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Zu langsamer Impfstart? Kritik in mehreren EU-Ländern
International 2 Min. 03.01.2021

Zu langsamer Impfstart? Kritik in mehreren EU-Ländern

Eine ältere Frau wird am Samstag im Krankenhaus Hôtel-Dieu de Paris gegen das Corona-Virus geimpft. Bislang wurden in Frankreich nur einige hundert Personen geimpft.

Zu langsamer Impfstart? Kritik in mehreren EU-Ländern

Eine ältere Frau wird am Samstag im Krankenhaus Hôtel-Dieu de Paris gegen das Corona-Virus geimpft. Bislang wurden in Frankreich nur einige hundert Personen geimpft.
Foto: AFP/Sameer Al-Doumy
International 2 Min. 03.01.2021

Zu langsamer Impfstart? Kritik in mehreren EU-Ländern

Nicht nur in Deutschland gibt es Kritik an einem zu langsamen Anlauf der Corona-Impfungen. In Frankreich scheint es insgesamt nur in Trippelschritten voranzugehen. In Italien läuft es vor allem in einer Region schleppend. Und ein EU-Land hat noch gar nicht angefangen.

(dpa) - In mehreren EU-Ländern laufen die Impfungen gegen das Corona-Virus nur schleppend an. Eine Woche nach dem symbolischen Auftakt der Corona-Impfungen hat Italien bis Sonntagmorgen offiziell erst etwa 80.000 Dosen an Menschen gespritzt. 

Nach Behördenangaben verfügt das Mittelmeerland, das bisher rund 75.000 Covid-Opfer registrierte, seit Jahresende über knapp 470.000 Dosen des Impfstoffs der Unternehmen Pfizer und Biontech. Nach dem Auftakt der Immunisierungskampagne vom Sonntag vor einer Woche laufen seit dem 31. Dezember Massenimpfungen. Mehrere Zeitungen berichteten jedoch am Wochenende über Schwierigkeiten zum Start.

Bisher nur wenige Impfungen in der Lombardei

Wie „La Repubblica“ am Samstag schrieb, fehlte es um den Jahreswechsel an Impfärzten und Mitarbeitern in Krankenhäusern. Auffällig ist, dass es große Unterschiede bei den Impf-Quoten zwischen den Regionen gibt: Die reiche Lombardei im Norden des Landes, in der die Corona-Pandemie besonders stark zugeschlagen hat, liegt dabei deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt. Dort waren rund 80.000 Dosen eingetroffen. Bis Sonntag gegen 9 Uhr waren nach der Statistik aber nur rund 2.400 (3 Prozent) davon gespritzt worden.


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Der Vatikan will voraussichtlich in der zweiten Januarhälfte mit den Schutzimpfungen seiner knapp 1.000 Bewohner gegen Corona beginnen. Das teilte die Gesundheitsbehörde des Kirchenstaates am Samstag mit.

In Frankreich gibt es bisher keine genauen Angaben dazu, wie viele Menschen geimpft wurden. Medien sprechen teils von wenigen Hunderten und berufen sich unter anderem auf eine Website, die von einem Datenwissenschaftler auf Basis der Angaben von Gesundheitsbehörden betrieben wird. CovidTracker zufolge wurden mit Stand Samstagabend etwa 430 Menschen geimpft. Nach Kritik am langsamen Anlaufen der Impfkampagne versprach ein Regierungssprecher in Paris mehr Tempo.

Impfstart in den Niederlanden verzögerte sich

Die Niederlande haben mit den Impfungen noch gar nicht begonnen. In einer Lagerhalle in Oss im Osten des Landes liegen seit Tagen ungenutzt rund 175.000 Dosen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer. 

In Veghel, Niederlande, wird ein Impfzentrum errichtet.
In Veghel, Niederlande, wird ein Impfzentrum errichtet.
Foto: AFP/ANP/Rob Engelaar

Ursprünglich wollte das Land erst am 8. Januar mit den Impfungen beginnen. Nach starkem Druck von Medizinern und Öffentlichkeit wollen die Niederlande den Impfstart nun doch vorziehen. Zunächst sollen 30.000 Mitarbeiter in Krankenhäusern gegen das Virus geimpft werden, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag in Den Haag mit. Die Niederlande sind das einzige Land der EU, das noch nicht impft.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hat die Beschaffung von Corona-Impfstoff in der Europäischen Union verteidigt. „Das Nadelöhr ist derzeit nicht die Zahl der Bestellungen, sondern der weltweite Engpass an Produktionskapazitäten“, sagte Kyriakides am Samstag in Brüssel. Zugleich versprach sie schrittweise Verbesserungen bei der Impfstoff-Versorgung.


ARCHIV - 30.12.2020, Bayern, Gauting: Ein Mitarbeiter der Asklepios Klinik wird von einem Kollegen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft. Um möglichst schnell möglichst viele Menschen gegen das Coronavirus zu impfen, könnte es Experten zufolge sinnvoll sein, den Zeitpunkt der Auffrischungsimpfung nach hinten zu verschieben. Da der Abstand zwischen beiden Impfungen mit großer Wahrscheinlichkeit in weiten Grenzen variabel ist, könnte man zunächst bevorzugt die erste Impfung zu verabreichen. Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Luxemburg: Bislang 1.200 Personen geimpft
Bis Ende März soll der Corona-Impfstoff von BioNTech/Pfizer an 36.000 Personen verabreicht werden. Die erwartete Zulassung anderer Präparate könnte die Impfkampagne beschleunigen.

In Deutschland waren mit Stand Sonntagmorgen nach RKI-Angaben rund 240.000 Menschen geimpft. In Israel haben bis 2. Januar bereits mehr als eine Million Menschen eine Impfung erhalten. Der Oxford-Website „Our World in Data“ zufolge sind das 12,59 Geimpfte pro 100 Einwohner (Stand 2. Januar) - das Land ist damit der Homepage zufolge einsame Spitze. In Luxemburg erhielten 1.200 Personen das schützende Serum verabreicht.  Das sind 0,19 Geimpfte pro 100 Einwohner (Stand 30. Dezember).


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