ist, dass der Anschlag damit in Zusammenhang stehen könnte.

Bereits sieben Bombenbriefe

Bereits im Januar wurden in den Niederlanden zahlreiche Bombenbriefe verschickt, die aber damals nicht explodiert sind. Es waren sieben Bombenbriefe, die unterwegs waren.

Als Absender der Bombenbriefe fungierte damals das Inkassobüro "Centraal Invorderings Bureau (CIB)" in Rotterdam. Das Inkassobüro aber hatte die Bombenbriefe nicht verschickt. Schlimmer noch: Einer der Bombenbriefe ging damals zurück zu dem auf dem Briefkuvert angegebenen Absender – also an das CIB in Rotterdam. Dort wurde man aber auch stutzig, öffnete den Bombenbrief nicht und informierte die Polizei. Der wirkliche Absender der Bombenbriefe ist bisher nicht bekannt. Vermutet wird, dass Kriminelle mit ihren Bombenbriefen Erpressungsversuche unternehmen wollen. Aber auch ein terroristischer Hintergrund wird nicht ausgeschlossen.

Das noble Amsterdamer Okura-Hotel war im Januar ebenfalls einer der Empfänger eines Bombenbriefes. Die Hotelangestellten, die den Brief mit dem Sprengstoff damals in Empfang nahmen, wurden aber misstrauisch. Sie informierten über den Notruf 112 die Polizei. Die Briefbombe wurde von Sprengstoffexperten entschärft. Weitere Briefbomben wurden im Januar an die ABN Amrobankfiliale in Maastricht, an eine Tankstelle in Amsterdam, einen Mercedes-Händler in Rotterdam und an ein Maklerbüro in Utrecht verschickt. Sie explodierten damals nicht. Jetzt aber schon. Die Polizei vermutet, dass die Bombenbriefe von einem Absender verschickt werden.


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