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Zugeständnisse bei Renten in Frankreich
International 11.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Zugeständnisse bei Renten in Frankreich

Premier Edouard Philippe stellte die Reform am Mittwoch vor.

Zugeständnisse bei Renten in Frankreich

Premier Edouard Philippe stellte die Reform am Mittwoch vor.
Foto: AFP
International 11.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Zugeständnisse bei Renten in Frankreich

Wie sehen die Rentenreformpläne der Regierung konkret aus? Der Premier hatte nun wenig Überraschungen parat - und fordert die Gewerkschaften zum Ende der Streiks auf.

(dpa) - Nach massiven Protesten und Streiks hat die französische Mitte-Regierung deutliche Zugeständnisse bei der geplanten Rentenreform gemacht. Es wird zwar an den Kernpunkten der Reform festgehalten, allerdings gibt es lange Übergangsfristen. Premierminister Édouard Philippe sprach am Mittwoch bei der Vorstellung der Pläne von einer „sehr schrittweisen“ Einführung.

So soll grundsätzlich der erste Jahrgang, der von dem neuen System betroffen sein wird, der Geburtsjahrgang 1975 sein. Das sind also Beschäftigte, die heute in großer Mehrheit 44 Jahre alt sind. Bisher war bekannt geworden, dass die Reform für Beschäftigte vom Jahrgang 1963 an gelten soll. Es handelt sich damit um eine bedeutende Verschiebung.

Massive Proteste im Vorfeld


TOPSHOT - People take part in a demonstration on December 10, 2019 in Paris as part of the sixth day of massive strike action over government's plans to overhaul the pension system. - Unions have vowed to keep up the fight over the reforms, which are set to be finalised and published on December 11. Another mass demonstration is planned in Paris and other cities today, with teachers and other workers once again expected to walk out alongside transport workers. (Photo by Zakaria ABDELKAFI / AFP)
Frankreich: Kein Ende der Proteste in Sicht
Wie lange noch? Das fragen sich in Frankreich viele, die morgens nicht mit der Metro zur Arbeit kommen oder ihre Reisepläne abblasen müssen. Doch der Protest gegen die Rentenreform hält an - und Entspannung ist nicht in Sicht.

Gegen die Rentenreform wird in Frankreich seit rund einer Woche massiv gestreikt und protestiert. Erst am Dienstag waren wieder Hunderttausende auf die Straße gegangen. Mit der Reform wollen Staatspräsident Emmanuel Macron und die Mitte-Regierung die Zersplitterung in 42 Renten-Einzelsysteme beenden und Menschen auch dazu bringen, länger zu arbeiten.

Premier Philippe bestätigte, dass ein einheitliches System eingeführt werden soll. „Die Zeit für ein universelles System ist gekommen, die Zeit der Sondersysteme endet“, sagte er. „Wir alle wissen, dass unsere Kinder im Durchschnitt weniger durchgehende Karrieren haben werden als wir, dass die berufliche Mobilität heute stärker ist als in der Vergangenheit. Unser Rentensystem muss das zulassen.“

Punktesystem und Mindestrente


A picture taken in Gare de Lyon railway station in Paris on December 8, 2019 shows an empty platform, during a strike of state railway company SNCF employees over French government's plan to overhaul the country's retirement system, as part of a national general strike. - Trains cancelled, schools closed: France scrambled to make contingency plans on for a huge strike against pension overhauls that poses one of the biggest challenges yet to French President's sweeping reform drive. (Photo by Thomas SAMSON / AFP)
Streiks in Frankreich gehen weiter
Entweder es fährt gar kein Zug. Und wenn doch einer kommt, ist er so voll, dass eigentlich niemand mehr reinpasst. Im Pariser Nahverkehr herrscht riesiges Durcheinander.

Am gesetzlichen Renteneintrittsalter will die Regierung wie erwartet festhalten - es liegt in Frankreich bei 62 Jahren. Allerdings dringt die Regierung darauf, dass die Menschen „ein bisschen“ länger arbeiten. Philippe bestätigte außerdem die Einführung eines Punktesystems und einer Mindestrente von 1000 Euro pro Monat für alle mit einer kompletten Berufslaufbahn. „Die Frauen sind die großen Gewinnerinnen des universellen Systems“, so Philippe. Auch Geringverdiener sollen deutlich besser gestellt werden.

„Ich stehe voll und ganz hinter dieser Reform, weil ich sie für gerecht halte“, betonte der Premier. Die Vorschläge würden rechtfertigen, dass der Streik aufhören muss.    


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